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Riesenandrang auf Theater Wegen Überfüllung geschlossen

Einen vergnüglichen Abend verlebten mehr als 200 Besucher der ersten Theateraufführung um Liebe und List im Gerberviertel anlässlich der Stadtrechteverleihung an Rauschenberg vor 750 Jahren.

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Der Plan des Gauklers Fidelio (Mitte, Frank Simolka) geht auf: Seine Schwester Fidelia (Jessica ­Wöber) wird dem Gerbersohn Peter schöne Augen machen. Dessen Freund Karl (links, Paul Luwig) ahnt nichts Gutes. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Der Run auf die Aufführung war beispiellos. Bereits eine Stunde vor Beginn waren alle Sitzplätze in der Kratz‘schen Scheune besetzt. Schnell holten die Ensemble-Mitglieder des „Theaters vom Bau“ noch weitere Sitzgelegenheiten herbei, doch das reichte immer noch nicht. So mussten am Ende mehr als 50 Interessierte auf die kommende Aufführung vertröstet werden.

Das Theaterstück „Das Gauklerlied“ - im Ursprung von Nele Neumann und Sandra Ordelheide für die Stadt Weinheim geschrieben - versetzt die Besucher in das Jahr 1566. Man feiert das 300-jährige Stadtjubiläum in Rauschenberg. Alle sind fröhlich, nur Gerbersohn Peter, gespielt von Alexander Schein, kann dem munteren Treiben in der Stadt an der Wohra nur ­wenig abgewinnen. Er liebt Marie, die reiche Kaufmannstocher, glänzend interpretiert von Elisabeth Kreyling, die immer wenn es zur Situation passte, ihren träumerischen Mädchenblick gen Himmel richtete. Doch diese Beziehung ist zur damaligen Zeit undenkbar, und deshalb treffen sich die Liebenden nur im Geheimen. Maries Mutter (Irmgard Schein) will eine standesgemäße Hochzeit ihrer Tochter. Ihr wäre Friedrich, der Sohn des Rentmeisters (Joachim Fokuhl), schon recht.

Mit dem Eintreffen der Gaukler, Tandler und Spielleute zum Stadtfest kommt die Geschichte so richtig in Fahrt. Gauklerchef Fidelio, gespielt von Frank ­Simolka, dem diese Rolle wie auf den Leib geschrieben zu sein scheint, wittert seinen Vorteil. Er versucht, Marie und Peter auseinanderzubringen und kassiert sowohl bei Maries Mutter wie auch bei Friedrich, der ein Auge auf Marie geworfen hat, kräftig ab.

Fidelio beauftragt seine Schwester Fidelia, gespielt von Jessica Wöber, die ein tolles Bühnendebüt feierte, Peter schöne Augen zu machen. Nicht ahnend, dass daraus mehr entstehen könnte. Letztlich geht sein Plan - etwas anders als gedacht - auf. Peter verlässt mit seinem Freund Karl (Paul Ludwig) das heimatliche Rauschenberg und zieht mit Fidelia und den Gauklern fort.

Helmut Wittekindt steht seit 50 Jahren auf der Bühne

Außerdem spielten mit Ute Ahmad und Helmut Klingelhöfer als Peters Eltern, Debütant Paul Maus, Michaela Dörr­becker (als Piralina, Fidelios Frau), Johanna Trinkl (als Elsa, Maries Freundin), sowie Claudia und Mathilda Simolka, Sabine Fries (alles Rauschenberger Bürgerinnen), die Gaukler Linus Simolka, Karolin Kreyling, Lea Szabo und Sarah Schein, die auch das attraktive Bühnenbild entworfen und in vielen Stunden gezeichnet hat.

Geschichtliches zu Rauschenberg trug Rentmeister Helmut Wittekindt zu Beginn des 2. Akts vor, der bereits bei der 700-Jahrfeier in 1966 in einem Theaterstück mitwirkte und somit nach 50 Jahren ein seltenes Bühnenjubiläum feierte.

Livemusik gab es von Gereon Muckelmann. Nur wenig im Einsatz: Souffleuse Andrea Kreyling. Richtig gefeiert wurde Tim Fries, dem allseits ein überaus gelungenes Regiedebüt ­attestiert wurde.

Nachdem der große Schlussapplaus verklungen war, setzten sich die Darsteller noch einmal kurz zusammen und beschlossen, wegen der großen Nachfrage eine weitere Aufführung für den heutigen Freitag um 16 Uhr in der Kratz‘schen Scheune einzuschieben. Um 20 Uhr folgt dort die ohnehin geplante Aufführung.

Heute in Rauschenberg

14 bis 18 Uhr: Sport und Spiel für große und kleine Rauschenberger zwischen Sporthalle und Freibad.

16 bis 18 Uhr: Zusatzaufführung in der Kratz‘schen Scheune „Das Gauklerlied - Liebe und List im Gerberviertel“, Theater vom Bau.

20 bis 22 Uhr: Reguläre Aufführung in der Kratz‘schen Scheune „Das Gauklerlied - Liebe und List im Gerberviertel“, Theater vom Bau.

von Heinz-Dieter Henkel

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