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Wenn ein Hund zum Raubtier wird

Rauschenberg Wenn ein Hund zum Raubtier wird

Familie Richter wohnt im Grünen mit einem wunderschönen Blick auf die Rauschenberger Altstadt. Getrübt wird das Idyll im naturnah gestalteten Garten durch ungebetene Besuche eines Hundes.

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Louis steht vor dem Kaninchenstall, dessen „Obergeschoss“-Bewohner gerissen wurden.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Auf dem Hanggrundstück haben Olaf und Katrin Richter für ihre drei Kinder einen Spielplatz eingerichtet. Direkt neben Schaukel und Sandkiste befindet sich der familieneigene Streichelzoo. Mehrere Kaninchen wohnen dort in kleinen Ställen und schweren Holzkisten. Und hier beginnt das Problem. Der Geruch der Hasen zieht einen großen Jagdhund aus der Nachbarschaft magisch an. Nach Beobachtungen der Familie büxte der Jagdhund seit 2007 wiederholt aus seinem Zuhause aus und wütete an den Kaninchenställen der Familie Richter.

Die Übergriffe waren so gravierend, dass Olaf Richter damit begann, die Spuren der Hundeattacken fotografisch zu dokumentieren. Die Fotos zeigen schwere umgeworfenene Kaninchenkisten, Bissspuren an den Holztüren und Dächern, einen fast vollständig aus der hölzernen Verankerung gerissenen Stahlriegel, Blutspuren an den Holzkanten und an dem Stacheldraht, den die Richters zwischendurch zum Schutze ihrer Tiere an den Ställen angebracht hatten. „Der Hund hat sich in seinem Rausch in dem Stacheldraht regelrecht verbissen und dabei sein Maul verletzt“, erläuterte Richter.

Über Jahre hinweg hielten die stabilen Ställe den Angriffen stand; nur ein Kaninchen zog sich bei einer Attacke eine blutige Verletzung an einem Vorderlauf zu. In der vergangenen Woche spielte sich aber zwischen Mittwochabend und Donnerstagmittag eine Tragödie im Kaninchenstall ab. Einem angreifenden Hund gelang es, zwei Profilbretter aus einem Stall zu reißen. Eine Häsin und ihre acht Jungtiere bezahlten das mit ihrem Leben. Die Richters fanden vor dem Stall nur noch ein paar Fellreste und einen dicken Hundehaufen vor. Für die Richters war damit das Maß voll. Sie erstatteten Anzeige gegen Unbekannt beim Ordnungsamt der Stadt Rauschenberg.

„Wir können nicht beweisen, dass der Jagdhund die Kaninchen gerissen hat, da wir von dem Vorfall nichts mitbekommen haben“, sagte Olaf Richter gegenüber der OP. Da die Familie aber noch nie einen anderen Hund an ihren Stallungen gesehen habe, liege der Verdacht nahe, dass der Jagdhund die neun Kaninchen getötet habe, sagte Olaf Richter.

Bei der Anzeige ließ sich die Familie von der Sorge um ihren dreijährigen Sohn Louis leiten, der gelegentlich auch mal allein im Garten bei den Häschen spielt. „Ich glaube nicht, dass der Hund Kinder angreifen würde. Aber was passiert, wenn unser Sohn mal ein Häschen auf dem Arm hat, wenn der Hund in unseren Garten kommt?“ fragt sich Olaf Richter.

von Matthias Mayer

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