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Wehren bekämpfen "Brand" im Werk

Großübung Wehren bekämpfen "Brand" im Werk

Die Werkfeuerwehren der Firmen Ferrero und Winter übten gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr der Kernstadt den gemeinsamen Einsatz.

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Auf dem Werkgelände von Ferrero probten drei Feuerwehren die Zusammenarbeit im Ernstfall. Kleines Foto: Mit dem Plasma-schneider wurde ein Stapler zerlegt. Fotos: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Bei dem angenommenen Szenario ist es in einer Halle der Firma Ferrero bei Schweißarbeiten zu einer Explosion mit rascher Brandausbreitung gekommen. Es werden einige Personen vermisst. In dem anderen Hallenteil war ein Staplerfahrer mit einem Kollegen dabei, Neonröhren in der Deckenbeleuchtung auszuwechseln. Der Staplerfahrer geriet in Panik, wodurch sein Fahrzeug von einer Rampe fiel und beide Personen unter dem Stapler eingeklemmt wurden. Die Werkfeuerwehr geriet, so die Annahme, aufgrund des Schadensausmaßes an ihre Grenzen, sodass die Leitstelle des Kreises informiert wurde, um Verstärkung zu bekommen. Wie für solche Fälle vorgesehen, wurden die städtische Feuerwehr und die Werkfeuerwehr der Eisengießerei Winter alarmiert.

Nacheinander trafen immer mehr Feuerwehrfahrzeuge an der vermeintlichen Brandstelle ein. Insgesamt waren es zwölf Fahrzeuge. Sie reichten von Einsatzleitfahrzeugen über einen großen Kranwagen und diverse Löschfahrzeuge bis zum Spezialfahrzeug zur technischen Hilfeleistung. 60 Feuerwehrfrauen und -männer waren im Einsatz und entweder mit der Vermisstensuche, der Menschenrettung oder den Löscharbeiten beschäftigt. Etliche Trupps legten Atemschutz an, um dann in der total verrauchten Halle, teilweise mit dem Einsatz der Wärmebildkamera, nach den Vermissten zu suchen. Was für den unbedarften Beobachter zunächst wie ein wildes Durcheinander aussah, wurde durch kurze Anweisungen über Funk oder persönlich sehr schnell in geordnete Bahnen gelenkt. Bald wurde auch für den Laien ersichtlich, welche Aufgaben von den einzelnen Trupps zu erledigen waren.

Alter Stapler darfzerlegt werden

Menschenrettung hat zwar immer Vorrang, aber durch die Anzahl der Feuerwehrleute und der Fahrzeuge konnte parallel mit dem Löschen begonnen werden. Während die einen möglichst schnell und überlegt den Gabelstapler anhoben, um die eingeklemmten Personen zu befreien, durchsuchten andere unter Atemschutzgeräten die Halle nach vermissten Personen ab. Aus luftiger Höhe wurde mittels des Krans von oben gelöscht, während viele andere Schläuche in die Halle führten.

Ein Aufatmen war zu spüren, als die vermissten Personen alle gefunden und ins Freie befördert waren und der Brand unter Kontrolle war. Für die Ausbildung der Feuerwehrleute war es ein Highlight, dass sie den ausgesonderten Gabelstapler mit dem modernen Plasmaschneider zerlegen durften. Andere technische Geräte kamen bei dem Anheben des Staplers zum Einsatz. Alle Frauen und Männer der beiden Werkfeuerwehren sind gleichzeitig auch bei den Einsatzabteilungen in ihrer Heimatgemeinde aktiv. Die gemeinsame Übung wird einmal jährlich veranstaltet. „Wichtig ist das gemeinsame Üben, damit Mängel erkannt und abgestellt werden und im Ernstfall niemand zu Schaden kommt beziehungsweise die Schäden möglichst gering gehalten werden“, sagte Bürgermeister Christian Somogyi. Timo Bienko vom Regierungspräsidium, von dem Dezernat, das die Aufsicht über den Brandschutz und den Katastrophenschutz führt, erklärte: „Die heutige Übung hat gezeigt, dass die Werkfeuerwehren der Firma Ferrero und der Eisengießerei Fritz Winter und die Freiwillige Feuerwehr Stadtallendorf fähig genug sind, um ein derartiges Szenario abzuarbeiten. Die Ausbildungsstände in der technischen Rettung, der Menschenrettung und der Brandbekämpfung sind gut.“

Es gebe natürlich ein Verbesserungspotential, meinte Bienko. Er sprach aber auch lobend von einem „Vorbildcharakter im Landkreis“ bei der Zusammenarbeit der Wehren.

von Klaus Böttcher

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