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Vom Vertreter zum offiziellen Pfarrer

Fener übernimmt Pfarrei Vom Vertreter zum offiziellen Pfarrer

„Ich möchte bei den Menschen sein, in Freud und Leid“, sagt Pfarrer Michael Fenner, der am morgigen Sonntag in der Kirche in Speckswinkel in seine neue Pfarrstelle eingeführt wird.

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Diesen Sonntag wird Pfarrer Michael Fenner in sein Amt eingeführt.

Quelle: Karin Waldhüter

Erksdorf. Nach dem Weggang von Pfarrer Till Anders Follmann Anfang 2014 übernahm Pfarrer Michael Fenner im Juni die Vakanz-Vertretung im Kirchspiel Speckswinkel-Erksdorf und zog im August ins Pfarrhaus in Speckswinkel ein. Daneben war er in der evangelischen Kirchengemeinde in Stadtallendorf tätig.

In Zukunft wird Pfarrer Fenner nun nicht mehr nur vertretungsweise, sondern regulär in den Gemeinden arbeiten. Der Bischof der Landeskirche übertrug ihm die Pfarrstelle im Kirchspiel Speckswinkel-Erksdorf. Verbunden ist damit auch die Betreuung des neu geschaffenen Pfarrbezirks III in Stadtallendorf. Der Seelsorger ist also auch Ansprechpartner für die Gemeindemitglieder, die zwischen der Bundesstraße B 454, der Bahnhofstraße und der Niederrheinischen Straße wohnen.

Zu Fenners Aufgaben gehören die Wahrnehmung von gottesdienstlichen und seelsorgerischen Aufgaben in den Senioren- und Pflegeheimen der Awo und St. Bonifatius, zudem trägt er die Verantwortung für die Erwachsenen- und Seniorenarbeit. Er moderiert des Weiteren den vor gut einem Jahr begonnenen Strukturprozess in den Gemeinden Speckswinkel, Erksdorf und Stadtallendorf.

Motto: „Vertrau den neuen Wegen“

Als erste Schritte auf dem Weg aufeinander zu haben beide Kirchenvorstände beschlossen, die Rahmenbedingungen des Konfirmandenunterrichts denen in Stadtallendorf anzugleichen. Es gelte, die Kräfte zu bündeln, Vernetzungen aufzubauen und die Menschen zu motivieren, über die eigene Gemeinde, „den eigenen Kirchturm“ hinauszuschauen, so Fenner: „Dabei das Bestehende nicht zu vernachlässigen und trotzdem zu sagen, es gibt auch außerhalb unserer Grenzen etwas, das können wir mitnehmen und einbringen.“

Am Sonntag wird Dekan Hermann Köhler Pfarrer Fenner während eines Gottesdienstes, der um 18 Uhr beginnt, in sein Amt einführen. Unter der Überschrift „Vertrau den neuen Wegen - Veränderung mutig gestalten“, wird Fenner in seiner Predigt den begonnenen Strukturprozess in den Mittelpunkt stellen.

Geboren wurde der 58-Jährige in Bad Hersfeld. Nach dem Studium in Bethel bei Bielefeld, Heidelberg und Erlangen folgte 1984 die Ordination durch Bischof Jung in Gelnhausen. Inzwischen hat er in mehr als 30 Jahren im Pfarramt Erfahrungen gesammelt.

Nach dem Vikariat in der Rhön war er zunächst für neun Jahre in Wächtersbach und danach 16 Jahre in Treisbach tätig. Die letzten fünf Jahre war Fenner als Pfarrer in Sterzhausen tätig. Nach der Trennung von seiner Frau übernahm er die Pfarraufgaben in Speckswinkel. „Ich fühle mich wohl in der Gemeinde. Die Menschen freuen sich, dass ein Pfarrer vor Ort ist, und es herrscht ein dankbares Arbeiten und Miteinander“, berichtet er.

„Ich möchte bei den Menschen sein in Freud und Leid“

Pfarrer Fenner hat einen 17-jährigen Sohn und eine 15-jährige Tochter und lebt mit Partnerin Wiebke Hauschildt-Neuhaus im Pfarrhaus. Die Frage, warum er Pfarrer geworden ist beantwortet Pfarrer Fenner schnell. Seine Eltern - der Vater war Klaviermeister - und die Großeltern seien in der Kirche und im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) eingebunden gewesen.

„Das hat mir Spaß gemacht und mir war klar, ich wollte etwas mit Kirche machen. Heute würde ich sagen, ich möchte bei den Menschen sein in Freud und Leid“, ergänzt Fenner, der Posaune und Klavier spielt. „Musik ist meine Kür“, sagt er lächelnd.

Entspannung findet Fenner auch in der klassischen Literatur, vor allem beim Lesen großer Schriftsteller wie Fontane und Brecht. Derzeit findet er Gefallen an dem Buch des Staufenberger Schriftstellers Peter Kurzeck, der das Leben in den 50er und 60er Jahren beschreibt.

„Ausgleich und Herausforderung zugleich“ stelle der etwa 2000 Quadratmeter große Pfarrgarten dar. Einfühlsame Beerdigungen, phantasievollen Konfirmandenunterricht und Gottesdienste zu gestalten sind Ansprüche, die Fenner an sich selbst stellt. Als Ziele für die Zukunft nennt er das „hoffnungsvolle und behutsame Begleiten“ des Strukturprozesses.

von Karin Waldhüter

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