Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Von der SPD gibt‘s Zuckerbrot, Peitsche und Wein

Bürgermeisterwahl I Von der SPD gibt‘s Zuckerbrot, Peitsche und Wein

Jede Menge Lob, aber auch jede Menge Kritik und Wünsche gab es nach dem offiziellen Ende der Wahlparty für Amöneburgs wiedergewählten Bürgermeister Michael Plettenberg.

Voriger Artikel
Förderverein startet mit 67 Mitgliedern
Nächster Artikel
Anlieger wollen Fahrbahn selbst sanieren

Wahlleiter Burkhard Wachtel verkündete im Bürgerhaus Mardorf das Endergebnis – das äußerst ­unterschiedliche Reaktionen hervorrief. Fotos: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Mardorf. „Ich wusste, es wird knapp. Aber auf dieses Endergebnis habe ich gehofft“, kommentierte Winfried Kaul, der Fraktionsvorsitzende der SPD, die Wiederwahl von Michael Plettenberg und betonte: „Er ist der beste Bürgermeister, den wir seit langem hatten -auch wenn ich ihn viel kritisiert habe.“ Und so überreichte er gemeinsam mit Peter Hörl im Namen des SPD-Ortsvereins einen Korb mit Weinflaschen vom Schloss Plettenberg, einem Weingut in Bad Kreuznach. „Im Endeffekt musste er auch gewinnen: Ich hatte den Wein schon vor langer Zeit bezahlt“, bekannte Kaul mit einem Schmunzeln.

„Für die Kontinuität ist‘s gut“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jan-Gernot Wichert und fügte hinzu, dass die Windkraft ausschlaggebend für das enge Rennen gewesen sei: „Vor einem halben Jahr hatte ich nicht erwartet, dass ein Thema hochkocht, das einem anderen Kandidaten eine echte Chance gibt.“ Wäre dies zu erahnen gewesen, hätte die CDU vielleicht doch einen eigenen Kandidaten aufgestellt, gab er zu.

„Ich bin zufrieden, denn der Bürgermeister hat in den vergangenen zwölf Jahren gute Arbeit für alle Stadtteile geleistet“, lautete das Fazit von Volker Kottas, dem Vorsitzenden des Gesangvereins Mardorf, der für Plettenberg einen Sieg mit 65 Prozent vorausgesagt hatte: „Die Windkraft hat ihm ein bisschen Wind aus den Segeln genommen“, witzelte er, während Erfurtshausens Ortsvorsteher Wolfgang Rhiel nicht zu Scherzen aufgelegt war: „Plettenberg sollte mehr auf die Bürger hören und zudem aufhören, den Erfurtshäuser Ortsbeirat zu vernachlässigen.“ In dessen Heimat hatte der Rathauschef mit 26,3 Prozent sein schlechtestes Ergebnis eingefahren. „Schuld daran war nicht nur die Windkraft sondern auch das Verhalten des Bürgermeisters.“ Er sei enttäuscht, dass Rüdigheim mehrheitlich für den Amtsinhaber gestimmt habe (56,3 Prozent): „Von dort hatte ich auch mit größerem Protest gerechnet.“ Seiner Meinung nach hätten viele ältere Menschen für Plettenberg aus Angst vor den Pensionskosten gestimmt - oder weil sie der Ansicht seien, sie hätten einen guten Bürgermeister.

In eine ähnliche Kerbe schlug Freddy Greib, Mitglied des Amöneburger Ortsbeirates: „Es war zu erwarten, dass es nicht wieder einen Durchmarsch wie vor sechs Jahren gibt. Es gab in der Gemeinde viele kritische Stimmen - und zwar nicht nur zu den zwei Reizthemen Windenergie und Tankstelle, sondern öfters auch zum Verhalten des Amtsinhabers gegenüber den Menschen.“

Das Ergebnis sei für die Stadt sowohl gut als auch schlecht, entgegnete er auf Rückfrage dieser Zeitung: „Konstanten sind immer schön - aber neue Ideen wären auch nicht schlecht gewesen.“

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr