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Wiederholungstäter landet im Gefängnis

Gericht Wiederholungstäter landet im Gefängnis

Er stahl hochwertigen Alkohol, verkaufte ihn weiter, finanzierte so seinen Heroinkonsum - bis es eines Tages buchstäblich krachte. Der Mann aus Stadtallendorf muss hinter Gitter.

Marburg / Stadtallendorf. Der 28-Jährige hatte auf eine Bewährungsstrafe gehofft. An seinem Leben wolle er arbeiten, von den Drogen wegkommen. Aber bloß nicht wieder ins Gefängnis. Die Achte Strafkammer des Marburger Landgerichts blieb hingegen hart. Richter Hans-Werner Lange wies die Berufung, die der Arbeitslose nach seiner Verurteilung Ende Januar vor dem Amtsgericht eingelegt hatte (die OP berichtete), zurück. Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, wohlgemerkt ohne Bewährung, bleibt bestehen.

„Man müsste die Gewissheit haben, dass der Angeklagte in Zukunft nicht mehr straffällig wird. Aber die sehen wir nicht“, begründete Richter Lange die Entscheidung der Strafkammer.

Was war passiert? Am 22. April 2013 hatte der damals heroinabhängige Mann gemeinsam mit einem Komplizen gegen Nachmittag 24 Flaschen hochprozentigen Alkohol aus einem Einkaufsmarkt in Kirchhain gestohlen. Das Diebesgut hatte einen Wert von insgesamt 192 Euro. Motiv des 28-Jährigen war, die Spirituosen an Kneipenwirte aus dem Landkreis zu verkaufen und mit dem Geld Drogen für sich selbst zu besorgen.

Nur rund 40 Minuten später tauchte der Angeklagte, der bereits 2011 wegen Diebstahls in 17 Fällen für zwei Jahre in Haft saß, in einem anderen Supermarkt Kirchhains auf. Doch diesmal lief - aus Sicht des Diebes - etwas schief: Die Verkäuferin bemerkte, wie er einen ganzen Karton voller Alkohol sowie eine Tabakdose in seinen Rucksack steckte. Sie stellte ihn zur Rede. Als der Mann lediglich den Tabak ausräumte und darum bat, die Sache damit auf sich beruhen zu lassen, forderte ihn eine Verkäuferin auf, mit in ihr Büro zu kommen. Er hingegen zog die Flucht vor, packte die Verkäuferin am Kragen und stieß sie gegen eine Getränkepalette. Zwar konnte er unmittelbar danach von der Polizei gestellt werden, das hielt ihn aber nicht davon ab, einen Tag später erneut in Kirchhain zu stehlen. Der 28-Jährige erbeutete Spirituosen im Wert von 62 Euro.

Methadon-Therapie läuft

Diese Delikte hatten ihn bereits Anfang des Jahres wegen Diebstahls in zwei Fällen sowie räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit Körperverletzung auf die Anklagebank gebracht. Unmittelbar nach dem damaligen Urteil legte die Verteidigung Berufung ein. Der 28-Jährige bekommt seit fast einem Jahr täglich den Drogenersatzstoff Methadon verabreicht, um dem Heroin fernzubleiben. Daran wolle er weiterarbeiten können - in Freiheit, betonte sein Verteidiger und plädierte auf eine Bewährungsstrafe.

Dem Gericht reichte das nicht aus. Neben dem Methadon-Programm zeige der Angeklagte keinerlei Therapie-Bereitschaft. Die Gefahr eines Rückfalls sei immer noch gegenwärtig - das Leben des Stadtallendorfers müsse sich stabilisieren.

von Yanik Schick

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