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Von roter Wurst und Opfergaben

Dorfmystery Von roter Wurst und Opfergaben

Ein Phantom auf der Kutsche, die sagenhafte Großmutter, erzürnte Polizisten - das sind nur einige Zutaten von "Burgholz", dem zweiten Teil der Dorfmystery-Reihe.

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Manuel Weitzel (links) und Felix Müller ließen ihren Blick über Burgholz und durch die Geschichte schweifen.Foto: Florian Lerchbacher

Burgholz. Eine Woche müssen sich die Burgholzer und die Fans der Dorfmystery noch gedulden. Dann präsentieren Felix Müller und Manuel Weitzel „Burgholz“, den zweiten Teil ihrer gruseligen, skurrilen und unterhaltsamen Reihe.

Ein Jahr lang waren die beiden mit oder ohne ihre Kamera in dem Kirchhainer Stadtteil unterwegs, arbeiteten sich in die Sagen des Dorfes ein und suchten die mysteriösen Schauplätze der verschiedenen Anekdoten auf. Fünf Legenden aus Burgholz griffen sie auf, „pimpten“ sie ein wenig auf und verwoben sie. Herausgekommen ist ein 82 Minuten langer „halbdokumentarischer Spielfilm“, wie sich Müller und Weitzel auszudrücken belieben. Nicht umsonst genießen sie ihren Spitznamen, „die Gebrüder Grimm 2.0“ - mit dem sie sich inzwischen auch überregional schmücken können: Über die Berichterstattung dieser Zeitung wurden die Deutsche Presseagentur und der Fernsehsender RTL auf die Lokalmatadoren und ihr ungewöhnliches Projekt aufmerksam. „In Dörfern steckt viel Potenzial. Normalerweise sind sie auch nicht Schauplatz für Filme. Unser Ziel war es aber, in der Region etwas für die Region zu tun, damit diese auch über die Kreisgrenzen hinweg wahrgenommen wird - das scheint uns gelungen zu sein“, sagt Weitzel und freut sich über die Aufmerksamkeit. Das Brot des Künstlers ist schließlich der Applaus.

Einen Vergleich mit ihrem Erstlingswerk „Langenstein“ wollen die beiden nicht ziehen: „Das geht nicht. Jedes Projekt ist für sich zu sehen. Gemeinsamkeiten sind, dass die Handlungen auf Sagen basieren und wir als Darsteller und Regisseure“, erklärt Müller und ergänzt mit seinem typischen trockenen Humor eine weitere Parallele, auf die er nicht weiter eingeht: „Rote Wurst.“

28 feste Rollen besetzten Mediendesigner Müller und Kaufmann Weitzel mit Burgholzern. Insgesamt wirkten rund 200 Bürger an ihrem Werk mit: „Es ist immer wieder überraschend, wie uns die Leute die Türen öffnen, uns willkommen heißen, mit Informationen füttern, Material zur Verfügung stellen und insgesamt unterstützen. Die Hilfsbereitschaft, die wir erfahren, ist toll“, sagt Müller und verrät, dass die Stärke von Gemeinschaft ein Thema ihres Films ist.

Am Sonntag in einer Woche kommt der Film zwar nicht in die Kinos, wohl aber ins Burgholzer Bürgerhaus. Vorstellungen mit jeweils 100 Plätzen gibt es um 15 und um 18 Uhr. Geeignet ist der Film für Personen ab zwölf Jahren. Jüngere Kinder erhalten Einlass nur in Begleitung von Erwachsenen - und auf deren Verantwortung. Denn eines ist sicher: Gruselig wird es auf jeden Fall angesichts von Geistermädchen, einem Phantom oder einem Pakt, der gelegentliche Opfergaben unumgänglich macht - um nur einige Details preiszugeben. Läuft alles nach Plan, sollte „Burgholz“ auch einmal im Cineplex in Marburg zu sehen sein.

Wie es nach den Aufführungen weitergeht, steht noch nicht fest. Weitzel und Müller wollen ihr Projekt fortsetzen und aufgrund der steigenden Popularität weiter vergrößern - dazu suchen sie allerdings Unterstützer.

Einen Trailer finden sie im Internet auf der Homepage www.op-marburg.de oder unter https://youtu.be/2RkVvGt45Fc. Kartenreser­vierungen sind möglich per E-Mail an info@dorfmystery.de oder telefonisch im Waldhotel am Turm, 06425/921770.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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