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Wässrig und ein bisschen saftig

Naturschutz Wässrig und ein bisschen saftig

Die Momberger Umwelt- und Naturschutzgruppe nimmt immer mehr Projekte in Angriff: Einige wollen die Mitglieder noch in diesem Jahr umsetzen, andere stehen auf der Agenda für 2014.

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Michael Krieger und seine Gruppe wollen den Auwaldcharakter am Hardtwasser vorantreiben.Foto: Florian Lerchbacher

Momberg. Viele Initiativen, mit denen Mombergs Naturschützer den Tieren und der Pflanzenwelt Gutes tun, sind für den Laien leicht zu übersehen. Andere Projekte sind da schon auffälliger. Zum Beispiel erweitern die Mitglieder der Gruppe noch im November ihre Streuobstwiese im Kirschbäumer Feld auf 50 Bäume mit etwa acht Obstsorten. Da sie dann bereits zwei Streuobstwiesen bewirtschaften, wollen sie eine Kelteranlage anschaffen, um die Früchte selbst zu verwerten. Vorsitzender Michael Krieger betont, dass die Naturschützer die Anlage an zwei „Kelter-Tagen“ dann auch Bürgern zur Verfügung stellen wollen, die ihr Obst ebenfalls zu Saft machen möchten.

Ein weiterer Plan lautet, Feldgehölze zu pflanzen, die zum Beispiel Erosion entgegenwirkten - also dem Abtragen von Boden durch Wind und Wasser. Zudem könnten Tiere darin Schutz finden: „Früher gab es viel mehr Gehölze, in denen Tiere sich verstecken konnten“, erklärt Krieger und berichtet, dass er und seine Mitstreiter zwischen Momberg und Speckswinkel eine Kräuterwiese anlegen möchten. Die Stadt habe dort drei Gartengrundstücke entpachtet, da sich die Pächter nicht mehr um sie gekümmert und sie teilweise gar als Müllabladefläche genutzt hätten, ergänzt Ortsvorsteher Jörg Grasse. Auf Betreiben des Ortsbeirates habe die Stadt die Verträge aufgelöst und die Grundstücke geräumt. Inzwischen seien sie an die Umweltgruppe „übergegangen“.

Im Naturschutzgebiet Bruchwiesen möchten die Momberger, nachdem sie ihr Laubfroschprojekt dort abgeschlossen haben (die OP berichtete), das Hardtwasser renaturieren und den Auwaldcharakter an der idyllischen Stelle zwischen ihrem Heimatdorf und Wiera verstärken. Sie planen, Stämme und Äste ins Wasser einzubringen und das Gebiet stärker zu versumpfen. Die zuständigen Ämter hätten das Vorhaben durchgewinkt, sagt Krieger, nun werde sein Verein Kontakt zu den Eigentümern der Flächen aufnehmen. „Das ist unbeweidetes Gebiet, das auch nicht bewirtschaftet werden kann“, betont er. Es neige sich zudem Richtung Wald, sodass die Weiden oberhalb nicht von der Versumpfung betroffen würden, versucht er, schon im Vorfeld Bedenken auszuräumen.

Ein weiterer Plan lautet, den Etzgeröder Teich auf der rechten Seite der Straße zwischen Momberg und Speckswinkel wieder herzustellen. Dies soll Vögeln und Amphibien zugute kommen. Auch dort wollen die Naturschützer Wasser aufstauen, indem sie Äste und Stämme in den vorhandenen Bachlauf einbringen.

Im kommenden Jahr wollen die Momberger außerdem rund 140 Zaun- und Waldeidechsen wieder aussiedeln. Aufgrund von Arbeiten am Bahndamm zwischen Wiera und Neustadt hatten sie die Amphibien, die auf der roten Liste stehen, gefangen und in ein Lager für den Winter gebracht. Derzeit befinden sie sich in Winterstarre: „Wenn sie wieder munter sind, kommen sie zurück in ihr gewohntes Habitat“, berichtet Krieger.

Auch die naturkundliche Veranstaltungsreihe wird die Umwelt- und Naturschutzgruppe im kommenden Jahr in Kooperation mit der Nabu-Ortsgruppe Neustadt fortsetzen - dann jedoch mit dem Hauptaugenmerk auf Kindern. Naturkundliche Filmvorführungen in Verbindung mit Exkursionen, stehen auf dem Plan. Aber es kommt auch zu zwei Wiederholungen: An der Kräuterexkursion und der Pilzwanderung hätten in diesem Jahr jeweils rund 60 Gäste teilgenommen, freut sich Krieger. „Daher bieten wir die beiden Veranstaltungen in jedem Fall wieder an“, sagt er und betont, dass aber auch bei den anderen Veranstaltungen der Reihe die Teilnehmerzahl zufriedenstellend gewesen sei.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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