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Wanderer begeben sich auf Spuren der Kaffeeschmuggler

Wandertag Wanderer begeben sich auf Spuren der Kaffeeschmuggler

Die Wanderfreunde Hatzbachtal veranstalten an Christi Himmelfahrt (Donnerstag, 5. Mai) ihre 33. Hatzbachtalwanderung, für die sie diesmal das Thema "Auf den Spuren der Kaffeeschmuggler" gewählt haben.

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Am Donnerstag ist Wandertag bei Hatzbach.

Quelle: Privatfoto

Hatzbach. Start und Ziel ist am Bürgerhaus Hatzbach. Wanderer können sich zwischen 7 und 13 Uhr auf die 6, 11 und 20 Kilometer langen Strecken machen. Zum Angebot gehört auch ein Kinder- und Jugendwandertag, der Teil der DVV-Junior-Serie ist. „Die Themenwanderung erinnert an die jahrhundertelange Grenzlage des hessischen Dorfes Hatzbach an der Grenze zum Kurfürstentum Mainz“, betont Eike Erdel, der Schriftführer der Wanderfreunde.

Die zwei längeren Strecken führten teilweise entlang der historischen Grenze der früheren Landgrafschaft Hessen-Kassel zur Landgrafschaft Hessen-Marburg und dem Kurfürstentum Mainz. Ein markanter Punkt sei dabei ein altes Dreiländereck.

An der Grenze zum Fürstentum Mainz florierte nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) der Schmuggel, besonders der von Kaffee. Die Regierung in Kassel habe versucht, den Kaffeekonsum zu unterbinden, dem „einfachen Volk“ das Trinken schlicht verboten und die Kaffeesteuer drastisch erhöht, berichten die Hatzbacher.

Niemanden beim Schmuggeln erwischt

In Hessen-Kassel habe die Ab­gabe für ein Pfund Kaffee 25 Pfennig betragen, im Kurfürstentum Mainz nur 16 Pfennig. Entsprechend konnte in direkter Nachbarschaft der Kaffee weitaus billiger erworben werden, was Schmuggel nach sich zog.

Die Bewohner der Dörfer hätten nicht nur die Schmuggelpfade gekannt, sondern auch die Dienstpläne der Landmiliz, die den Schmuggel unterbinden sollte - in selbiger leiste­ten schließlich viele Bürger Dienst. So wurde niemand beim Schmuggeln erwischt.

Die 11 und die 20 Kilometer langen Stecken führen entlang der alten Patrouillenwege der Miliz, aber auch über die Schmuggelpfade. Hinweistafeln an den Strecken geben Informationen. Und um 13 Uhr tritt im Bürgerhaus sogar ein Grenzschützer in der historischen Uniform (um 1770) der hessischen Landmiliz auf.

von Florian Lerchbacher

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