Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Vom maroden Haus zum Schmuckstück

Einweihung Vom maroden Haus zum Schmuckstück

Bischof Heinz Josef Algermissen segnete die neuen Räume des Treffpunkts und des Feuerwehrgerätehauses ein. "Ein Impuls für das Dorf und für die Zukunft", soll das Gebäude sein.

Voriger Artikel
Eine Ermutigung für neue Ziele
Nächster Artikel
Hessen-Kaserne bleibt unentbehrlich

Bischof Heinz Josef Algermissen (Zweiter von rechts) weihte die Räume – und nahm sich Zeit für Anliegen junger Gläubiger. Pfarrer Marcus Vogler (von links), Architekt Roland Ott und Ortsvorsteher Bernhard Becker warten geduldig.Fotos: Yanik Schick

Rüdigheim. Ortsvorsteher Bernhard Becker und sein Vorgänger Martin Bieker stehen vor dem Aufzug im Neubau des Treffpunkts. Sie denken zurück an die lange Geschichte des Bauprojekts. Bieker schmunzelt. Vor gut zwei Jahren, als der planende Architekt seinen Entwurf für den Anbau vorlegte, „da hatten wir andere Vorstellungen“, erinnert er sich. Es ging konkret um die Positionierung von Treppenhaus, Aufzug und Toiletten. Der extra gegründete Bauausschuss zerschnitt kurzerhand das Papier, auf dem die Planungen gezeichnet waren und ordnete die einzelnen Elemente neu an. „Mit Uhu haben wir sie wieder aufgeklebt“, berichtet der frühere Ortsvorsteher.

Es war der Beginn einer fast zweijährigen Bauphase, die erst vor wenigen Tagen - und damit kurz vor der Einsegnung des Gebäudes - zu Ende ging. Bernhard Becker, Mitglied des Bauausschusses und Koordinator der Arbeiten am Treffpunkt, hat sich alle Zahlen dazu sorgsam notiert. Insgesamt 5316 Stunden Eigenleistung haben 51 Helfer, der älteste 73, der jüngste zehn Jahre alt, bei den Neu- und Umbauarbeiten erbracht. „Alles, was wir in Eigenleistung machen konnten, haben wir auch in Eigenleistung gemacht“, sagt Becker stolz. Dazu gehörten Abbrucharbeiten - wie der Abriss der alten Treppe, die in den Aufenthaltsraum führte - und das Aufziehen des in seinem Grundriss 65 Quadratmeter großen Neubaus.

Dieser Teil des Gebäudes, der direkt an das Feuerwehrgerätehaus angrenzt, steht nun - nach der Schlüsselübergabe durch die Stadt Amöneburg - unter der Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Antonius. Im Erdgeschoss befinden sich besagte Toiletten, der Aufzug und das Treppenhaus. Oben gibt es eine Behindertentoilette und ein Stuhllager. Die ehemalige Teeküche ist im Zuge der Arbeiten zu einem Thekenbereich geworden, und dort, wo früher einmal Toiletten und der Schlauchturm waren, ist nun die Küche. Der ehemals marode Treffpunkt hat sich zu einem modernen und barrierefreien Bürgerhaus entwickelt.

Etwas zeitversetzt hatte die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses begonnen. „Der Zustand darin war katastrophal. Vor allem, weil sich die Feuerwehrleute in dem Raum umziehen mussten, in dem auch das Fahrzeug stand“, betont Becker.

Die alten Toiletten wurden abgerissen und durch einen separaten Umkleideraum ersetzt. Außerdem hat der Wehrführer ein neues Büro bekommen. Auf der anderen Seite des Hauses ist der Backofen des alten Backhauses entfernt worden. Dadurch konnte der Aufenthalts- und Schulungsraum der Feuerwehr vergrößert werden. Nicht zuletzt ist das Gebäude durch neue Fenster sowie wärme­gedämmte Decken und Wände energetisch saniert.

Die Kosten des Bauprojekts belaufen sich auf rund 400000 Euro. „Die Leute haben hier als Gemeinschaft zusammengearbeitet“, sagt Bürgermeister Michael Plettenberg, „das wird ein Impuls für das Dorf und für die Zukunft sein“. Am Wochenende weihten die Rüdigheimer ihr Gebäude mit einem großen Fest ein. Sogar Bischof Heinz Josef Algermissen ließ es sich nicht nehmen, aus Fulda anzureisen, um einen Gottesdienst mit Unterstützung der heimischen Geistlichen zu zelebrieren und das Gebäude zu weihen.

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr