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Vor dem Neubau muss saniert werden

Stadtallendorf Vor dem Neubau muss saniert werden

Ein Ortstermin mit Behörden des Regierungspräsidiums hat mehr Klarheit über die Altlastenproblematik auf dem Baubetriebshofgelände gebracht: Die Stadt wird um eine Sanierung nicht herumkommen.

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Ein Lastwagen verlässt das Gelände des Betriebshofs der Stadtwerke. Auf dem Areal, auf dem der künftige gemeinsame Bauhof entstehen soll, gibt es ein Altlastenproblem. 

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Aus zwei Bauhöfen soll einer werden und zwar auf dem Gelände des Baubetriebshofs in der Niederrheinischen Straße. Doch der Zeitplan für das mit fünf Millionen Euro veranschlagte Projekt ist längst durcheinander. Ein Grund sind Altlasten, die auf dem 25000 Quadratmeter großen Grundstück zweifelsfrei vorhanden sind.

Abteilungen des Regierungspräsidiums Gießen hatten nach der Bauvoranfrage schon klargestellt, dass die Altlasten saniert werden müssen, bevor dort gebaut werden kann (die OP berichtete). Am Donnerstagnachmittag gab es nun den auf Bitten der Stadt anberaumten Ortstermin auf dem Gelände. Offenbar gab es über den Punkt, dass die Altlasten eines ehemaligen Schrottplatzes entsorgt werden müssen, schnell Einigkeit, wie Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gestern auf Anfrage der OP verdeutlichte. Noch nicht so klar ist, welche Mehrkosten auf die Stadt damit zukommen werden. Ein Experte hat eine erste Grobschätzung vorgelegt: Sie liegt zwischen 200000 Euro im besten und 500000 Euro im schlechtesten Fall.

Endgültige Klarheit dürfte es erst geben, wenn tatsächlich saniert wird. Zwar hat die Stadt auf Drängen des RP bereits Bodenproben und Bohrungen in Tiefen von bis zu sechs Metern vorgenommen. Doch endgültig wird das Ausmaß der Altlasten des früheren Schrottplatzes erst klar werden, wenn es zu einer Sanierung kommt.

Erste Altlastenuntersuchungen hat es bereits 2008 gegeben. Schon vor vier Jahren hatte das RP als Aufsichtsbehörde weiteren „Untersuchungsbedarf“ festgestellt. Es folgten , nachdem klar war, dass die Stadt auf dem Gelände neu bauen will, 2011 und in diesem Jahr weitere Untersuchungen. Die Bewertungen der Proben sind dabei höchst unterschiedlich ausgefallen. Sie reichen von unbedenklich bis „gefährlicher Abfall“.

Somogyi will mit der jetzt vorliegenden groben Kostenschätzung an die städtischen Gremien herantreten. Dabei drängt die Zeit. Denn für die Bauarbeiten müssen Bäume gerodet werden. Die Genehmigung dafür liegt vor, doch sie gilt nur bis Ende Februar. „Wenn wir uns vorher nicht einig werden, verlieren wir ein Jahr“, sagt Somogyi. In der Verwaltung gibt es schon ein erstes Meinungsbild. Somogyi will den Gremien empfehlen, die Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Die Alternative wäre aus seiner Sicht die erneute Suche nach einem bebaubaren und ausreichend großen Grundstück. Das Baubetriebshofs-Grundstück kann die Stadt in so einem Fall allerdings kaum unsaniert weiterverkaufen.

An Bauentscheidungnicht rütteln

Es stehen also erneute politische Diskussionen über das Projekt Baubetriebshof an. Dabei dürfte auch noch einmal die Frage debattiert werden, wer ab wann von den Schrottplatz-Altlasten wusste. Ob sich der frühere Eigentümer nachträglich in die Pflicht nehmen lässt, hält Bürgermeister Somogyi für „kaum vorstellbar“.

Die Stadt kam durch ein Tauschgeschäft zu der Grundstücksfläche. Welche Rolle das Thema Altlasten damals spielte ist unklar. „Möglicherweise war man damals noch toleranter“, mutmaßt der Bürgermeister.

An der Grundsatzentscheidung für den Bauhofsneubau will Somogyi auf keinen Fall rütteln. Schon lange ist die Stadt angesichts der Zustände im Bauhof in er Pflicht, das hatte nicht zuletzt die Berufsgenossenschaft wiederholt klargemacht. „Wir, das heißt auch das Stadtparlament, haben eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitern“, betont Somogyi.

von Michael Rinde

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