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Vom großen Krach zum sanierten Bürgerhaus

Geschichte Vom großen Krach zum sanierten Bürgerhaus

Zwei Jahre dauerten die Sanierung des Treffpunkts und der Ausbau des Feuerwehrgerätehauses. Eigentlich ging die Geschichte aber viel früher los: vor sieben Jahren - mit einem großen Knall.

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Michael Birk (von links), Michael Plettenberg und Heinrich Feußner – drei zentrale Figuren, die im Endeffekt die Sanierung des „Treffpunkts“ ausgelöst hatten – durften an der Jungfernfahrt des Fahrstuhls teilnehmen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Rüdigheim. Zum ersten Mal seit mehr als 14 Jahren war Heinrich Feußner am Mittwoch im Obergeschoss des frisch sanierten Rüdigheimer „Treffpunkts“. Schön sei es geworden, freute sich der Rüdigheimer Senior und betonte: „Man sieht: Die Planungen hatten Hand und Fuß.“

Der 86-Jährige durfte an der Jungfernfahrt des neu eingebauten Fahrstuhls teilnehmen - weil er vor sieben Jahren mit einem kleinen Wunsch ein großes Projekt losgetreten hatte.

Es war das Jahr 2009, als Bürgermeister Michael Plettenberg den Rüdigheimer anlässlich seines 80. Geburtstages besuchte. Der Jubilar bedauerte damals im Gespräch mit dem Stadtoberhaupt, dass er aufgrund der Treppen nicht mehr an den im Obergeschoss stattfindenden Singstunden teilnehmen konnte - beziehungsweise den Gottesdiensten, die während der Kirchenrenovierung dorthin verlegt wurden.

Voller Tatendrang versprach Plettenberg ihm damals den Einbau eines Treppenliftes. „Alle regten sich auf und behaupteten, das würde nicht gehen - das Bauamt aber sagte das Gegenteil“, erinnert er sich. Er unterbreitete den Vorschlag dem Ortsbeirat - der ihm aber ein entschiedenes „Nein“ entgegenschleuderte. „Ich wollte etwas Gutes tun - aber die Rüdigheimer sind böse geworden“, so Plettenberg, der heute über die Vergangenheit lachen kann. Ebenso wie Michael Birk, der damalige Ortsvorsteher: „Wir wollten etwas Richtiges und keine halben Sachen“, betont er.

Zahlreiche Zweifler hatten verschiedene Bedenken

In der Folge knallten, bildlich gesprochen, verschiedene Köpfe noch mehrfach aneinander. Selbst einer Sanierung standen verschiedene Parteien kritisch gegenüber: Einige Rüdigheimer monierten unter anderem, die Außenfläche sei zu klein. Sie bezweifelten, dass es sich lohne, viel Geld zu investieren. Es gab sogar aufseiten der Stadt die Überlegung, den Schützen einen neuen Schießstand zu bauen und dafür ihr Gebäude zu übernehmen und umzugestalten. Und aufseiten der Stadtverordneten gab es Zweifler, dass sich genügend Rüdigheimer finden würden, um ausreichend Eigenleistung zu betreiben.

Doch Ende gut, alles gut: Insgesamt steckten Freiwillige unter Federführung von Bernhard Becker - der wahrscheinlich dank seines Engagements inzwischen auch zum Ortsvorsteher gewählt wurde - über 5000 Stunden in die Sanierung. Am Sonntag steht die Einweihung des zweistöckigen Gebäudes an - dessen Räume für alle Bürger nun gut erreichbar sind.

9.30 Uhr: Treffen am Parkplatz gegenüber des Treffpunkts, um Bischof Heinz Josef Algermissen zu begrüßen. Der MGV Concordia trägt ein Lied vor, danach Gottesdienst in der Kirche. 10 Uhr: Gottesdienst mit Bischof Algermissen und Domkapitular Josef Mönninger sowie Pfarrer Marcus Vogler, Diakon Dr. Paul Lang und Diakon Gerhard Jungmann.

Für Musik sorgt der Gesangverein. Nach dem Gottesdienst (gegen 11.30 Uhr): Prozession zum „Treffpunkt“, in dem der Bischof die Räume einsegnet. Anschließend singt der Männerchor im Saal. 12 Uhr: Mittagessen. 13.30 Uhr: Beginn des offiziellen Teils der Veranstaltung mit verschiedenen Rednern. Zuvor singen der Junge Chor und der Kinderchor.

Anschließend: Schlüsselübergabe durch Architekt Jörg Weber an den Bürgermeister, der ihn an den Verwaltungsrat der Kirchengemeinde übergibt. Danach werden Kaffee und Kuchen gereicht.

von Florian Lerchbacher

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