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Weg ins Nichts bleibt ein Thema

Anzefahrer Eisenbahnbrücke Weg ins Nichts bleibt ein Thema

Der Ausschussvorsitzende Professor Erhard Mörschel wollte das Thema „Anzefahrer Eisenbahnbrücke“ eigentlich von der Tagesordnung nehmen. Dann wurde doch ausführlich über das Thema gesprochen.

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Hier geht‘s nicht weiter: Anzefahrs Ortsvorsteher Peter Thiel steht an der Einmündung des nicht mehr nutzbaren Wegs. Links ist ein schmaler Dienstweg, der Bürgersteig ist gegenüber.

Quelle: Matthias Mayer

Anzefahr. Der Christdemokrat begründete für den Kirchhainer Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr den Verzicht zum Tagesordnungspunkt mit der sperrigen Bezeichnung „Gleichrangige Abwägung der Belange aller Verkehrsteilnehmer bei Neu- und Umbauten verkehrlicher Anlagen durch Hessen Mobil“ mit der Absage eines Vertreters von Hessen Mobil, der zu diesem Punkt geladen worden war.

Auf Intervention des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Reiner Nau wurde dieser Punkt dann doch erneut beraten. Nau wollte insbesondere dem Anzefahrer Ortsvorsteher Peter Thiel Gelegenheit geben, die Position des Anzefahrer Ortsbeirats zu erläutern.Worum geht‘s?

Im Auftrag des Landkreises hat Hessen Mobil nach einem extrem langen Vorlauf, den die Deutsche Bahn zu verantworten hat, die in diesem Frühsommer erfolgte Sanierung der Brücke über die Main-Weser-Bahn geplant.

Thiel: Haben sofort reagiert

Im Zuge der Bauarbeiten wurde ein von der Weidegasse parallel zur Kreisstraße 31 zum nördlichen Brückenkopf führender Fuß- und Radweg durch eine hüfthohe und zweireihige Leitplanke abgeriegelt. Seitdem führt der Weg ins Nichts.

Der Ortsbeirat und das Stadtparlament wollen, dass die alte Wegebeziehung wieder hergestellt wird. Dazu müssten die Schutzplanken am jetzige Ende des Weges und auf der gegenüberliegenden Seite auf einigen Metern geöffnet werden. Auf der anderen Seite des Brückenkopfs ermöglicht ein zwischen 1,50 und 1,30 Meter breiter Fußweg Fußgängern das Passieren der Brücke.

Beim Ortstermin mit dieser Zeitung erläuterte Peter Thiel die Situation. Beim Bau der Brücke Ende der 60er Jahre sei der Weg als „Viehweg“ angelegt worden, um Fußgängern, Radfahrern und der Landwirtschaft den Weg über die Kreisstraße 31 zu ersparen.

Diese Funktion habe der Weg bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten auch erfüllt. Unter anderem sei er bis zuletzt von einem Schäfer genutzt worden. „Deshalb hat der Ortsbeirat auch sofort reagiert, als wir am 27. November 2014 über die Stadt von den Hessen-Mobil-Plänen erfahren haben.

Planung erfolgte rechtskonform

Am 1. Dezember formulierten wir unsere Bedenken gegenüber dieser Planung und reichten sie über die Stadt an Hessen Mobil weiter“, berichtete Peter Thiel. Der Ortsvorsteher zeigte sich darüber enttäuscht, dass der telefonisch und schriftlich vorgetragene Wunsch des Ortsbeirats nach einem Ortstermin mit Hessen Mobil unerfüllt geblieben sei - auch als dieser über die Stadt vorgetragen worden sei.

Die Kommunikation mit Hessen Mobil sei nicht direkt, sondern immer nur über die Relaisstation Stadtverwaltung Kirchhain erfolgt, klagte Peter Thiel. Diesem Umstand ist es möglicherweise auch zu verdanken, dass die Stadt Kirchhain gegen die nun kritisierte Planung „keine Bedenken geäußert hat“, wie der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow am 30. Oktober an Reiner Nau schrieb.

Aus diesem Schreiben geht die ganze Crux der Angelegenheit hervor: Die Verwaltung hat rechtskonform geplant, die gültigen Bestimmungen umgesetzt. Nichts anderes darf und muss man von einer Bauverwaltung erwarten - auch wenn das Ergebnis dieser Vorgaben optisch hässlich und sich für Fußgänger und Radler am Rande der Zumutbarkeit bewegt - nicht nur in Anzefahr.

Zachow-Vorschlag reicht Ausschuss nicht

„Die Verärgerung im Dorf ist groß. Wir müssen über die Kreisstraße laufen oder einen Umweg in Kauf nehmen“, sagte Peter Thiel vor dem Ausschuss. Er stellte eine Resolution des Ortsbeirats vor, deren Ziel es ist, dass die Schutzplanken so verändert werden, dass der extra für die Brücke angelegte Weg wieder von allen Verkehrsteilnehmern uneingeschränkt genutzt werden kann.

Marian Zachow hatte in seinem Brief an Reiner Nau die Bereitschaft des Landkreises signalisiert, die Schutzplanken an der Schmalstelle des Gehweges so zu versetzen, dass dieser durchgängig das Norm-Maß von 1,50 Meter erreicht.

Der Ausschuss war sich darin einig, dass dies allein nicht reicht. Stadtrat Dr. Christian Lohbeck (FDP) sprach von einer nur marginalen Verbesserung. Harald Kraft (SPD) sagte, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe. Ansprechpartner sei der Kreis, nicht Hessen Mobil.

Reiner Nau erklärte, dass die Stadt mit einem guten Vorschlag in die Gespräche gehen müsse. Erhard Mörschel warb dafür, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Bevor diese nicht gefunden ist, soll es nach dem Willen der Beteiligten aus dem Ausschuss und dem Anzefahrer Ortsbeirat keine Veränderungen an der Brücke geben.

von Matthias Mayer

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