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Wahl, Rücktritt, erneute Wahl

Wahl, Rücktritt, erneute Wahl

Persönliche Differenzen behindern die Arbeit des Ortsbeirats: Zum dritten Mal stand in diesem Jahr die Wahl eines Ortsvorstehers auf der Tagesordnung - und Überraschungen blieben auch bei ­dieser Wahl nicht aus.

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Vor Bürgermeister Olaf Hausmann (Mitte) legte der neue Ortsvorsteher Lothar Schmid (Zweiter von rechts) erneut den Amtseid ab. Stellvertreter ist Wolfgang Botthof (von links), Kristin Ploch bleibt Schriftführerin, Thomas Görge (rechts) stieß als Nachrücker zum Gremium.Foto: Karin Waldhüter

Sindersfeld. von Karin Waldhüter

Sindersfeld. Ohne Raimund Rhiel und den ehemaligen stellvertretenden Ortsvorsteher Sven Kempf, dafür aber mit Nachrücker Thomas Görge startete am Dienstagabend die Sitzung des Ortsbeirats – an deren Ende tatsächlich die Wahl eines Ortsvorstehers stand.

Doch zunächst die Vorgeschichte: Nach zwei Jahren ohne Ortsvorsteher wurde nach der Kommunalwahl Lothar Schmid im April ins Amt gewählt. Aus „persönlichen Gründen, die auch einen gesundheitlichen Aspekt hatten“, trat er Ende Juli aber wieder von dem Posten zurück.

Im September machten sich die Ortsbeiratsmitglieder Lothar Schmid, Sven Kempf, Wolfgang Botthof, Raimund Rhiel und Kristin Ploch erneut daran, aus ihrer Mitte einen Ortsvorsteher zu wählen. Kempf wurde für das Amt vorgeschlagen – erhielt in geheimer Wahl aber nur zwei Ja-, dafür jedoch drei Neinstimmen. Nach dieser Entscheidung trat er mit Verweis auf das „fehlenden Vertrauen“ vom Amt als stellvertretender Ortsvorsteher zurück. Raimund Rhiel ging noch einen Schritt weiter und zog sich aus dem Beirat zurück.

Nirgendwo war es so schwierig wie in Sindersfeld

Am Dienstag fehlte dann auch Kempf. Seine Mitstreiter wussten von nichts. Erst Bürgermeister Olaf Hausmann brachte Licht ins Dunkel: Er führte ein Schreiben des Sindersfelders mit sich, der darin „mit sofortiger Wirkung“ seinen Rücktritt als Ortsbeiratsmitglied erklärte. Er betonte, dass er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe, aber nicht daran glaube, dass die Beiratsmitglieder ihre persönlichen Differenzen ablegen und zur Tagesordnung zurückkehren könnten. Als Folge muss der Ortsbeirat nun mit vier Mitgliedern auskommen, denn es gibt keinen Nachrücker mehr – bei der Kommunalwahl waren nur sechs Bürger angetreten.

Es habe in keinem Stadtteil so viele Schwierigkeiten gegeben, den Ortsbeirat zum Laufen zu kriegen, wie in Sindersfeld, erklärte Bürgermeister Olaf Hausmann. Vor der Wahl rief er die Mitglieder zum Zusammenhalt auf. Sie sollten harmonisch zusammenarbeiten – und andere Meinungen zulassen. Gleichzeitig sicherte er ihnen zu, für die Belange des Ortes ein offenes Ohr zu haben.

Die folgende Wahl begann mit einer weiteren Überraschung: Als ältestes Mitglied hätte Lothar Schmid die Wahlleitung übernehmen sollen – was allerdings nicht möglich war, da er selber wieder für das Amt kandidieren wollte. Hausmann bestellte daraufhin nach einer Erläuterung der Regularien Wolfgang Botthof zum Wahlleiter.

Danach ging‘s schnell: Die Mitglieder ernannten zum zweiten Mal in diesem Jahr Schmid zum Ortsvorsteher (einstimmig). Er stehe noch zu seinen Rücktrittsgründen, erklärte Schmid. „Da das Weiterbestehen des Ortsbeirats infrage stand, habe ich mich im Interesse des Dorfes für diesen Schritt entschieden“, ergänzte er.

Anmeldungen finden nicht den Weg in den Haushalt

Ebenso einstimmig wählten sie Botthof zu seinem Stellvertreter. Schriftführerin bleibt Kristin Ploch.

Anschließend ging es um die Verwendung der Mittel, welche die Stadt alljährlich zur Verfügung stellt. Einstimmig beschlossen die Sindersfelder, die restlichen 900 Euro (von einst 1431 Euro) für den Austausch der Bank im Hubertusweg, für die Renovierung des Gemeinschaftsraumes und für die Ausrüstung der Jugendfeuerwehr zu verwenden. Für den kommenden Haushalt und das Investitionsprogramm 2016–2020 meldeten sie die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses und Erweiterung zum Dorfgemeinschaftshaus samt einer Machbarkeitsstudie an sowie die Weiterentwicklung des Fußweges Dorf–Sportplatz zum Radweg, die Neugestaltung von städtischen Flächen in der „Rauschenberger Straße“, die Pflasterung des Fußwegs zwischen „Platzäcker“ und „Rauschenberger Straße“ und eine Verbesserung der Ausschilderungen. Keiner der Punkte fand im Haushalt 2017 Berücksichtigung.

Hausmann nutzte die Gelegenheit, gleich vor Ort Stellung zu nehmen. Planungen für das Feuerwehrgerätehaus seien für 2018 vorgesehen. „Aus meiner Sicht geht es darum, das Gebäude so zu erhalten, dass es vom Dorf und der Feuerwehr genutzt werden kann“, erklärte er. Ein Baubeginn gebe es aber nicht vor 2019.

Er regte an, sich im neuen Jahr für weitere Besprechungen zusammenzusetzen. In Bezug auf die Neugestaltung von Flächen in der „Rauschenberger Straße“ müsse sich mit der Stadtverwaltung verständigt werden, gerne werde auch gesehen, wenn Bürger mit anpackten.

Zum Thema Radweg berichtete das Stadtoberhaupt von der Radwegekonferenz des Landkreises. Dieses Thema wolle er gerne aufgreifen und innerhalb Kirchhains koordinieren. Hausmann sprach die Empfehlung aus, sich bis zum Frühjahr mit dem Thema touristische Planungen, Wanderwege und Radwege zu beschäftigen, auch weil die Region Burgwald ihr Angebot ausbauen wolle.

Seit Mai machten sich die Bürger Gedanken, wie man bestimmte Wege innerhalb der katholischen Dörfer erschließen und bestehende Wander­wege anschließen könne, erklärte Schmid.

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