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Wahlsieger setzt weiter auf Konsens

Bürgermeisterwahl Wahlsieger setzt weiter auf Konsens

Es lag sicherlich nicht am Eisregen, dass die 350 Besucher der gemeinsamen Wahlparty der Stadt Neustadt und der Oberhessischen Presse einen Abend ohne große Emotionen erlebten. Das deutliche Ergebnis zeichnete sich einfach zu früh ab.

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Ludwig Nothvogel (rechts), Vorsitzender des Neustädter Vereinsrings, gratulierte Thomas Groll zur Wiederwahl.

Quelle: Nadine Weigel

Neustadt. Die beiden Bewerber zeigten sich kontrolliert und beherrscht. Der mit 60,2 Prozent eindrucksvoll im Amt bestätigte Bürgermeister Thomas Groll (CDU) nahm die Flut der für ihn positiven Teilergebnisse äußerlich ungerührt zur Kenntnis. Erst als das Endergebnis feststand, erhob er sich und nahm strahlend den Beifall der Besucher im Haus der Begegnung entgegen. Der unterlegene Georg Metz (SPD) nahm das Ergebnis gelassen entgegen und gratulierte als fairer Verlierer.

„Ich habe meine Vorstellung im Wahlkampf offenbar nicht ausreichend an die Wählerinnen und Wähler gebracht“, analysierte Metz, der bereits vor sechs Jahren Thomas Groll unterlegen war, im Gespräch mit OP-Redakteur Florian Lerchbacher. Eine erneute Kandidatur in sechs Jahren schloss der unterlegene Kernstädter aus. „Die nächsten Tage werden zeigen, ob ich SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament bleibe“, erklärte Georg Metz.

Dagegen sah sich Wahlsieger Thomas Groll in seiner Arbeit bestätigt. Vor sechs Jahren hätten beide Bewerber 8 Prozent getrennt, nun liege sein Vorsprung bei 20 Prozent. Er habe den Unkenrufen, dass es mit seiner Kandidatur nichts mehr werde, im Vertrauen auf die gute Arbeit der vergangenen sechs Jahre nicht geglaubt, sagte der Christdemokrat, der nicht verhehlte, dass ihn das Momberger Ergebnis etwas ärgere. „Dass der eine oder andere in diesem Wahlkampf versucht hat, ein bisschen Stimmung zu machen - auch vielleicht in Momberg, wie es das Ergebnis zum Ausdruck bringt - das ist so. Das ist in den kleinen Städten natürlich, wo jeder den Bürgermeister kennt“, sagte Groll, der von einem fairen Wahlkampf der beiden Kandidaten sprach.

„Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es bestärkt mich, meine Arbeit so fortzusetzen“, kündigte Groll ein Festhalten an seinem auf Konsens mit der SPD-Fraktion und der FWG ausgerichteten Politikstil an. „Wir brauchen in schwierigen Zeiten jeden Kopf. Aber wir brauchen auch jemanden, der den Kurs vorgibt. Das möchte ich sein“, sagte Groll, ehe er ungezählte Glückwünsche entgegennahm.

Michael Richter-Plettenberg, Bürgermeister von Amöneburg und Landrats-Kandidat der SPD, gratulierte Groll mit den Worten „Auf gute Zusammenarbeit“ und erntete dafür ein fröhliches Lächeln und den Kommentar: „Egal, wo!“

„Der Amtsinhaber hat gewonnen. Das zeigt, dass er in den vergangenen sechs Jahren gute Arbeit geleistet hat. Ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit mit Thomas Groll“, sagte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner, der zugleich als Sprecher der Bürgermeister im Namen aller Kollegen gratulierte. „Er ist im Kollegenkreis gut aufgehoben. Wir sind froh, dass wir ihn dort haben“, sagte Kirchner.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) bezeichnete Thomas Groll als bekannten und verlässlichen Partner Stadtallendorfs in der Region Herrenwald. „Wir kennen uns und wir werden die gemeinsame interkommunale Zusammenarbeit zum Wohle beider Städter weiter vorantreiben“, sagte Somogyi, der zugleich ein Wort des Bedauerns für den Wahlverlierer hatte.

„Natürlich haben wir gehofft - aber es hätte auch an ein Wunder gegrenzt, wenn wir als SPD in einer konservativ geprägten Region gegen einen Amtsinhaber, der sich nichts zu Schulden kommen ließ, den Sieg davongetragen hätten“, kommentierte Hans-Gerhard Gatzweiler, der mit Georg Metz die SPD-Fraktion in Neustadt führt: „Natürlich hätten wir uns einen Erfolg von Herzen gewünscht. Insgesamt haben wir kein schlechtes Ergebnis erzielt.“

von Matthias Mayer und Florian Lerchbacher

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