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Vor 66 Jahren, da fing der Karneval an

Jubiläum Vor 66 Jahren, da fing der Karneval an

Mitglieder der Kolpingfamilie sind im Haus der Begegnung kräftig am Werkeln: Neustadts närrische Zentrale soll schließlich morgen bei der Festveranstaltung "66 Jahre Kolpingkarneval" einen würdigen Rahmen bieten.

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Der Auftritt des Männerballetts beim „Grandprix der strammen Waden“ im Jahr 2010 war ebenso ein Höhepunkt in 66 Jahren Kolpingkarneval...Foto: Hans-Werner Sollorz

Neustadt. 66 Jahre ist es her, dass Neustadts „Kolpingsöhne“ die erste Karnevalsveranstaltung auf den Weg brachten: Zunächst mussten sie die amerikanischen Besatzer - es war das Jahr 1947 - überzeugen, ihnen den Saal vom Schloß zur Verfügung zu stellen. Dann galt es, der Kälte im Gebäude entgegen zu wirken.

Doch die Neustädter ließen sich nicht aufhalten, veranstalteten einen bunten Abend und legten den Grundstein des närrischen Lebens in der Junker-Hansen-Stadt.

Gab es in Gregor Freisberg zunächst einen „Prinz Karneval“, so dauerte es nur bis zum Jahr 1949, bis sich ein Elferrat und in Eduard „Edel“ Faber ein erster Sitzungspräsident gefunden hatte. Dieser war dann auch bis 1980 „im Amt“ - ab 1961 im Wechsel mit Ludwig Dippel, der wiederum bis 1987 letztendlich im Wechsel mit Manfred Lokai als Präsident amtierte. Im Jahr 1996 übernahm Andreas Gnau das Ruder als Sitzungspräsident.

Die Geschichte des Kolpingkarnevals ist natürlich auch morgen während der närrischen Jubiläumsveranstaltung ein wichtiger Aspekt. Im Foyer stehen Bilderwände mit Fotos aus der Zeit ab 1950, im Programm - in dessen Genuss die geladenen Gäste kommen - wagen Henkel und Larry (Sebastian Henkel und Frank Bielert) einen Rückblick.

Die Höhepunkte der vergangenen 66 Jahre dürften zahlreich sein. Meilensteine waren mit Sicherheit der erste Auftritt der „Neistärrer Gassejonge“ im Jahr 1962, die seitdem in wechselnder Besetzung die Geschehnisse in der Stadt in Liedern auf die Schippe nehmen, aber auch der erste Auftritt einer Frau: In den Fünfzigern hatte Hermann Krapp als „Boatzfraa“, „Woas Grett“ oder Rechtsanwältin historische Auftritte hingelegt. Im Jahr 1968 - als die Kolpingfamilie 21 Jahre alt wurde und ihre Volljährigkeit feierte - trat dann Käthe Dippel ans Rednerpult: „Und das auch noch so erfolgreich, dass bei ihren Vorstellungen einer idealen Ehe allen Junggesellen und Ehemännern angst und bange wurde“, wie es in der Chronik aus dem Jahr 2003 heißt. Die neue Chronik erscheint erst im kommenden Jahr.

Nur zwei Jahre später stand dann in den „Suppentanten“ eine Gruppe auf der Bühne, die aus dem Kolpingkarneval nicht mehr wegzudenken ist. Der Name kommt von „Suppe“, also Bowle, die laut Chronik bei den Übungsabenden reichlich getrunken wurde/wird. 1981 trat erstmals die Garde in Erscheinung, im Jahr 2009 kamen noch die Kolpingsternchen - also der Gardenachwuchs - hinzu.

Ein absoluter Höhepunkt der jüngeren Vergangenheit - aber wohl auch der vergangenen 66 Jahre insgesamt - war der Auftritt des Elefantenballetts mit ihrem Brasilientanz beim „Grandprix der strammen Waden“ des Hessischen Rundfunks im Jahr 2010. „In den Tanz haben wir viel Zeit investiert - aber das war es wert“, betont Gnau.

Sechs Programmpunkte umfasst die Jubiläumsveranstaltung morgen um 20.11 Uhr, die auch eine Art Festkommers und Aufgalopp zur Kampagne sein soll. Ihre eigentlich Prunksitzung richtet die Kolpingfamilie im kommenden Jahr aus - natürlich wieder an einem Samstag: „Anfangs durften die Neustädter nur sonntags feiern. Böse Zungen behaupten, eine Sitzung am Samstag sei nicht möglich gewesen, weil es am Sonntag dann kaum jemand in die Kirche geschafft hätte“, sagt Gnau augenzwinkernd.

Rund anderthalb Stunden dauert das Programm, das zwölf Musiker der Kolpingfamilie untermalen. Nach dem offiziellen Teil sorgt DJ Hetti (der amtierende Prinz Andreas Ebel) für Musik. Im Foyer sind neben Fotos noch alte Kostüme, Orden und vieles mehr zu sehen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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