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Wenn die Querflöte den Esel mimt

Konzert Wenn die Querflöte den Esel mimt

Alles lässt sich in Musik umsetzen - dies bewies das Trio Pulcinella während des dritten zu den Kunst- und Kulturtagen gehörenden Konzertes im Ausstellungsraum des Stadtallendorfer Rathauses.

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Andrea Rüppel, Peter Groß (Mitte) und Matthias Friederich gestalteten als Trio Pulcinella im Ausstellungsraum des Rathauses das ­dritte Konzert der Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtage.

Quelle: Silke Leich

Stadtallendorf. Eine Stunde lang boten Matthias Friederich, seit 1999 erster Oboist am Philharmonischen Orchester Heidelberg (Oboe und Blockflöte), Andrea Rüppel (Querflöte, Moderation, Programm-Infos) und Peter Groß, der Bezirkskantor des Kirchenkreises Kirchhain (Klavier), rund 50 Zuhörern höchst unterschiedliche heitere Kammermusik von Barock bis Jazz.

Herausragend war die „Dachboden-Suite“ für Sopranblockflöte und Klavier von Hans Georg Lotz, gespielt von Friederich und Groß. Die Suite begann mit dem „Sperrmüll-Blues“. Im „Fledermaus-Swing“ imitierte Friederich das Schwirren und Flattern der Fledermäuse. In der „Dachziegel-Ragtime“ ließen die Musiker ihre Finger über die Instrumente fliegen.

Eine lautmalerische Miniatur für Querflöte und Klavier stimmten Rüppel und Groß an: „Le petit âne blanc“. Komponiert hatte sie der französische Komponist Jacques Ibert. Die Klavier­akkorde imitierten das Voraneilen und -trotten des „kleinen weißen Esels“ und die Flötenklänge seine Gefühle. Rüppel ließ ihre Querflöte in verschiedenen Höhen „I-ah“ rufen. Herrlich!

250. Todesjahr von Georg Philipp Telemann

Einen „Krimi im Kopf“ erzeugten die „Conversations“ für Querflöte und Oboe von Richard Rodney Bennett, einem englischen Filmkomponisten.

2017 ist das 250. Todesjahr von Georg Philipp Telemann: Ihm zu Ehren spielten die Künstler seine „Triosonate C-Dur“ für Altblockflöte, Querflöte, und Klavier. Danach präsentierte das Trio drei Tänze aus der „Suite im alten Stil“ für Querflöte, Oboe und Klavier von Emil Kronke, einem Spätromantiker. Die Sätze endeten mit einem wunderschönen dunklen Klavierakkord.

Urlaubsstimmung erzeugten die Musiker mit dem „Divertissement Grec“ für Altblockflöte, Querflöte und Klavier von Philippe Gaubert, einem französischen Flötendidakten.

Dass es interessante moderne Walzer gibt, bewies das Ensemble mit den „Summer Waltzes“ für Querflöte, Klarinette und Klavier des britischen Komponisten Paul Harris. Statt der Klarinette erklang die Oboe.

Ragtimetöne wie aus einem Saloon bot das Trio bei „The Strenuous Life“ für Querflöte, Oboe und Klavier von Scott ­Joplin, einem Amerikaner.

Vom Saloon ging‘s zu guter Letzt in den Salon: zu den Jugendtrios von Wilhelm Popp, einem Idyllen-Komponisten. Den Satz „Hirtenknaben“ leitete Friederich mit einem Jodler ein. Die Zuhörer fuhren überrascht hoch. Auch danach gab‘s wie nach fast jedem Satz begeisterten Applaus. Als Zugabe spielten die Musiker Popps „sizilianisches Ständchen“.

von Silke Leich

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