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Wenn das Bad zum Hindernis wird

Wohnberatung für Pflegebedürftige Wenn das Bad zum Hindernis wird

Unter dem Dach des Sozialen Netzwerkes Kirchhain können Interessierte seit einem Jahr eine fachkundige Beratung zur Wohnraumanpassung erhalten.

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Dieter Bartelmeß (rechts) zeigt, wie ein Badezimmer barrierefrei gestaltet werden kann. Links: Udo Wittekindt und Adelheid Sauer, Vorsitzende des Sozialen Netzwerks Kirchhain.

Quelle: Karin Waldhüter

Kirchhain. Auch im Alter in der eigenen Wohnung bleiben zu können, ist der Wunsch fast aller Menschen. Ziel des Sozialen Netzwerkes Kirchhain ist es, mit verschiedenen Bausteinen Versorgungslücken zu schließen und damit beizutragen, dass Menschen möglichst lange und selbstständig in der eigenen Wohnung und leben können. Dazu bietet das Soziale Netzwerk Kirchhain Hilfen zur Alltagsbewältigung, wie aktivierende Hausbesuche, Begleitung zum Arzt, Behörden oder zum Einkaufen, Mitfahrgelegenheiten, Moment!-Gruppen (mobiles und mentales Training für Demenzerkrankte) oder Hilfen im Haushalt an.

Ehrenamtlich, fachkundig und kostenlos geben Udo Wittekindt und Dieter Bartelmeß seit einem Jahr mittwochs von 10 bis 12 Uhr in den Räumen des Sozialen Netzwerks Kirchhain Antworten auf Fragen, wie Wohnraum frei von Barrieren den geänderten Bedürfnissen angepasst werden kann und informieren über Fördermöglichkeiten. Die Wohnberatung ist ein gemeinsames Angebot des Sozialen Netzwerks Kirchhain, des Seniorenbeirats, der Stadt Kirchhain und heimischer Handwerksbetriebe. Bei Bedarf wird ein Fachmann der Handwerksbetriebe eingeschaltet.

Nutzung des Angebots ist langsam angelaufen

Dieter Bartelmeß ist Architekt mit Zertifizierung der hessischen Fachstelle für Wohnraumanpassung. Udo Wittekindt ist Ingenieur der Fachrichtung Energie- und Wärmetechnik und hat an Weiterbildungen der hessischen Fachstelle für Wohnberatung und an einer halbjährlichen Ausbildung in Bad Hersfeld beim Projekt „WohnBar“ teilgenommen.

Bisher sei die Nutzung des Angebots nur langsam angelaufen, berichten die beiden Ehrenamtlichen. Auch deshalb ist für das kommende Jahr im Februar ein „Markt der Möglichkeiten“ geplant, der Informationen aus einer Hand bieten soll. „Ziel der Veranstaltung ist es, nicht nur ältere Menschen anzusprechen, sondern es müssen die 50- bis 60-Jährigen für das Thema sensibilisiert werden“, sagt Bartelmeß. Für ältere Menschen werde es schnell zu einem Problem, sich mit Förderanträgen auseinanderzusetzen oder einen barrierefreien Umbau in Angriff zu nehmen. „Wir müssen Leute ansprechen, die noch den Elan haben, den Umbau in die Hand zu nehmen“, verdeutlicht Wittekindt. Eine angepasste Wohnung und ein entsprechendes Wohnumfeld können schon zu einem früheren Zeitpunkt sinnvoll sein, wenn man zum Beispiel rechtzeitig vorsorgen möchte.

Markt der Möglichkeiten

Beim „Markt der Möglichkeiten“ werden sich örtliche Firmen für Sanitär- und Innenausbau sowie häusliche Pflege-Dienstleister vorstellen. Dazu gibt es Fachvorträge. So wird Professor Diethelm Bienhaus über technikunterstützte Assistenzsysteme sprechen. Informationen über Zuschüsse für Investitionen runden das Angebot ab.

„Das Bad ist oft der zentrale Raum, in dem für ältere Menschen die Probleme beginnen“, weiß Wittekindt. Und deshalb sei das Bad das A und O, damit alles andere funktionieren könne, ergänzt Adelheid Sauer, Vorsitzende des Sozialen Netzwerks Kirchhain. „Die Pflege der Angehörigen ist harte Arbeit und wenn das Umfeld nicht stimmt, kaum zu bewältigen“, unterstreicht Sauer. Beispielsweise für den barrierefreien Umbau ihres Bades können Pflegebedürftige ab 2015 bei ihrer Pflegekasse einen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro beantragen. Nimmt die Pflegebedürftigkeit zu, kann erneut ein Zuschuss beantragt werden. Fördermittel gibt es auch von der KfW, so die Fachleute.

von Karin Waldhüter

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