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Von großen Arbeitsleistungen

Für ihre an der Uni Marburg verfasste Dissertation, die sich um die Terrassen Amöneburgs dreht, nahm Dr. Petra Eisenach den Eduard-Anthes-Preis für Archäologie entgegen.
Die Laudatoren von Dr. Petra Eisenach (Zweite von links) waren Landesarchäologe Dr. Udo Recker, Prof. Dr. Franziska Lang und Staatssekretär Ingmar Jung. Foto: Eveline Grönke

Die Laudatoren von Dr. Petra Eisenach (Zweite von links) waren Landesarchäologe Dr. Udo Recker, Prof. Dr. Franziska Lang und Staatssekretär Ingmar Jung. Foto: Eveline Grönke

Amöneburg. „Mit der Verleihung des Eduard-Anthes-Preises an Dr. Petra Eisenach zeichnen wir eine ambitionierte Archäologin aus, die zur Rekonstruktion einer antiken Kulturlandschaft in unserem Land beigetragen hat, die nicht nur für die Fachwissenschaft von größtem Interesse ist“, gratulierte Staatssekretär Ingmar Jung bei der Preisverleihung im Landesmuseum Wiesbaden. „Nur die Archäologie kann erforschen, wie Menschen im Laufe der Vorgeschichte ihre natürliche Umwelt in Kulturlandschaften verwandelten, welche sozialen, kulturellen und politischen Veränderungen damit einhergingen und wie umgekehrt die Umwelt auf die menschlichen Entwicklungen Einfluss hatte“, betonte er und fügte hinzu, dass Dr. Petra Eisenach dies mit ihren Untersuchungen für die bedeutende eisenzeitliche Siedlungsstelle Amöneburg eindrucksvoll belegt habe.

Die Amöneburg ist die zentrale Höhensiedlung im Amöneburger Becken und existierte von der beginnenden Mittellatènezeit (etwa 250 bis 150 vor Christus) bis in die frühe römische Kaiserzeit (etwa 27 bis 68 vor Chr.). Petra Eisenach bearbeitete die Ausgrabungen der 1980er-Jahre. Ihre Studie befasst sich eingehend mit der Terrassierung des Südosthangs.

Die Preisträgerin kommt zu dem Ergebnis, dass die Umgestaltung des Hanges in einen Baugrund eine große Arbeits- und Ingenieursleistung darstellte, sodass bisherige Konstruktionsmodelle modifiziert werden können. Die Terrassen auf der Amöneburg hätten vermutlich nicht nur als Standflächen für Häuser gedient, sondern seien auch für Bestattungszwecke oder religiöse Riten genutzt worden.

Erste echte Fund-Auswertung

„Das Verdienst von Frau Eisenach ist es, die große Menge an Funden, die seit vielen Jahrzehnten von der Amöneburg zusammengetragen wurden, erstmals umfassend wissenschaftlich ausgewertet zu haben“, ordnete Dissertations-Betreuer Prof. Dr. Claus Dobiat von der Philipps-Universität Marburg die Arbeit ein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Frage, auf welche Kulturkontakte und Kulturzugehörigkeit die materielle Kultur der Bewohner von Amöneburg schließen lasse. Dabei gehe es nicht zuletzt um germanische und keltische (Ost- und Westlatène-) Einflüsse auf Kleinfunde und Keramiken beziehungsweise um die Vermittlung solcher Einflüsse auf die Amöneburg und in den als Kontaktzone charakterisierten Mittelgebirgsraum.

Dr. Petra Eisenach kam zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerung nicht nur durch die weiter im Süden und Westen verbreitete keltische Kultur geprägt wurde, sondern immer wieder auch germanische Einflüsse, die aus östlicher Richtung in der hessischen Mittelgebirgszone wirksam wurden. Das zeige, dass Hessen in vorgeschichtlicher Zeit ein Grenzraum war, in dem Kulturprägungen aus den verschiedensten Himmelsrichtungen aufgenommen wurden.


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