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Von-Tours-Schüler sind Hessens Könige

Schach Von-Tours-Schüler sind Hessens Könige

Im vergangenen Jahr schafften es die Martin-von-Tours-Schüler bis zu den Deutschen Meisterschaften. Den ersten Schritt auf diesem Weg nahmen sie auch in diesem Jahr wieder.

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Die Spieler aus der ersten und der zweiten Mannschaft zeigen, dass sie ein Team sind.

Neustadt. 100 Mannschaften kämpften in Bad Hersfeld um die Hessenmeisterschaft im Schulschach. Platz eins bei den Haupt- und Realschulen sicherte sich das Team Neustadt I der Martin-von-Tours-Schule (MvTS), das in seiner ersten Partie ausgerechnet auf Neustadt II traf.

Da sich die Teammitglieder in der Schach-AG an der Schule bereits gemessen hatten, wussten sie also wenigstens, was in ihrem ersten Vergleich auf sie zukam. Die vier Jungs von Neustadt I wurden ihrem Ruf gerecht, hielten ihre Schulkameraden in Schach und übernahmen sofort die Tabellenspitze - die sie bis zum Ende des Turniers auch nicht mehr hergaben.

Iwan Garan, Roman Qayumi, Loris Mutze und Korbinian Witt (alle 9c) verloren in den 7 Runden von ihren 28 Spielen nur 3 Partien. Eine perfekte Bilanz hatte Qayumi am zweiten Brett. Garan spielte am ersten Brett so souverän, dass er es sich mehrmals erlauben konnte, seinen Bauern statt wie üblich in eine Dame nur in einen Turm zu verwandeln. „Witt freute sich, dass es ihm gelang, einen Gegner mit einem Springeropfer abzulenken, um dann Matt bieten zu können“, berichtete Ursula Lembach, die Leiterin der Schach AG, und erklärte, Mutze habe besonderes Lob für seinen Neustädter Gegner Daniel Fietz (9a) gehabt, auf den er in seinem Auftaktspiel getroffen war.

Hinter Neustadt auf Rang zwei landete die erste Mannschaft der Heinrich-von-Bibra-Schule aus Fulda. Das Team aus Langen, mit dem sich die Neustädter im vergangenen Jahr diverse Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatte, spielte diesmal keine Rolle: Drei der vier Spieler hatten nach der 9. beziehungsweise 10. Klasse die Schule verlassen. Für sie rückten Spieler aus der zweiten Garde auf, die allerdings keine Konkurrenz waren.

Auch Neustadt werde dieses Schicksal nicht erspart bleiben, gab Lembach zu: Spätestens in zwei Jahren würden sechs ihrer Spieler die Schule verlassen: „Aber bei dem guten Nachwuchs aus den siebten Klassen muss niemandem bange werden.“

Die Hessenmeister sind im übrigen nicht mehr „nur“ auf Schulebene aktiv: Erich Böhme, Ehrenpräsident des Hessischen Schachverbands, Betreuer am Brett des sehbehinderte Roman Qayumi und Trainer im Schachklub Stadtallendorf hat die vier Jungen für die vierte Mannschaft seines Vereins gewonnen. Zudem hat Garan in der Kreisklasse (U16) die Bezirksmeisterschaft vor Qayumi und Mutze gewonnen. Witt steht in der Gruppe U14 auf dem dritten Platz.

Die zweite Mannschaft der MvTS, in der neben Jeff Czaja (7a) nur Neulinge spielten, landete auf Rang zehn (von zwölf Teams). Während einer Projektwoche im Juli hätten diese Spieler erst das Bauerndiplom abgelegt, seit August besuchten sie erst die Schach-AG, betonte Lembach und erklärte: „Ziel war es, Turnierluft zu schnuppern und Erfahrung zu sammeln.“

Czaja setzt Gegner zweimal bereits nach Sekunden matt

Zum Team gehörten noch Maxim Schmitt, Rudolf Falkenstern, Alexander Ditschler (alle 7b), Christian Feil und Daniel Fietz (beide 9a). Feil übernahm die Führung und stellte die sechs Spieler nach Absprache so auf, dass jeder fünfmal zum Einsatz kam. Er gewann am ersten Brett zwei Partien. Am besten schnitt Fietz ab, der 3,5 Brettpunkte holte. Der schon erfahrene Czaja stand zweimal bereits nach wenigen Sekunden auf, weil er seine Gegner mit einer trickreichen Variante des Schäferzugs mattsetzte. „Er beobachtete dann, wie sich Maxim Schmitt darüber freute, dass sein Gegner einen Sicherheitszug nach der Rochade (weißer Bauer h3) vergessen hatte und er ein ,ersticktes Matt‘ bieten konnte“, berichtete Lembach.

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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