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Wie spricht man Världens fräslare aus?

Weihnachtskonzert in Rauschenberg Wie spricht man Världens fräslare aus?

Weihnachtlicher ­Wohlklang erfüllte am Samstagabend die ­Stadtkirche und versetzte die Zuhörer in weihnachtliche Feststimmung.

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Der Rauschenberger Kirchen- und Frauenchor sagt unter Leitung von Philipp Imhoff in der Stadtkirche.Foto: Karin Waldhüter

Rauschenberg. Während am Ende eines trüben Tages draußen schon längst die Dunkelheit von der Welt Besitz ergriffen hat, empfängt warmes Kerzenlicht die Konzertbesucher im Kircheninneren. Noch erfüllt das Getuschel der vielen Besucher den Kirchenraum. Doch die Stimmen verstummen schnell, als die Mitglieder des Kirchen- und Frauenchors Rauschenberg, traditionell in Rot und Schwarz gekleidet, ihre Plätze einnehmen.

Der inzwischen 40 Sängerinnen zählende Chor hatte sich das ganze Jahr über intensiv auf das Weihnachtskonzert ­vorbereitet, unterbrochen lediglich durch Ständchen und Auftritte in Gottesdiensten. Die Feinarbeit am Konzertprogramm erfolgte beim Probenwochenende auf Burg Hessenstein.

Mit „Friede, Freude…. Weihnachten“ hatte der Kirchen- und Frauenchor das Konzert überschrieben. „Kann es einen schöneren Titel für ein Weihnachtskonzert geben?“ eröffnete die Vorsitzende Monika Friedrich den Abend mit einer rhetorischen Frage. Sie führte unterhaltsam und mit vielen wissenswerten Informationen rund um den Kirchen- und Frauenchor durch das gut 80-minütige Konzert.

Schon das erste Lied „Es sungen drei Engel“ nach einem Satz von Gunnar Eriksson machte deutlich, welche hohe musikalische Qualität die Besucher erwartete. Was zunächst wie ein verwirrendes Chorstück klang, entpuppte sich bei genauem Hinhören als ein Stück, bei dem der Chor verschiedene Lieder miteinander verwoben hatte.

Klar strukturiert war das Konzert in mehrere Blöcke aufgeteilt. Der erste Teil war mit Friede und Freude überschrieben, denn Freude und Ergriffenheit vermittelten die Lieder „Voro Ivanitzki“ und „Engel“ von Rammstein. Das Lied zählt seit einigen Jahren zum Repertoire des Chores. Mit „Nonsense“ ist der Text von „Voro Ivanitzki“ überschrieben, bei dem sich Wörter aneinanderreihen, die keinen Sinn ergeben, aber irgendwie Russisch klingen, und dafür umso mehr Spaß vermitteln. Hier ließen die Frauen ihrer ganzen Stimmgewalt freien Lauf.

Mit dem Lied „Fröhliche Nacht allerseits“, gespielt von Christoph Hohl an der Orgel, startet der zweite, weihnachtliche Teil des Konzertes. Mit „Angelus ad pastores ait“, folgte das erste von drei klassischen Stücken. Seit 2005 leitet Philipp Imhoff den Kirchen- und Frauenchor, der an diesem Abend auch als Bariton-Solist mit seiner bezaubernd schönen Stimme für ganz besondere Gänsehautmomente sorgte. Und sicherlich keimte bei manchem Zuhörer der Wunsch auf, noch mehr Beiträge des Solisten mit der weichen, raumfüllenden Stimme zu hören. Christoph Hohl begleitete den Baritonsänger an der Orgel und am E-Piano, als er von der Empore aus „Die Könige“ und vor dem Altar das gefühlvolle amerikanische Weihnachtslied „Have yourself a merry ­little Christmas“ beeindruckend sang und für ganz besondere Momente sorgte.

Im dritten Teil des Konzertes präsentierte der Chor ­bekannte Advents- und Weihnachtslieder. Besonders schön musizierte der Chor die getragenen Weisen „Es kommt ein Schiff, geladen“ und „Es ist eine Ros‘ entsprungen“ aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Glanzlichter setzte der Frauenchor mit seinen nordischen Volksliedern. Dafür ging der Frauenchor ungewöhnliche Wege. Denn das schwedischen „Världens fräslare“ bedurfte einer richtigen Aussprache. So wurde Kontakt zu einer Schwedin hergestellt, die richtige Aussprache aufgenommen und der Liedtext in eine Lautschrift umgewandelt. Zum Mitsingen luden der Kirchenchor und Organist Christoph Hohl die Besucher mit „Ich steh an deiner Krippe hier“ ein. Dass die Sängerinnen ihre Lautstärke auch gekonnt variieren können, stellten sie mit dem Schlaflied „La Le Lu“, aus dem Film „Wenn der Vater mit dem Sohne“ mit Heinz Rühmann, im letzten Teil des Konzertes unter Beweis.

„Es ist der gute Umgang miteinander und ein stetes Geben und Nehmen, das die Zusammenarbeit zwischen Chor und Chorleiter so gut und produktiv macht“, erklärte Monika Friedrich in ihrem dankenden Schlusswort. In Anlehnung an die Redewendung „Friede, Freude, Eierkuchen“ überreichte Friedrich an Christoph Hohl und Philipp Imhoff eine gut gefüllte Tüte mit allerlei Zutaten für einen selbstgemachten Eierkuchen. Bevor die Besucher weihnachtlich beseelt hinaus in die Nacht gingen, gab der Chor dem stürmischen Applaus nach und gewährte dem Publikum noch zwei Zugaben.

von Karin Waldhüter

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