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Von 65 Schülern schafften es 11

50 Jahre Abitur Von 65 Schülern schafften es 11

Ehemalige Stiftsschüler, die vor 50 Jahren die erste Abiturprüfung an der Schule ablegten, treffen sich seit 30 Jahren jedes Jahr in Amöneburg.

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Legten vor 50 Jahren ihre Abiturprüfung ab (vorne, von links) Herwarth Gölker, Hans-Joachim Hofmann, Hans-Werner Fundschler und Heinz Dieter Klier sowie (hinten, von links) Georg Pigula, Alfred Bromm und Ernst Tatzel.Foto: Klaus Böttcher

Amöneburg. „Am 5. Februar 1964 ging unsere Abiturprüfung von 7.30 bis 22 Uhr“, erinnert sich Hans-Joachim Hofmann und betont: „Wir waren die ersten, die an der Stiftsschule St. Johann ihr Abitur gemacht haben.“ Es sind sieben Männer, die gemütlich im Café Kliem am Amöneburger Marktplatz sitzen und sich angeregt unterhalten - über alles Mögliche, aber immer wieder kommt die Abiturprüfung vor 50 Jahren zur Sprache.

Hofmann erinnert an den Anfang in der Stiftsschule: Mit 53 Schülern hätten sie angefangen - und fast alle hätten eine Aufnahmeprüfung ablegen müssen. „Zwischenzeitlich waren wir 65“, erinnert er sich. Da habe der Platz in der Schule nicht gereicht, und der Unterricht habe außerhalb in einem Saal stattgefunden. Irgendwann war aber wieder Platz, denn es seien viele dabei gewesen, die das Abitur nicht geschafft hätten.

13 Schüler kamen zur ersten Abiturprüfung - 11 von ihnen bestanden. Sie stammten teilweise aus dem Sauerland, dem Rheinland oder dem Ruhrgebiet, denn es war schließlich ein Internat an die Schule angegliedert. Die Schüler erinnern sich gut an die sehr umstrittenen Methoden des Monsignore Dr. Josef Gutmann (diese Zeitung berichtete). Hofmann war einer, der unter ihm litt und zeitweise wegen ihm die Schule gewechselt hatte.

Die Abiturprüfung ging komplett an einem Tag über die Bühne: Eine Gruppe war vormittags dran, eine nachmittags. Hofmann war gleich der erste Prüfling und dementsprechend früh fertig. Er erinnert sich noch gut daran, wie er sich dann im Café Weber aufgeregt die Zeit vertrieb. Abends gab es noch eine einstündige Extraprüfung in Musik, bevor um 22 Uhr die Ergebnisse bekannt gegeben wurden. Das Café Weber war sozusagen das Stammlokal der jungen Männer, denn sie waren über 18 Jahre alt, hatten sonntags Ausgang und durften auch Alkohol trinken. Dort feierten sie noch am Abend. „Im Fernsehen lief an dem Tag die Sendung ‚Mainz wie es singt und lacht‘“, erinnert sich Hofmann.

Aus den Abiturienten sind Lehrer, Ärzte, Apotheker oder Justiziare geworden. Anfangs trafen sie sich unregelmäßig, seit jetzt 30 Jahren jedoch regelmäßig jedes Jahr - und zwar unabhängig von der Schule.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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