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Was lange quälte, wird endlich gut

Anzefahr Was lange quälte, wird endlich gut

Jahrzehntelang musste die Anzefahrer Wehr mit einer Garage als Feuerwehrgerätehaus auskommen. Das hat nun bald ein Ende: Noch im September soll der Spatenstich für ein neues Gebäude erfolgen.

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Der stellvertretende Ortsvorsteher Bertram Schmitt (von links), Wehrführer Sebastian Rhiel und Bürgermeister Jochen Kirchner freuen sich über den Baubeginn im September.

Quelle: Weigel

Anzefahr. Die Pokale stapeln sich in dem kleinen Raum, der vielleicht gerade einmal zehn Quadratmeter misst. Kaum zu glauben, dass in diesem Zimmerchen die Anzefahrer Wehr ihre Schulungen abhält. „Das ist schon eine Zumutung, aber wir kennen es ja gar nicht anders“, sagt Anzefahrs Wehrführer Sebastian Rhiel.

Nicht nur der improvisierte Schulungsraum im Keller des alten Gemeindehauses ist ein echtes Problem für die Wehr. Seit den 70er Jahren dient den Feuerwehrleuten lediglich eine kleine Garage als Gerätehaus. Dort sind die Spinde und ein Fahrzeug untergebracht – das andere steht auf dem Hof. „Unsere Ausrüstungsgegenstände sind im ganzen Dorf verteilt“, erzählt Wehrführer Rhiel.

Bereits seit den 80er Jahren gab es bei der Stadt Kirchhain Pläne, eine Lösung für das Problem zu finden. Bisher vergebens. Doch das hat nun ein Ende. „Die Situation war ja so nicht mehr tragbar“, betonte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner während der Anzefahrer Ortsbeiratssitzung am Montag. „Das Projekt wurde in den vergangenen Jahren nie richtig geplant“, sagte Kirchner. Ein Förderbescheid über 185.000 Euro im Jahr 2000 habe dann alle noch einmal „wachgerüttelt“. Kirchner lobte ausdrücklich die Feuerwehr, die das Projekt daraufhin noch einmal detailliert durchgeplant hatte. „Das war eine Spitzenleistung“, betonte der Bürgermeister.

Kirchhains Bauamtsleiter Volker Dornseif stellte die Pläne für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses am Anzefahrer Festplatz vor. Rund 600 Quadratmeter Fläche soll das Gebäude haben. Eine rund vier Meter hohe Halle soll auf einer Fläche von rund 125 Quadratmetern ausreichend Platz für beide Fahrzeuge bieten. Ein Schulungsraum, ein Jugendraum und ein weiterer großer Raum gehören ebenso zum Gebäude wie ein Alarmflur.

„Wir haben hier zudem einen Umkleideraum für Herren und – weil es immer häufiger auch Frauen in der Wehr gibt – auch einen Umkleideraum für Damen“, erklärte Dornseif. Natürlich stehen dann den Brandbekämpfern auch Duschen und eigene Toiletten zur Verfügung – ein Luxus, den sie bislang nicht kannten. Bisher nutzten sie die Toilette im Keller des Gemeindehauses oder im Kindergarten.

Insgesamt 500.000 Euro kostet der Neubau des Gebäudes, 185.000 Euro kommen aus einem Fördertopf, 315.000 Euro der Gesamtsumme trägt die Kommune. Dafür veranschlagte die Stadt 40.000 Euro im Haushaltsplan 2009. Für das Jahr 2010 sind noch einmal 460.000 Euro vorgesehen.

„Wir müssen sparen, wo wir können“, sagte Dornseif und appellierte deshalb an das Engagement der Anzefahrer Feuerwehrleute. Aus seinen Erfahrungen mit anderen Projekten könne er sagen, dass es möglich sei zwischen 75.000 und 100.000 Euro durch Eigenleistung einzusparen. „Das ist machbar“, betonte Dornseif.
Die zahlreichen Anwesenden der Sitzung – darunter auch Feuerwehrleute sagten zu, bereits nach der Kirmes – am ersten Septemberwochenende – mit den Bauarbeiten beginnen zu wollen. In reiner Eigenleistung soll dann schon einmal die Bodenplatte gebaut werden – allein dies hat eine Einsparung von 25.000 Euro zur Folge.

von Nadine Weigel

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