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Wenn’s brennt, ist Brand zur Stelle

Ehrenwehrführer Wenn’s brennt, ist Brand zur Stelle

Schon früh engagierte sich Helmut Brand aus Rüdigheim in der frei­willigen Feuerwehr. Nach 44 Jahren wird er nun zum Ehrenwehrführer ernannt.

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Helmut Brand war 31 Jahre Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Rüdigheim.

Quelle: Böttcher

Rüdigheim. Dass Helmut Brand sich ein Leben lang in der Feuerwehr engagierte, liegt nicht in der Familie. Sein Vater war lediglich Mitglied im Feuerwehrverein, durch andere Familienmitglieder gab es ebenfalls keine Prägung. Doch Brand wollte „etwas Sinnvolles für die Menschen tun“: Mit 18 Jahren begründete er 1972 die Jugendfeuerwehr in Rüdigheim mit und übernahm gleich deren Vorsitz.

„Viele aus dem Dorf und auch von meinen Schulkameraden gingen zur Feuerwehr - und ich wollte als Erwachsener auch endlich mal etwas Gescheites für die Dorfgemeinschaft machen“, erinnert sich der heute 62-Jährige. Fortan blieb er immer dabei: Sieben Jahre als Jugendwehrführer, ab 1978 dann 31 Jahre als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rüdigheim. Nachdem er Ende 2009 an seinen Nachfolger Stefan Schmitt übergeben hatte, blieb er noch bis 2015 sein Stellvertreter.

„Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht und ich habe dann ja auch schnell Führungsaufgaben übernommen“, sagt er. An ein Aufhören war daher nie zu denken. Im Gegenteil: Zehn Jahre lang (1977 bis 1987) leitete er als Stadtjugendfeuerwehrwart die Geschicke des Amöneburger Feuerwehrnachwuchses, zwischen 1979 und 2007 kümmerte er sich als Fachdienstleiter um dessen Ausbildung. 1987 bis 1996 war er zudem stellvertretender Stadtbranddirektor. Beim Landkreis ist er als ehrenamtlicher Ausbilder aktiv und ist zudem Teil der Feuerwehr in Kirchhain.

Viele Aufgaben, die eine Menge Zeit erfordern: „Irgendeiner muss das alles ja machen - da ich unverheiratet bin, hatte ich eben die entsprechende Zeit dazu“, erklärt er seine Bereitschaft für den enormen Aufwand, den er seit 44 Jahren leistet. Auch beruflich hatte er immer das Glück, bei verständnisvollen Arbeitgebern zu arbeiten. Lange war er bei einem Kirchhainer Reifenhändler angestellt, heute arbeitet er als Registrator beim Regierungspräsidium Gießen. „Da gab es nie Schwierigkeiten - ich wurde immer ohne Probleme freigestellt“, sagt er.

Stolz auf Wettkampfsiege

Ohnehin aber seien die Einsätze in der Rüdigheimer Feuerwehr nicht allzu häufig. „Ab und zu hat mal eine Scheune gebrannt - aber richtig große Einsätze gab es eigentlich nicht“, so Brand. Zudem habe es Tierrettungen und Einsätze im Brandsicherheitsdienst, etwa bei den Schlossfestspielen in Amöneburg, gegeben. Am schlimmsten seien aber schwere Verkehrsunfälle - „da haben wir danach manchmal zusammengesessen und uns darüber unterhalten, um das zu verarbeiten“.

Über die Rettungseinsätze hinaus ist die freiwillige Feuerwehr aber vor allem auch ein sozialer Treffpunkt. Highlights in seiner Feuerwehrkarriere waren für Brand besonders die Wettkämpfe zwischen verschiedenen hessischen Feuerwehren. „Wir haben viel für diese Wettkämpfe trainiert und dann auch einige Siege eingefahren“, erinnert er sich stolz.

Wenn Helmut Brand einmal nicht für die Feuerwehr unterwegs ist, geht er anderen Hobbys nach - zu Hause sitzen ist nichts für ihn. Seine Freizeit verbringt er unter anderem im Rüdigheimer Gesangsverein und anderen Clubs im Dorf. „Ich bin nahezu in allen Vereinen - außer in der Frauengemeinschaft“, schmunzelt er. Jahrelang engagierte er sich zudem als CDU-Mitglied auch politisch. 1985 bis 1997 war er stellvertretender Ortsvorsteher, anschließend übernahm er bis 2011 die Funktion eines ehrenamtlichen Stadtrates. In diesen Aufgaben setzte er sich unter anderem für die Belange der Feuerwehr ein.

Im Laufe der Jahre erhielt Brand bereits zahlreiche Auszeichnungen, beispielsweise das silberne und goldene Brandschutzehrenabzeichen am Bande des Landes Hessen, den Landesehrenbrief, das Ehrenwappen in Gold der Stadt Amöneburg und die Ernennung zum Ehrenstadtrat. Bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 26. September wird er nun zum Ehrenwehrführer ernannt. Seine Karriere bei der Feuerwehr ist damit aber noch nicht beendet.

Noch drei Jahre - bis zu seinem 65. Geburtstag - darf er aufgrund seines Alters noch aktiv an Einsätzen teilnehmen. Danach „gehe ich dann eben in die Alters- und Ehrenabteilung. Da geht es dann bei den Treffen weiterhin noch lustig zu“, weiß er.

von Peter Gassner

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