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Wie die Highlander an die Brücker Mühle kamen

Neues Buch Wie die Highlander an die Brücker Mühle kamen

Geschichtsfreunde aufgepasst: Heute soll im Christian-Ludwig-Verlag ein Buch erscheinen, in dem die Schlacht an der Brücker Mühle vor 251 Jahren eine wichtige Rolle spielt.

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Axel Köhler präsentiert am Friedensstein nahe der Brücker Mühle sein Buch – allerdings noch in der englischen Version. Die deutsche Ausgabe soll heute erscheinen.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Amöneburg. Als die Amöneburger im vergangenen Jahr „250 Jahre Friedensschluss im Brücker Wirtshaus“ feierten, stellte Axel Köhler sein Buch „From Breadalbane to Brucker Muhl“ vor. Darin widmet er sich schottischen Hochlandsoldaten, die für England an der Seite von Braunschweigern und Preußen gegen die Franzosen und ihre Verbündeten kämpften. Zwar hätten auch auf Seiten der Franzosen Schotten gekämpft: „Das war aber Zufall, denn sie waren Exilanten“, erklärt der Autor und ergänzt, diese außen vor gelassen zu haben.

„Ich möchte den Lesern die gälische Kultur vermitteln und zeigen, wie Soldaten aus den schottischen Highlands nach Hessen kamen“, sagt Köhler über sein Buch, dessen deutsche Ausgabe heute erscheinen soll. Vornehmlich dürfte es für Historiker und Menschen interessant sein, die sich für Geschichte interessieren. „Es handelt sich um eine wissenschaftliche Studie, die nicht zu trocken ist und auch unterhalten soll. Es kam mir mehr auf die Menschen an als auf den Krieg.“

„Köhlers Liebe zur Geschichte Schottlands wird in dem Buch sehr deutlich. Er ist ein Fachmann für das Gälische und geht sehr genau auf Personen und Ereignisse ein“, betont Alfred Schneider, Historiker aus Amöneburg, der ein Vorwort für „Von Breadalbane zur Brücker Mühle“ verfasst hat. Köhler gebe einen Einblick in die schottischen Hochlandregimenter, die nach der endgültigen Niederschlagung der Jakobitenaufstände in britische Dienste traten und in Deutschland auf den Schlachtfeldern des Siebenjährigen Krieges unter dem Kommando von General Herzog Ferdinand von Braunschweig gegen die französischen Truppen kämpften. Ziel war es damals, das zu England gehörende Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zu erobern. Die letzte Schlacht der Auseinandersetzungen fand am 21. September 1762 bei der Brücker Mühle statt. Am 15. November 1762 schlossen die Kriegsparteien nach einem blutigen Gefecht, das 527 Soldaten das Leben gekostet hatte, im Brücker Wirtshaus Frieden. „Das Buch hat mich vornehmlich als Historiker interessiert“, fasst Schneider zusammen und lobt das „sehr fundamentale Quellenstudium“, das Köhler betrieben habe. Ähnlich lauten Kommentare im Internet, die Leser zur englischen Version abgegeben hatten. Auch sie zeigten sich von der detaillierten Recherche Köhlers beeindruckt.

Axel Köhler ist 40 Jahre alt, lebt in Lollar und ist nach eigenen Angaben freiberuflich für die Keltologie an der Uni Marburg sowie als Autor und Journalist tätig: Zum Beispiel schreibe er für Journale in Schottland und Irland. Des Weiteren unterrichte er an der Volkshochschule Gießen Schottisch-Gälisch.

Seine Faszination für Schottland stamme noch aus der Kindheit: „Ich war im Alter von sieben Jahren mit meinen Eltern in Schottland - da hat es mich erwischt.“ In den 1990er Jahren lernte er entsprechend sowohl Irisch- als auch Schottisch-Gälisch und studierte anschließend Keltologie in Aberdeen und Edinburgh. Und so lässt sich auch leicht erklären, warum „Von Breadalbane zur Brücker Mühle“ zunächst auf Englisch erschien: „Ich wollte den Schotten ihre Verbindung zu Hessen zeigen.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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