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Vorerst ist alles nur ein Versuch

Verkehrsführung Vorerst ist alles nur ein Versuch

Der erste Teil des "Verkehrsversuchs Brießelstraße" in Kirchhain läuft. Welche Folgen die Sperrung hat, wird wohl erst nach Ferienende am Montag erkennbar sein.

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Zum Abbiegen gezwungen: Blumenkübel sperren die Brießelstraße, der Verkehr fließt über den Marktplatz. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Kirchhain. Massive Betonkübel verhindern seit dieser Woche, dass Autos wie bisher gewohnt komplett durch die Kirchhainer Brießelstraße fahren können. Teil eins des im vergangenen November angekündigten „Verkehrsversuchs Brießelstraße“ läuft.

Am Donnerstag lud die Stadtverwaltung kurzfristig zu einem Pressegespräch, um aus ihrer Sicht noch einmal einige Punkte klarzustellen: „Es ist ein Versuch, entschieden ist nichts“, betonte Erster Stadtrat Konrad Hankel gleich bei der Einleitung gegenüber der OP. Dieser Teil des Versuches läuft bis 30. April, ­also vier Monate. Danach folgt das Ausprobieren weiterer Varianten, Einbahnstraßenregelungen auf der Brießelstraße, jeweils vier Monate in jeder Fahrtrichtung.

Auslöser für diesen Versuch mit einigem Aufwand war die Verkehrsbelastung auf der Straße. Bei einer Verkehrszählung kam ein Durchschnittswert von 4500 Fahrzeugen täglich heraus, darunter viele Ortsfremde und eben auch Lastwagen, die dort gar nicht erwünscht sind. Am Ende des Versuchs soll diejenige Variante endgültig ausgewählt werden, die die meiste Entspannung der Verkehrssituation gebracht hat - und zwar möglichst, ohne an anderer Stelle im Straßennetz neue Probleme und Konflikte auszulösen.

Die Autofahrer, Fußgänger wie Radfahrer sollen dabei durchaus selbst ihre Meinung zu den unterschiedlichen Versuchsphasen beitragen. „Kritik, Anregungen und Lob sind uns willkommen, wir werben ausdrücklich darum“, sagt Benjamin Beule von der Stadtverwaltung (siehe „Kontakt“).

Negative Kritik gab es laut Stadt bisher vor allem im sozialen Netzwerk Facebook, häufig aber auf teilweise wieder gelöschten Verunglimpfungen der Stadtverwaltung beschränkt. Konkretere Sorge habe es aber wegen der Rettungszufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienst gegeben, sagt Beule, auch für den Brandschutz zuständig und will gleich beruhigen: „Alle Gebäude werden nach wie vor von der Feuerwehr innerhalb der vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten erreicht“.

Stadt hat keine Sorge um Rettungswege

Das fuße auf den bisherigen Erfahrungswerten, alles sei mit der Feuerwehrführung abgestimmt worden.

Seit Versuchsbeginn sind die Ordnungsbeamten der Stadt Kirchhain begleitend im Einsatz. Rudi Groh ist vor allem von Fußgängern angesprochen worden. „Viele, gerade Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, freuen sich, dass sie jetzt von der Fußgängerzone aus gefahrlos über die Brießelstraße kommen“, so sein erstes Fazit.

Für manchen Autofahrer bedeutet die jetzige Verkehrsführung aber auch Umwege, etwa, wenn der Parkplatz Brießelstraße/Bürgerhaus erreicht werden soll. Überörtlicher Verkehr, etwa in Richtung Rauschenberg, soll über die Römerstraße Richtung Bahnhof ausweichen und den Kreisel nutzen. Oder über die Hindenburgstraße und die Brückenstraße.

Die eigentliche Bewährungsprobe der jetzigen Verkehrsführung kommt am Montag, wenn die Schulferien enden, mehr Autofahrer in Kirchhain unterwegs sind und eben auch Schulbusse. Um Engstellen zu verhindern, gibt es zusätzliche Halteverbote, etwa im unteren Teil der Römerstraße und in einem Bereich der Niederrheinischen Straße. Das soll die Situation entspannen. Was es bringt, wird sich dann nächste Woche zeigen.

KONTAKT ZUR STADTVERWALTUNG:

Rückmeldungen zum Verkehrsversuch? Die Stadtverwaltung ist unter den Rufnummern 06422/808-140 und 808-146 oder über die E-Mailadresse verkehrsversuch@kirchhain.de erreichbar.

von Michael Rinde

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