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Wer schwimmt, zahlt nach Stunden

Hallenbadtarife Wer schwimmt, zahlt nach Stunden

Es gibt zwar noch keinen Eröffnungstermin für das Stadtallendorfer Hallenbad, eher drohen weitere Probleme bei der Sanierung. Dafür gibt es aber eine fraktionsübergreifende Einigung auf ­eine neue Tarifstruktur.

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Bis zur Eröffnung des sanierten Stadtallendorfer Hallenbades dauert es noch. Eerneut kommt es bei den Bauarbeiten zu Verzögerungen.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Dass es die klassische Einzelkarte beim Hallenbad „Alldomare“ nicht mehr geben wird, hatte sich schon länger abgezeichnet. Badegäste zahlen in Zukunft für die Dauer, die sie im sanierten Bad verbringen werden. Wahlweise gibt es Tarife für zwei Stunden, vier Stunden oder den ganzen Tag. Wer länger bleibt oder den Warmbadetag nutzt, zahlt einen Zuschlag beziehungsweise muss nachlösen.

Jetzt scheint auch festzustehen, was Erwachsene, Kinder ab fünf Jahren und Familien für was bezahlen (siehe Grafik).

 

Seit dem Sommer hatte es einen Diskussionsprozess zwischen Stadtwerke und Verwaltung auf der einen und den Fraktionen, die zu entscheiden haben, auf der anderen Seite gegeben. Weitgehend nichtöffentlich in der Betriebskommission Stadtwerke oder in Arbeitsgruppen.

Ermäßigungen führte zu heftigen Diskussionen

Die Verwaltung hatte zunächst ihrerseits Varianten für die Preisgestaltung vorgeschlagen. Inzwischen gibt es eine Einigung. Alle fünf Fraktionen des Stadtparlaments haben einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem auch „die Stadt gut leben kann“, wie es Bürgermeister Christian Somogyi am Mittwoch gegenüber der OP formulierte. Der Antrag wurde im Fachausschuss für Grundsatzangelegenheiten, zentrale Steuerung und Finanzen am Dienstagabend erstmals behandelt und dort erwartungsgemäß einstimmig so beschlossen. Das erläuterte Ausschussvorsitzender Jürgen Berkei am Mittwoch im Gespräch mit der OP.

Offenbar hatte es vor allem bei der Frage der Ermäßigungen einen intensiven Diskussionsprozess im Vorfeld gegeben. Klar ist, dass der Eintritt für Kinder unter fünf Jahren frei sein wird. Klar ist auch, dass die neue Tarifstruktur erstmals einen „Stadtpass“ vorsieht. Ihn sollen, so sieht es der Antrag vor, Stadtallendorfer bekommen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II und dem Sozialgesetzbuch XII erhalten. Der Stadtpass gilt vorerst nur für das Hallenbad, weitere städtische Einrichtungen könnten je nach Entwicklung hinzukommen, etwa das Freibad.

Mit der Geldwertkarte an den Kassenautomat

Ganz neu ist auch die künftige Geldwertkarte. Denn im „Alldomare“ wird es Kassenautomaten geben. Wer eine Geldwertkarte benutzt, zahlt je nach Alter und Tarif weniger für seinen einzelnen Besuch. „Es wird Personal geben, das hilft, wenn jemand nicht mit dem Automaten zurechtkommt“, verspricht Somogyi.

All das soll ab 1. Januar nächsten Jahres gelten, wenn es vom Stadtparlament beschlossen wird. Doch eines ist klar: Dann wird im „Alldomare“ noch gearbeitet, auch der Probebetrieb wird dann wohl noch nicht angelaufen sein. Es gibt nämlich eine neuerliche Verzögerung bei den Bauarbeiten, die im Sommer 2014 begonnen hatten. Er sei darüber sehr verärgert, erklärte Somogyi auf Nachfrage der OP über den Stand der Dinge.

Stadt zieht Klage auf Schadensersatz in Erwägung

Naheliegenderweise kann ein Probebetrieb nicht beginnen, wenn Heizung und Lüftung nicht fein aufeinander abgestimmt funktionieren. „Leider bekommen wir die für die Steuerung nötigen Schaltschränke erst Mitte Dezember, vorher nicht“, nennt Somogyi den Grund. Sie seien offenbar zu spät geordert worden. Das sei aber definitiv nicht das Verschulden der Stadtverwaltung gewesen.

„Wenn uns dadurch zusätzliche Kosten entstehen, werden wir sie nicht tragen, sondern Schadenersatz in Betracht ziehen“, wird er noch deutlicher. Einen Termin für den Probebetrieb und die Baderöffnung könne er derzeit nicht seriös nennen, an einem neuen Bauzeitenplan mit einem Enddatum der Arbeiten werde in seinem Auftrag intensiv von den Planern und Architekten gearbeitet.

  • Das Stadtparlament tagt am Donnerstag, 17. November, ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal neben der Stadthalle.

von Michael Rinde

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