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Vom Kampf mit der Sprache

Kunst- und Kulturtage Vom Kampf mit der Sprache

Der Verein Optimum feierte sein 10-jähriges Bestehen mit der Theateraufführung "Stefanie integriert die Öztürks".

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Humorvoll, aber auch mit manchem tiefgründigen Gedanken beleuchtete Murat Isboga (zweiter von rechts) das Thema Integration. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. „Die Deutschen haben die Artikel der, die, das, nur erfunden, damit wir Türken nie Deutsch lernen“, findet Ali Öztürk (gespielt von Murat Isboga). „Oder warum heißt es der Bus? Ist der männlich oder was, hat der einen Bart?“, fragte Ali ins Publikum. Dumm nur, dass Papa Ali gerade gegen Stefanie (Lena Kemper) eine Wette verloren hat und nun eine Woche lang die deutsche „Kültür“ samt Goethe lernen muss. Humorvoll gab die Theatergruppe „Halber Apfel“ Antworten auf die Frage „Wann ist ein Türke integriert?“.

In dem mit 250 Besuchern gut gefüllten Saal erlebten deutsche und türkische Gäste mit den Akteuren der Lüdenscheider Schauspielgruppe „Halber Apfel“ ein äußert unterhaltsames Theaterstück. Murat Isboga ist der Kopf der Gruppe und stand an diesem Abend nicht nur als Hauptdarsteller auf der Bühne. Er ist auch Gründer der Theatergruppe und Autor des Stücks. Grußworte gab es von dem Vorsitzenden des Lernkreises Optimum Mesut Hamurcu. Er stellte die Geschichte des Vereins vor, der unter dem Motto „Eine Brücke zwischen Schule und Zuhause“ im Jahr 2000 von Gießener Akademikern und Studenten gegründet wurde. Seitdem hat es sich der Verein zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Förderung der Bildung, Erziehung und des kulturellen Zusammenlebens in der nachwachsenden Gesellschaft zu leisten.

Erstmals nahm der Optimum Lernkreis an den Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtagen teil. Unter dem Slogan „Ich liebe Stadtallendorf“ hatte der Lernkreis zum Jubiläum einen Fotowettbewerb organisiert. Insgesamt 60 Fotos waren eingereicht worden. Yekta Haydar, Optimum Kursleiter aus Wetzlar, übernahm es gemeinsam mit dem Schulleiter der Georg-Büchner-Schule Urban Sersch und Bürgermeister Christian Somogyi die Sieger auszuzeichnen. Den ersten Platz belegte die Klasse G7a von Cornelia Gampe, den zweiten Platz) errang Kamillo Gruschka und dritter wurde Yunus Jokisch. „Sie engagieren sich viel in Stadtallendorf. Das macht Stadtallendorf bunter“, betonte Bürgermeister Somogyi. Nach dem offiziellen Teil des Abends sorgte die Theatergruppe dafür, dass deutsche und türkische Besucher zusammen lachen konnten. Das temporeiche Stück beleuchtete liebenswürdig, tiefgründig und humorvoll Integration und warb um Verständnis auf beiden Seiten und appellierte an die Besucher sich besser kennenzulernen und aufeinander zuzugehen.

„Du bist nicht mehr spontan“, wirft Ali seiner Frau (Aysun Durum) vor. „Deutsche immer alles machen Plan, seitdem du deutsche Pass gemacht, kaufst du Wandkalender“, klagt Ali. Isboga erzählt das Thema Integration auf sehr lebhafte Weise und führt den Besuchern anschaulich vor, wie alltägliche Situationen aufgrund von Sprachschwierigkeiten zu einem Probleme werden können.

Zum Abschluss gab es stimmungsvolle Originalbilder aus fünf Jahrzehnten türkischer Migration.

von Karin Waldhüter

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