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„Was zählt, ist nur der Preis“

Nahwärme-Genossenschaft sucht Interessenten „Was zählt, ist nur der Preis“

Der erste Bauabschnitt für das Rauschenberger Nahwärmenetz geht seiner Vollendung entgegen. ­Gebaut wird nur noch in der Straße Im Sand. Und diese Baustelle soll noch vor Weihnachten Geschichte sein.

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In der Straße Im Sand wurden die letzten Meter Nahwärmeleitungen für das Rauschenberger Netz verlegt.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Das teilte Helmut Schmid, Sprecher des Vorstandes der Genossenschaft Nahwärme Rauschenberg, auf OP-Anfrage mit. „Es geht nur noch um die letzten Meter“, sagte Helmut Schmid. Der Fortgang der Arbeiten war zuletzt witterungsbedingt ins Stocken gekommen.

Ursprünglich sollten die Arbeiten im Spätsommer bei besserem Bauwetter erledigt werden. Dem stand jedoch die Sanierung der Landesstraße zwischen Kirchhain und Rauschenberg im Weg. Während dieser Bauphase wurde die Straße Im Sand als Umleitungsstrecke benötigt.

Die mit dem Nachhaltigkeitspreis 2016 ausgezeichnete Genossenschaft sehnt das Bauende herbei, und das nicht nur, damit die letzten Genossenschaftsmitglieder ans Netz angeschlossen werden können. 164 Haus-Übergabestationen befinden sich bereits entlang der Trasse des ersten Bauabschnitts, 120 Häuser werden bereits mit CO2-neutral erzeugter Nahwärme in der ersten Bioenergiestadt Hessens versorgt.

Helmut Schmid erhofft sich von einem komplett fertigen und störungsfrei funktionierenden Netz einen Schub für den zweiten Bauabschnitt, an den im Grundsatz die ganze obere Altstadt angeschlossen werden kann. Damit dies gelingt, muss es für alle Straßen und Gassen eine ausreichend hohe Anschlussdichte geben. Der Grundsatz gilt: Je größer die Anschlussdichte, umso wirtschaftlicher ist der Betrieb eines Nahwärmenetzes und umso niedriger ist der Wärmepreis, den die Genossenschaftsmitglieder während der Generalversammlung selbst bestimmen.

Holzhackschnitzel-Ofen bekommt Elektrofilter

Helmut Schmid deutete gegenüber der OP an, dass das Interesse am zweiten Bauabschnitt nicht mit dem Run auf den ersten Abschnitt mithalten kann. Wie bei so vielen geplanten Nahwärmeprojekten mache der derzeitig niedrige Ölpreis auch der Rauschenberger Genossenschaft zu schaffen. „Was zählt, ist nur der Preis“, spricht Helmut Schmid aus Erfahrung. Und da nach den jüngsten Beschlüssen der Opec-Länder zur Drosselung der Öl-Förderung der Ölpreis wieder steigt, zeigt er sich zuversichtlich, dass sich für das Projekt so viele Nahwärme-Abnehmer finden, dass die unverzichtbare staatliche Förderung gezahlt wird. Schon jetzt werde an Trassen getüftelt.

Kein Problem sieht Helmut Schmid für das derzeit laufende Genehmigungsverfahren für das Holzhackschnitzel-Heizwerk am Festplatz. Durch den Einbau von Elektrofiltern sehe sich die Genossenschaft auf der sicheren Seite.

von Matthias Mayer

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