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Was Genaues weiß man nicht

Teichanlage Iglauer Weg Was Genaues weiß man nicht

Heute um 19.30 tagt die Stadtallendorfer Stadt­verordnetenversammlung. Ein gewichtiges Thema wird die Sanierung des Teiches am Iglauer Weg sein.

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Der Teich am Iglauer Weg verbirgt unter seiner Sohle manche Überraschung, die die Sanierungkosten schnell in die Höhe schießen lassen können. Für die aktuelle Kostenschätzung 400 000 Euro gibt‘s keine Gewähr. Fotos: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Laut Antragstext des Magistrats sollen die Stadtverordneten ihren Beschluss vom 14. Juli 2016 zur Umgestaltung der Grünanlage Iglauer Weg in Form einer Rasenmulde aufheben und zugleich die Umgestaltung nach der „Variante C“, die einen Erhalt des Teiches vorsieht, zu genehmigen. Im Bauausschuss wurde das Thema umfassend erörtert.

Nach dem ursprünglichen Beschluss hätte der Teich verfüllt werden sollen. Dagegen hatten sich Anlieger gewehrt, deren Proteste alle Fraktionen beeindruckte.

Bürgermeister Christian Somogyi betonte, dass sich das Parlament inzwischen mit der siebten Variante für die Umgestaltung des Teichs beschäftigt. Nach den aktuellen Planungen sollen die Ufermauern abgebaut und die Uferzonen abgeflacht werden, sodass die Wasserfläche für Besucher „stärker erlebbar“ werden soll, wie Bauamtsleiter Klaus Hütten erklärte.

Das Problem: Niemand weiß, was auf die Stadt finanziell bei einer Umsetzung des Projekts zukommt. Die Variante C sieht eine Teichsicherung vor, die mit 400000 Euro veranschlagt ist - ohne Nebenkosten. „Die Kostenschätzung haben wir nach bestem Wissen und Gewissen erstellt“, betonte Christian Somogyi und nannte zwei Unbekannte:

n Bei den Untersuchungen wurden weder Zu- noch Ablauf im Teich gefunden. Möglicherweise muss im großen Umfang Schlamm ausgebaggert werden. n Bei den Untersuchungen wurden verschiedene Rohrleitungen gefunden - allesamt kaputt. Das Problem: Planunterlagen für das rund 60 Jahre alte Gewässer, das einst als Feuerlöschteich genutzt wurde, gibt es nicht. Die Stadt erwarb den Teich für eine Mark, als dieser nicht mehr für den Brandschutz genutzt wurde. Dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Georg Lang war die Situation nicht ganz geheuer. „400000 Euro sind veranschlagt. Was rauskommt steht in den Sternen“, sagte er, und kündigte an, dass sich seine Fraktion enthalten werde.Unterstützung bekam er von seinem Fraktionskollegen Marius Müglich: „Wenn es schlecht läuft kommen wir mit Nebenkosten auf 500000 Euro. Da stellt sich die Frage, ob das noch vertretbar ist“, sagte der Student. „Das ist der Nebel, in den wir reingehen“, bekannte der FDP-Fraktionsvorsitzende Winand Koch, der unter Hinweis auf das Engagement der Anlieger um Zustimmung warb. Das tat auch der BUS-Fraktionsvorsitzende Manfred Thierau, der den Teich als „altes Kulturgut“ bezeichnete. Thierau plädierte dafür, den Anliegern die neuen Pläne vorzustellen. Dies sei geplant, erklärte der Bürgermeister. Möglicherweise kann Stadtallendorf aus dem Programm „Soziale Stadt“ auf eine Förderung hoffen. Wie Klaus Hütten auf Anfrage von Manfred Thierau mitteilte, sollten sich im Stadtallendorfer Budget noch rund 50000 Euro Restmittel befinden, die 2018 ausgegeben werden müssen. Bei vier Enthaltungen der CDU-Fraktion empfahl der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich, dem Projekt Teichsanierung zuzustimmen. Die Sitzungsleitung lag in den Händen von Frank Drescher, der zu Sitzungsbeginn einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Bauausschusses gewählt worden war. Der Sozialdemokrat löste seinen Parteifreund Jürgen Behler ab, der in den Magistrat gewechselt ist. Das Stadtparlament trifft heute einige Sachentscheidungen. Neben der Teichanlage gehören dazu der Ankauf von Gründstücken für die Erweiterung eines Schweinsberger Neubaugebietes, die Digitalisierung des Flächennutzungsplans, die Umsetzung des 2. Bauabschnitts zur Erneuerung des Herrenwaldstadions, die Feststellung des Jahresabschlusses 2016 und der formale Beschluss über die Gültigkeit der Bürgermeisterwahl.

von Matthias Mayer

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