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Wasserversorgung spült Geld aus Kasse

Investitionen Wasserversorgung spült Geld aus Kasse

Der erste Bauabschnitt ist abgehakt, der zweite sollte in diesem Jahr folgen - doch die Sanierung der Amöneburger Wasserversorgung ist aufwendiger, als ursprünglich angenommen.

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Vor vier Jahren nahmen die Kommunalpolitiker bereits die Amöneburger Wasserversorgung unter die Lupe.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Die Wasserleitung hoch auf den Berg war zu schmal und noch dazu marode. Im vergangenen Jahr ließ die Stadt sie daher zwischen dem Pumpwerk „Kesselgasse“ bis unterhalb der Basalt-Steilwand erneuern. Schon da war klar, dass damit das Projekt nicht abgeschlossen ist. Eigentlich sollte es eine neue Steigleitung und eine direkte Einspeisung des Wassers ins Ortsnetz der Altstadt am untersten Punkt geben. Zudem war geplant, den Hochbehälter außer Betrieb zu nehmen. Kosten insgesamt: 750000 Euro. Nun steht allerdings fest: Es müssen noch viele weitere Bauabschnitte folgen - und die Kosten steigen auf rund zwei Millionen Euro.

Sie hätten zahlreiche Messungen unternommen und die Wasserversorgung der Kernstadt ganzheitlich betrachtet, ließen die Mitarbeiter eines Fachbüros die Mitglieder des Bauausschusses wissen. Nun stehe fest: Was bisher geplant war, reiche nicht aus. Das liege nicht daran, dass sie in der Planung geschludert hätten, betonten sie: Das Erforschen des verästelten Netzes sei schlicht aufwendig gewesen - und noch dazu schwierig, da die vorliegenden Unterlagen­ mangelhaft waren. Ein großes Manko sei der in den Wasserleitungen herrschende, viel zu niedrige Druck - der besonders dann zum Problem werden könne, wenn in der Altstadt Löschwasser entnommen werden müsse: Dann bricht aller Voraussicht nach die Trinkwasserversorgung zusammen. An einigen Stellen ist der Durchmesser der Wasserleitungen zu gering. Hinzu kommt, dass der Hochbehälter saniert werden muss - dessen Substanz laut Experten eigentlich noch gut ist. Daher schlagen sie vor, aus Polyethylen (einem thermoplastischen Kunststoff) quasi einen zweiten Behälter in den ersten hineinzubauen. Außerdem wollen sie einen zweiten Hochbehälter bauen - was nicht nur die Wasserversorgung verbessern und mehr Sicherheit bedeuten, sondern auch Reinigungs- oder Sanierungsarbeiten erleichtern würde.

Stadt will noch eine zweite Meinung einholen

Die Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro, die wohl notwendig werden, um das Netz schrittweise bis zum Jahr 2020 auf den neuesten Stand zu bringen, könnten auch noch geringer ausfallen, orakelten die Fachmänner. Bürgermeister Michael Plettenberg warf ein, dass die Stadt das Projekt nicht nur leisten müsse, sondern angesichts der finanziellen Lage auch leisten könne - auch wenn er über die Summe nicht begeistert sei.

Sieben verschiedene Sanierungsvarianten liegen den Amöneburgern vor - eine hat das Fachbüro als sinnvollste herausgepickt. Die Stadt will aber auch noch ein zweites Expertenteam heranziehen, um sich eine weitere Meinung einzuholen: „Das ist schließlich ein äußerst komplexes Thema“, so der Bürgermeister.

Ewald Schick (FWG) gab zu bedenken, dass die älteren Wasserleitungen einem erhöhten Druck nicht Stand halten könnten. Die Fachmänner raten daher Hausbesitzern, Druckminderer einzubauen, um den Druck regulieren zu können. Bauamtsleiter Volker Lehfeld warf ein, dass es um eine Erhöhung von rund 1,5 bar gehe und die Gefahr relativ gering sei. Es soll aber, wenn es so weit ist, eine Bürgerversammlung geben, in denen die Amöneburger alle notwendigen Informationen erhalten.

Einstimmige Zustimmung des Ausschusses

Die Mitglieder des Bauausschusses sollten beschließen, die für dieses Jahr für die Sanierung eingeplanten 375.000 Euro für andere Teilarbeiten an der Wasserversorgung als ursprünglich vorgesehen freizugeben. Dies taten sie dann auch einstimmig.

Und so werden in diesem Jahr rund 308.000 Euro für die Vergrößerung der Leitung zwischen dem Messschacht an den Aussiedlerhöfen und dem Pumpwerk fällig sowie 5.000 Euro für zwei Schieberkreuze und 10.000 Euro für eine Druckminder­anlage.

von Florian Lerchbacher

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