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Wärme fließt, Budget eingehalten

Nahwärmenetz Wärme fließt, Budget eingehalten

Am Samstag feiert die Nahwärmegenossenschaft Erksdorf die Einweihung des Netzes. Der Start der Genossenschaft liegt fast auf den Tag genau zwei Jahre zurück.

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Ein Blick von oben in die fertige Energiezentrale: An der Decke verlaufen die Rohrleitungen. Foto: Michael Rinde

Erksdorf. Es war Iris Trier, die vor Jahren mit dem Anschub der Machbarkeitsstudie dem Bau des Nahwärmenetzes in Erksdorf einen entscheidenden Anschub gab. Inzwischen ist das Nahwärmenetz in Betrieb - samt der zusätzlichen Holzhackschnitzel- und der Ölheizung. Letztere springt nur dann an, wenn die Leistung der beiden anderen Komponenten nicht reicht. Die beiden anderen Komponenten sind vorweg die Biogasanlage der Firma Erwo und die Holzhackschnitzel-Heizung.

Baulich ist eigentlich alles fertig. „Jetzt arbeiten wir noch an der Feinabstimmung“, sagt Hans-Jürgen Ackermann, stellvertretender Vorsitzender der Nahwärmegenossenschaft. Die Feinabstimmung meint das Zusammenspiel der Komponenten je nach Wärmebedarf. Zu Spitzenzeiten, also vor allem morgens und in den Abendstunden, steht eine Leistung von rund 700 Kilowatt bereit. Die reicht aus, wie sich in den vergangenen Monaten bereits gezeigt hat.

Dass der Winter milde ausgefallen ist, sehen Vorsitzende Sabine Brathge und Ackermann mit „lachendem und weinendem Auge“.

Zum einen war der Wärmebedarf bei den 128 Anschlüssen geringer als in einer herkömmlichen Heizperiode. „Aber wir hatten zum anderen auch genügend Zeit, die Anlagen einzufahren“, sagt Brathge. Und der Verbrauch bei den Holzhackschnitzeln fiel geringer aus als kalkuliert. Brathge, Ackermann und ihre rund 12 Mitstreiter vom harten Kern des einstigen Arbeitskreises haben manche Stressphase erlebt. Das galt etwa, als es im zweiten Bauabschnitt zu Verzögerungen kam. Das waren Verzögerungen, die nicht auf das Konto der Genossenschaft gingen. So kam ein Zuwendungsbescheid später als erwartet, Heizungskomponenten konnten deshalb erst später bestellt werden. Mehr gemerkt haben die Erksdorfer von Verzögerungen bei den Verlegearbeiten. „Wenn man sich jetzt nochmal aufregt, dann regt man sich auch schnell wieder ab“, sagt Sabine Brathge inzwischen.

Es sind sieben Kilometer Nahwärmeleitungen in Erksdorf verlegt worden. Den letzten „Nachzügler“ hat die Genossenschaft erst vor kurzem an ihr Netz angeschlossen. Noch immer ist es möglich, dass sich Interessenten melden könnten, wenn ihre Häuser denn an verlegten Leitungen liegen. „Da kommt es uns entgegen, dass unsere Leitungen wie ein Spinnennetz durch das Dorf laufen“, erläutert Brathge. Wer außerhalb des bestehenden Netzes liegt, muss sich in Geduld üben. Denn wann es einen weiteren Ausbau gibt, ist noch offen.

Eines hat dem Vorstand vor dem Start der heißen Phase besonders auf der Seele gelegen: die Einhaltung der Kostenplanungen. Diese Sorge war unbegründet. „Wir liegen sehr gut in unserem Plan“, sagt Brathge. Dieser Plan ging von einer Bausumme von 3,34 Millionen Euro aus.

In der Energiezentrale gibt es trotz modernster Steuerungstechnik immer noch Arbeit genug. So muss im Schnitt alle drei bis vier Tage der Container mit den Holzhackschnitzeln gefüllt werden. Die Belieferung läuft dabei reibungslos, Anruf genügt. Via Internet lässt sich der Betrieb überwachen. Bei Störungen gibt es eine Kurznachricht aufs Handy. Da ist dann schon mal zu lesen, dass die Holzhackschnitzel-Heizung ausgefallen ist - was eine banale Ursache hat. „Dann ist ein Zweig in die Schnecke geraten, der sich einfach herausnehmen lässt“, erläutert Ackermann. Alle vier Wochen rückt ein Trupp Freiwilliger an. Dann wird die Heizungsanlage in Eigenregie komplett gereinigt. Das erhält die Effizienz. Ende April, wenn es draußen durchgängig wärmer ist, geht sie außer Betrieb. Dabei ist dann ein Mitarbeiter der Herstellerfirma dabei, allein schon aufgrund der laufenden Gewährleistung.

An Samstag, 29.März, ab 14 Uhr feiert die Nahwärmegenossenschaft Erksdorf gemeinsam mit den Betreibern der Biogasanlage die Einweihung. Es gibt Führungen durch die Energiezentrale und die Biogasanlage und natürlich Speisen und Getränke. Treffpunkt ist an der Energiezentrale.

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