Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Widerstand bringt keinen Erfolg

Filialschließung der Sparkasse Widerstand bringt keinen Erfolg

Am Donnerstag gab es in Schweinsberg ein nichtöffentliches Gespräch zwischen Ortsbeirat und Sparkasse über die Zukunft der örtlichen Filiale. Das Kreditinstitut weicht nicht von seinen Plänen ab.

Voriger Artikel
Frankreich aus dem Mobil
Nächster Artikel
Der trübe Tag der großen Emotionen

Vor dem Termin mit dem Sparkassenvorstand präsentierten die Ortsbeiratsmitglieder die gefüllten Unterschriftenlisten.

Quelle: Michael Rinde

Schweinsberg. Das Gespräch lief, anders als vom Ortsbeirat gewünscht, hinter verschlossenen Türen ab. Vorstandsvorsitzender Andreas Bartsch und drei weitere Sparkassen-Vertreter, der Ortsbeirat und Bürgermeister Christian Somogyi saßen sich gegenüber.

Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer berichtete der OP am Freitag über Verlauf und Ergebnis. Andreas Bartsch habe gleich zur Begrüßung erklärt, dass das Kreditinstitut seine Pläne nicht ändere, egal wie der Abend verlaufe. Zum ersten Quartal 2018 plant die Sparkasse Marburg-Biedenkopf die Schließung ihrer Filiale in der Biegenstraße im Ort. Wie die OP berichtete, hatte der Ortsbeirat gleich nach Bekanntwerden der Pläne Unterschriftenlisten an acht Stellen ausgelegt. 474 Bürger aus Schweinsberg und angrenzenden Orten wie Rüdigheim und Erfurtshausen haben mit ihrer Unterschrift gegen die Schließungspläne protestiert.

Entscheidung über Geldautomat steht noch aus

„Ich bin stolz auf das Ergebnis, dafür, dass wir darauf verzichtet haben, von Haustür zu Haustür zu gehen“, sagte Fleischhauer. Die Unterschriften wurden der Sparkasse am Donnerstag übergeben. Einen Fototermin hatte das Unternehmen laut Fleischhauer abgelehnt. Geändert hat sich auch durch den Protest aber nichts. Dabei entspreche die Zahl der Unterschriften wohl in etwa der Hälfte des Kundenstammes, den die Sparkasse in Schweinsberg nach eigenen Angaben habe, so Fleischhauer.

Bartsch habe angeboten, das Aufstellen eines Geldautomaten im Ort zu prüfen. Das bestätigt das Kreditinstitut auf Nachfrage dieser Zeitung. Entschieden ist aber nichts. Die Aufstellung sei von mehreren Kriterien abhängig. Im Vordergrund stehe die Frage, ob die Nutzung in angemessenem Verhältnis zu den Kosten stehe, erklärte Bereichsdirektor Peter Gleissner ­gegenüber dieser Zeitung. Eine Entscheidung soll in Abstimmung mit dem Ortsbeirat bis zur Filialschließung fallen. Klar ist offenbar, dass für den Automaten ein neuer Standort gefunden werden muss.

Zukunft des Gebäudes bleibt vorerst offen

Denn den Betrieb in der Noch-Filiale stellt die Sparkasse in jedem Falle komplett ein. Was mit dem Gebäude geschehe, das dem Kreditinstitut gehört, sei noch nichts entschieden, erläuterte Bezirksdirektor Gleissner.

Bei dem Gespräch mit dem Sparkassenvorstand hatte der Ortsbeirat laut Fleischhauer auch die Option angesprochen, die Filiale mit kürzeren Geschäftszeiten fortzuführen. „Doch das kommt dort wegen des Personalaufwandes wohl nicht in Frage“, sagt Schweinsbergs Ortsvorsteher. Nach Aussage der Sparkassen-Führung gebe es durch die Filialschließung bisher nur geringste Kundenverluste. Fleischhauer ist frustriert über das Ergebnis. „Unser Einsatz wird wohl nicht belohnt. Was zählt ist die Rendite, nicht der Mensch“, so sein Fazit.

Bürgermeister Christian Somogyi hätte sich manche in dem Gespräch kommunizierten Informationen „früher gewünscht“. Er habe die Entwicklung des Stadtteils, das große Engagement für die Ansiedlung weiterer Familien im Neubaugebiet betont. „Auch wenn die Sparkasse die Kernstadt aufwertet, Schweinsberg hat davon erst mal nichts“, bilanziert er. Auch wenn Somogyi gegenüber der OP Verständnis für die betriebswirtschaftlichen Grundlagen für die Schließungsentscheidung zeigt.

Vom Tisch ist das Thema Widerstand gegen die Filialschließung aber noch nicht. Das Stadtparlament befasst sich am 17. November mit einem Resolutionsantrag der Fraktionen von CDU, SPD, Bürgerunion (BUS) und Bündnis 90/Die Grünen. In der Resolution soll die Sparkassenführung aufgefordert werden, die Filialschließung zurückzunehmen.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr