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Weindorf erhält den "Ritterschlag"

Heimat- und Soldatenfest Weindorf erhält den "Ritterschlag"

Das Wetter hätte natürlich besser sein können. Doch das tat dem Interesse vor allem am Weindorf am Freitag und Samstag entgegen aller Befürchtungen keinen Abbruch. Rund 2 500 Besucher kamen laut Schätzungen.

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Weindorf-Besucher tanzten zur Musik der „Remember 60‘s Band“ (kleines Foto) auch noch am späten Samstagabend vor der Bühne im Heinz-Lang-Park. Foto: Nico Engler/DSK

Quelle: Nico Engler

Stadtallendorf. Das Weindorf ist etabliert. Wer daran noch Zweifel hatte, wurde vor allem am Samstagabend eines Besseren belehrt. Über die Resonanz bei Temperaturen rund um die 10 Grad Celsius war auch Reiner Bremer überrascht. Er ist Leiter der Fußballabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf, die das das Weindorf seit 2011 ausrichtet. Seiner Schätzung nach kamen rund 1500 Besucher, viele blieben bis weit nach Mitternacht. „Für unser Weindorf ist das wie ein Ritterschlag“, freute sich Bremer in einer ersten Bilanz. Am Freitagabend, traditionell der schwächer besuchte Auftakt, waren es immerhin auch noch rund 1000 Gäste. Am Freitag spielten die „Skyliners“, am Samstag die „Remember 60‘s Band“. Vor allem aber war das Weindorf wie beim Original am Stadtallendorfer Hessentag wieder ein Ort des Austauschs. Im Rückblick ist die Stadt auch mit der Resonanz beim Seniorennachmittag sehr zufrieden. Bürgermeister Christian Somogyi und Landrätin Kirsten Fründt hatten aufgrund einer Wettschuld dort Kaffee und Kuchen verkauft. „Und wir hatten einen Rekordverkauf an diesem Nachmittag“, freut sich Bremer, der auch für die Stadtverwaltung an der Organisation beteiligt ist.

Die Division Schnelle Kräfte (DSK) stellte am Samstag ein fast fünf Tonnen schweres Kettenfahrzeug aus. Der zweigeteilte „Husky“ zog die Aufmerksamkeit etlicher Besucher auf sich. Viele Familien blieben am Stand der Bundeswehr stehen, erkundigten sich über die Technik und kletterten zum Teil sogar in den Innenraum, um Erinnerungsfotos zu schießen. Stabsfeldwebel Ilja Eisenbarth stand den Interessierten Rede und Antwort. „Wir verwenden das Fahrzeug vor allem zum Material- und Truppentransport“, erklärte er. Ohne Ausrüstungen fänden etwa zehn Personen im hinteren Wagen Platz. „Der große Vorteil ist, dass er durch Heck- und Frontantrieb und breite Laufbänder überall durchkommt. Er kann sogar schwimmen“, so Eisenbarth. Nur zum Gefecht ist das Fahrzeug ungeeignet, denn die Außenverkleidung und Türen sind nicht gepanzert. Seit der Auflösung des Luftlande-Fernmeldebataillons befinden sich nur noch wenige Gefechtsfahrzeuge am Standort. Das könnte sich nach der Ankunft der Logistikkompanie aus Unna wieder deutlich verändern.

Rund 800 Schüsseln Erbsensuppe verkauft

Am Sonntagmorgen schlug zunächst die Stunde der Läufer. Die Turn- und die Leichtathletikabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf richtete den Stadtlauf aus (die weitere Berichterstattung hierüber lesen Sie auf „Sport“).

Moderator Herbert Köller war weithin zu hören, wenn er mal wieder darum bat, die Laufstrecke freizuhalten. Knapp 240 Starter gingen auf die Strecke, darunter Mitarbeiter von Ferrero und der Eisengießerei Fritz Winter sowie 18 Soldaten der DSK. Unter ihnen war auch Divisionskommandeur Eberhard Zorn, mit Bürgermeister Somogyi einer der beiden Schirmherren des gesamten Festes.

Wem es angesichts von Temperaturen nahe der Zehn-Grad-Marke fröstelte oder wer schlichtweg Hunger hatte, kam an den Stand der Bundeswehr. Dort gab es Erbsensuppe, eine Konstante beim Heimat- und Soldatenfest. Rund 800 Portionen gingen dieses Jahr über die Theke, etwas mehr noch als im Vorjahr. „Wir kochen die Suppe original in unserer Feldküche“, erzählte Generalmajor Zorn beim Besuch an der Ausgabestelle. Die Großküche in der Kaserne untersteht seit Längerem nicht mehr direkt der Bundeswehr.

Zorn hatte sich am Wochenende viel Zeit für das Heimat- und Soldatenfest genommen; er verlässt Stadtallendorf demnächst. „Es war ein schönes Fest, für jeden war etwas dabei“, so sein Fazit des Wochenendes. Auch Bürgermeister Somogyi äußerte sich zufrieden.

Zufrieden war auch die Polizei. Es habe keinerlei besondere Vorkommnisse während des Festes gegeben, hieß es gestern auf Anfrage von der Station in Stadtallendorf. Die Kombination mit dem Vergnügungspark am Stadionparkplatz hat sich aus der Organisatorensicht wieder bewährt. Selbst beim ein oder anderen Regenschauer am Sonntagnachmittag pendelten noch Besucher dorthin. Rund 100 Gäste lauschten derweil den Stadtallendorfer Musikanten bei ihrem Blasmusikkonzert. Auch die beiden Weinstände, seit dem Jubiläums-Hessentag dabei, hatten geöffnet.

Wer am Montag noch Lust auf Weiterfeiern oder viel mehr auf den „Breakdancer“ und andere Fahrgeschäfte hat, der sollte am Nachmittag den Vergnügungspark ansteuern. Dort gelten am „Familiennachmittag“ laut den Veranstaltern reduzierte Eintrittspreise.

von Michael Rinde

und Yanik Schick

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