Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Weißstörche erobern die Fläche

Bruterfolge an drei neuen Stadtorten Weißstörche erobern die Fläche

Die großen Anstrengungen von Initiativen und Bürgern zur Wiederansiedlung von Weißstörchen in unserer Region wurden in diesem Sommer mit spektakulären Bruterfolgen gekrönt.

Voriger Artikel
„Jetzt entfällt manche Zugfahrt“
Nächster Artikel
Vom Randori auf die Rampe

Drei Jungtiere warten im Kleinseelheimer Storchennest geduldig auf ihre Abendmahlzeiten, die die Elterntiere im weiten Umkreis
zusammentragen müssen.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Während in den Storchengebieten Mecklenburg-Vorpommerns Storcheneltern wegen Nahrungsmangels ihre schwächsten Küken aus dem Nest warfen, um die restliche Brut durchzubringen, sieht die Lage für die 29 Jungstörche im Landkreis bestens aus. „Wir haben bislang keine Verluste. Wenn die Jungtiere jetzt einen Futtermangel hätten, würden sie einfach wegfliegen - sie sind alle flugfähig“, sagte Robert Cimiotti gestern der OP.

Der Vogelschutzbeauftragte der Stadt Amöneburg, der zu den Initiatoren des Weißstorch-Projekts zählt, führt den guten Zustand der zum Teil erst spät geschlüpften Jungtiere auf das reichhaltige Nahrungsangebot zurück. Die Regenwürmer fehlten zwar in diesem Sommer auf dem Speisezettel, weil sie bei Trockenheit im Boden blieben. Dafür gebe es Mäuse und Maulwürfe in großer Anzahl.

Radenhäuser Lache ist Storchen-Zentrum

Und bei den Mäusen sind nach Beobachtung des Marburger Ornithologen Professor Martin Kraft „richtige Möpse dabei“, mit denen im Schnabel einige Jungtiere nur mühsam abheben konnten.

Zentrum des heimischen Storchenlebens bleibt die Radenhäuser Lache in der Gemarkung Kirchhain. Dort haben in diesem Sommer fünf Brutpaare 14 Jungvögel großgezogen. In deren Nähe ist an der renaturierten Würft ein beliebter Futterplatz entstanden. Ebenso beliebt ist laut Robert Cimiotti der Mühlgraben bei Rüdigheim. Aber auch fern der Lache sind inzwischen große Storchen-Ansammlungen zu sehen. Professor Martin Kraft hat an der Allna schon 41 Weißstörche gezählt.

In Niederwald soll Storchenmast entstehen

Zur Verbreitung der stolzen Großvögel haben Bruterfolge an neuen Standorten wesentlich beigetragen. In Niederwalgern gab es erstmals seit 1947 Storchennachwuchs. Einen Bruterfolg gab es auch im Erksdorfer Biotop. Brütende Weißstörche hat es in dem Stadtallendorfer Stadtteil seit etlichen Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Und in Kleinseelheim brachte ein Storchenpaar trotz extrem späten Brutbeginns seine drei Küken durch.

Im kommenden Jahr könnten weitere Ortschaften die Storchenlandkarte beleben. Im Storchendorf Ernsthausen sind zwei Storchenmasten noch unbesetzt. Ein weiterer Mast bei Erksdorf wartet auf den Erstbezug. Dazu gibt es laut Robert Cimiotti weitere verwaiste Storchennester in Kirchhain und in Schönbach. Auch der Gittermast an der Lache, dessen Nest von einem Sturm zerstört wurde, blieb nach Revierkämpfen unbesetzt. Im kommenden Jahr soll in Niederwald ein neuer Storchenmast entstehen.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr