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Weg von den Computern, hin zu Tieren

Ferienspiele Stadtallendorf Weg von den Computern, hin zu Tieren

Zwei Wochen lang tobten die Kinder über das Gelände des Jugendzentrums und unternahmen Tagesausflüge. Doch wie es in Stadtallendorf mit den Ferienspielen weitergeht, ist offen.

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Eine Sanitäterin zeigt Wilemide (von links), Liah, Felix und Nicolas (hinten), welche Werte sie mithilfe der Elektroden ermitteln kann.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Eine hellblaue Kappe mit der Aufschrift des eigenen Namens nehmen alle Jungen und Mädchen als Erinnerung an die Ferienspiele mit nach Hause. 72 Kinder waren es insgesamt, darunter viele neue Gesichter, erklärte Ute Grigoleit am Ende der zwei Wochen. Die Kappen hatten ihr und den zehn Betreuern geholfen, schnell die Namen der zahlreichen jungen Teilnehmer zu lernen.

Und es hätten - der Nachfrage zufolge - sogar noch viel mehr Kinder bei den Ferienspielen sein können. Etliche Anmeldungen landeten in diesem Sommer auf der Warteliste der Organisatorin, doch mehr als 72 konnte Grigoleit aus Kostengründen nicht annehmen. Schließlich müssen inzwischen auch die Betreuer den gesetzlichen Mindestlohn statt nur einer Aufwandsentschädigung erhalten, und das schlägt auf den städtischen Etat für die Ferienspiele (die OP berichtete). Im Vergleich zum Vorjahr bekamen deshalb zwölf Kinder weniger einen Platz.

Das umfangreiche Angebot während der zwei Wochen hatte derweil nicht unter der neuen Mindestlohn-Regelung gelitten. Die insgesamt neun Gruppen beschäftigten sich in erster Linie mit dem Thema „Tiere“. Sie machten Großausflüge in den Vogelpark nach Schotten oder zu Hof Fleckenbühl, begutachteten Kühe in Erksdorf aus direkter Nähe und durften selbst auf Pferden reiten.

Unter der Obhut von Nils Adamsky, Franziska Bahnmüller, Rebecca Bühl, Anika Busch, Marina Dippel, Jacqueline Kremer, Celina und Dominik Lubach, Lisa Segendorf sowie Mirihban Yesiltepe bekamen die Kinder nicht nur einiges an Unterhaltung geboten, sondern lernten auch jede Menge rund um die Welt der Tiere.

Kanufahren, Töpfern oder ein Eis essen

Stadtjugendpflegerin Ute Grigoleit lag besonders viel an diesem Thema: „Viele Kinder hängen in den Ferien ja nur vor dem Computer“, sagte sie, „die wenigsten hingegen spielen den ganzen Tag draußen. Und genau das machen wir hier.“

Wer nach einigen Tagen genug über das Leben der Tiere erfahren hatte, für den stand darüber hinaus ein abwechslungsreiches Programm bereit. Einige töpferten, andere fuhren Kanu - und am vorletzten Tag kamen Sanitäter des DRK am Jugendzentrum vorbei und zeigten den Kindern, wie man den Blutdruck misst oder schwere Verletzungen behandelt. Stadtallendorfs Erster Stadtrat Otmar Bonacker machte sich nach dem Mittagessen beim Nachwuchs beliebt und verteilte Eis. Dieser gelungene Abschluss tröstete bei Ute Grigoleit dennoch nicht so ganz darüber hinweg, dass die Zukunft der seit 24 Jahren stattfindenden Ferienspiele angesichts der finanziellen Situation noch offen ist. Derzeit sei der Etat für die Personalkosten schlicht zu niedrig angesetzt, um die zweiwöchige Veranstaltung für den kommenden Sommer aufrechtzuerhalten.

Bürgermeister Somogyi hatte bereits angedeutet, dass eine Entscheidung noch im Herbst fallen könnte. Das Stadtparlament hatte sich in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien bereits mit der Problematik, die auch die Freizeit in Bad Kissingen betrifft, auseinandergesetzt (die OP berichtete).

von Yanik Schick

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