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Wenn Erwachsene in den Jugendclub kommen

Tobias Wessel live Wenn Erwachsene in den Jugendclub kommen

Im Stadtallendorfer ­Jugendzentrum ist Tobias Wessel immer ein gern ­gesehener Gast. Am ­Samstag gastierte er zum elften Mal im ausver­kauften Café Babylon

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Tobias Wessel aus Gießen spielte in Stadtallendorf die größten Hits aus 50 Jahrzehnten Popmusik-Geschichte. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Eine kleine, aber feine Fangemeinde hat sich der Gießener Musiker Tobias Wessel in Stadtallendorf geschaffen. Alljährlich macht er, immer im Januar, seit elf Jahren Station in Stadtallendorf - und das mit Erfolg, denn seine hautnahen Konzerte in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Café Babylon genießen längst einen legendären Ruf.

Auch am Samstag erwies sich der Vollblutmusiker als ausgezeichneter Alleinunterhalter, der mit seinen zwei Westerngitarren und der Mundharmonika die Luft im Café Babylon zum Vibrieren brachte, viel Ausdauer zeigte und das nimmermüde Publikum mit bekannten Songs von den 50er bis hin zu den 90er Jahren bestens unterhielt.

Das Publikum, überwiegend im besten mittleren Alter angesiedelt, erwies sich als textsicherer Hintergrundchor, der fast alle Lieder - oder mindestens den Refrain - perfekt mitsingen konnte. Dabei blieben die ausgeteilten Percussion-­Instrumente wie Rasseln und Shaker stets im Takt und in Bewegung.

„Das ist Stadtallendorf“, rief Wessel begeistert ins Publikum, der so angespornt ein Lied nach dem anderen anstimmte. Nach gut einer Stunde schweißtreibender Unterhaltung hatten sich Musiker und Publikum dann die erste Pause redlich verdient. Bis dahin hatte Tobias Wessel unter anderen gern gehörte Stücke der Beatles, Rolling Stones, Smokie, Hollies, Cat Stevens und Simon and Gar­funkle mit großem Können präsentiert. Mit Liedern wie „Tambourine Man“ von Bob Dylan, „Mrs. Robinson“ von Simon and Garfunkle, dem „Prison Blues“ von Johnny Cash oder „Bus stop“ von den Hollies traf der Musiker voll den Geschmack des Publikums, das nach fast jedem Song begeistert „Bravo“ rief.

Nicht ohne Stolz stellte Wessel im Verlauf des Abends seine neueste Errungenschaft vor, die er sich im Sommer „gegönnt“ habe, wie er berichtete. Neben seiner sechssaitigen Westerngitarre sorgt seither eine Gitarre mit zwölf Saiten für einen noch volleren Klang.

„Ich komme gerne her, hier ist ein tolles Publikum, die Stimmung ist immer gut und es geht fast schon familiär zu“, erzählt der 46-jährige Gießener im Gespräch mit der OP. Organisiert hatte die Veranstaltung die Stadtjugendpflege in Kooperation mit dem Jugendzentrum. „Wir hätten noch viel mehr Karten verkaufen können“, erzählt Organisator und Stadtjugendpfleger Walter Mengel.

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine stimmungsvolle Musikveranstaltung hat doch einen tieferen Hintergrund, wie Mengel berichtet. „Jugendzentren, die nie von Erwachsenen besucht werden, haben oft einen schlechten Ruf“, berichtet er und wirbt für Transparenz. Doch noch eine weitere Idee steckt hinter der Veranstaltung. Im Jahre 1978 sei der Verein Jugendzentrum gegründet worden, erzählt Mengel. Mit der Veranstaltung wolle man ein Angebot für die fördernden Mitglieder schaffen.

Bei der Organisation des Konzerts wurde Mengel unterstützt von Daniel Witt, der für den Kartenvorverkauf verantwortlich war.

von Karin Waldhüter

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