Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° Regen

Navigation:
Wider dem Stadtteildenken

Änderung Wider dem Stadtteildenken

Zurück zu den Wurzeln: Die Freie Wählergemeinschaft Mardorf-Roßdorf streicht die beiden Stadtteile aus ihrem Namen und nennt sich in Zukunft "FWG Amöneburg".

Voriger Artikel
Vom Wanderklub zum fidelen Sportverein
Nächster Artikel
Bis zum Jahr 2039 ist Riesenloch gefüllt

Mit diesem Team waren die Freien Wähler bei der Kommunalwahl im März angetreten.Archivfoto

Amöneburg. Die Idee spukt schon seit längerem durch die Köpfe der Mitglieder, sagt Fraktionsvorsitzender Stefan Lauer. Die Entwicklungen der vergangenen Monate hätten dann den letzten Ausschlag dafür gegeben, die Freie Wählergemeinschaft Mardorf-Roßdorf umzubenennen und die Stadtteile durch den Namen der Großgemeinde zu ersetzen. „Wir haben uns in unserem politischen Engagement der vergangenen Jahre ohnehin nicht auf Mardorf und Roßdorf beschränkt“, ergänzt der Vorsitzende.

Damit gehen die Freien Wähler einen Schritt nach vorne, eigentlich aber auch einen Schritt zurück: Nach der Gebietsreform im Jahr 1971 hatten sich Bürger aus den verschiedenen Stadtteilen Amöneburgs zusammengefunden, um bei den Kommunalwahlen als „FWG Amöneburg“ anzutreten. Zur Wahl 1989 gründete sich dann aber die „Amöneburger Wählergemeinschaft“, um sich speziell für Belange der Kernstadt zu engagieren, erinnert sich FWG-Mitglied Karl Jennemann. In den darauffolgenden Jahren hätten Bürger aus Rüdigheim und Erfurtshausen nach und nach ihre Mitarbeit bei der FWG beendet, sodass die FWG im Jahr 2000 die Konsequenz zog und sich umbenannte in „Freie Wählergemeinschaft Mardorf-Roßdorf“.

FWG ist zweitstärkste Fraktion

„Das Ortsteildenken, das in den ersten Jahren nach der Gebietsreform nicht nur bei der FWG das politische Handeln der Mandatsträger mitbestimmt hat, ist für die heutige FWG Mardorf-Roßdorf ohne Belang“, betont Jennemann. Die Mandatsträger sähen sich seit vielen Jahren als politische Repräsentanten der Bürger aller Stadtteile an. Und die Wähler scheinen das ähnlich zu sehen: Im Vergleich zum Jahr 2011 verzeichnete die FWG bei der Kommunalwahl im März in Amöneburg und Rüdigheim einen Zuwachs von rund zehn Prozent sowie in Erfurtshausen von rund fünf Prozent. Insgesamt ist die FWG in der Großgemeinde zweitstärkste Fraktion.

Diese Tatsache habe endgültig zur Entscheidung geführt, den Namen zu ändern, so Stefan Lauer: „Das Ergebnis hat uns bestätigt.“ Der Fraktionsvorsitzende hofft nun, dass die Freien Wähler künftig auch wieder Mitglieder aus anderen Stadtteilen als Mardorf und Roßdorf bekommen: „Ich glaube, dass der Namenszusatz bisher auch ein bisschen Hemmschwelle für Bürger war, die sich keiner Partei anschließen, sich aber politisch engagieren wollen. Es wäre toll, wenn sich das ändert.“ Im Mittelpunkt der FWG-Politik solle zunächst die weitere Schuldenreduzierung stehen.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr