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Wenn Geld einnehmen Geld kostet

Kosten Wenn Geld einnehmen Geld kostet

Rauschenbergs Magistrat will einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aufheben, der auf eine Kostenbeteiligung der Vereine bei der Nutzung der Gemeinschaftshäuser für Übungs-, Trainings- und Spielbetrieb abzielt.

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Eigenleister aus Vereinen und dem Ortsbeirat waren zur Stelle, als das Dorfgemeinschaftshaus Albshausen saniert wurde. Zu dem Team, das nicht nur an der Fassade erhebliche Eigenleistungen erbrachte, gehörten (oben von links) Sven Hartmann, Norbert Vollmerhausen, Arndt Vollmerhausen sowie (unten von links) Sören Hartmann und Uwe Hartmann.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Eine entsprechende Beschlussvorlage brachte Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) am Montagabend in das unter Vorsitz von Norbert Ruhl (FBL) tagende Parlament ein.

„Es gab in der Vergangenheit mehrere Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zum Thema Vereine und Gemeinschaftshäuser. Nicht alle haben sich als praktikabel erwiesen“, sagte der Bürgermeister und meinte damit eine Regelung in der aktuellen Benutzungs- und Gebührenordnung für die Gemeinschaftseinrichtungen der Stadt. Nach dieser Ordnung hätte der Magistrat seit Jahren die Vereine, die Gemeinschaftseinrichtungen für ihren Übungs-, Trainings- und Wettkampfbetrieb nutzen, an den Kosten für Wasser, Strom, Heizung und Müll beteiligen müssen.

Erhebliche Eigenleistung

Nach den von Emmerich vorgetragenen Berechnungen der Stadtverwaltung kämen dadurch jährlich 4600 Euro zusammen. „Rechnen wir den Verwaltungsaufwand für die Erhebung dieser Gebühren dagegen, machen wir ein Minus-Geschäft“, erklärte der Kämmerer, der aber noch ein viel stärkeres Argument gegen diese Gebühr ins Feld führte: Eigenleistungen der Vereine für den Erhalt und für die Ausstattung der Gemeinschaftshäuser. Nach einer Erhebung der Stadt wurden in den vergangenen fünf Jahren von Vereinen 3611 Arbeitsstunden für Erhalt und Pflege der Rauschenberger Gemeinschaftshäuser investiert. Darin sind die am Ende 6000 Arbeitsstunden, die Eigenleister beim Ausbau der Kratz‘schen Scheune und für die Fertigstellung des Außengeländes erbracht haben werden, noch nicht eingerechnet. Dazu kommen 12477,99 Euro, die Vereine in diesem Zeitraum in die Ausstattung und Aufwertung der Bürgerhäuser investiert haben.

Ein greifbarer Beleg für diese Erhebung ist der Sitzungsort, das Dorfgemeinschaftshaus Albshausen. Ortsbeirat und Vereine haben sich maßgeblich für die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes engagiert.

Geringe Erhöhung der Nutzungsentgelte

Zugleich sieht die Beschlussvorlage eine geringe Erhöhung der Nutzungsentgelte für die bereits sanierten Rauschenberger Bürgerhäuser vor. So steigen ab 2016 die Mieten für die großen Säle in den Dorfgemeinschaftshäusern Albshausen (200 Euro), Ernsthausen (260 Euro) und Josbach (200 Euro) jeweils um 10 Euro. Der ermäßigte Mietzins liegt jeweils bei der Hälfte.

Da die Parlamentarier noch Gesprächsbedarf sahen, wurde die geplante Änderung der Nutzungs- und Gebührenordnung für die Gemeinschaftseinrichtungen zur Beratung an Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Grünes Licht für größeres Gewerbegebiet

Einstimmig votierten die Stadtverordneten für den Ankauf eines 3547 Quadratmeter großen Grundstücks am Ernteweg zum Quadratmeterpreis von 6,50 Euro. Die Stadt muss die 23055,50 Euro teure Investition tätigen, da das Grundstück als Ausgleichsfläche für die geplante Erweiterung des dortigen Gewerbegebiets benötigt wird. Auf diese Erweiterung ist besonders der in Rauschenberg ansässige Weltmarktführer sw-motech angewiesen (die OP berichtete).

Nach Auskunft des Bürgermeisters hatte die Geschäftsleitung von sw-motech erst am Montag in einem Telefonat die Eigentümer für den Verkauf gewinnen können. So kam das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung.

Mit dem Ankauf dieses Grundstückes werden alle vier für die Erweiterung benötigten Flächen städtisches Eigentum sein, sagte Emmerich.

von Matthias Mayer

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