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Vom Grillplatz und schlafenden Hunden

Bauleitplanung Vom Grillplatz und schlafenden Hunden

Es ist eher ungewöhnlich, dass Vereine in Bauleitplanverfahren eingebunden und gehört werden - in Mardorf geht die Stadt Amöneburg diesen Schritt.

Mardorf. „Der Heimat- und Verkehrsverein möchte wohl keine Auflagen bekommen, daher beteiligen wir ihn“, sagte Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, als es im Bauausschuss um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Auf der Hardt“ in Mardorf ging.

Zwei Grundstückseigentümer wollen bauen. Laut Magistratsvorlage gab es bereits umfangreiche Verhandlungen über die Möglichkeiten der Erschließung: Kanal und Wasserleitung sind vorhanden, zudem sollen ein Teil des bisherigen Feldweges asphaltiert und Straßenlaternen aufgestellt werden. Sämtliche Kosten tragen die Investoren, Drittanlieger werden nicht belastet.

Allerdings hat laut Magistrat der Heimat- und Verkehrsverein schon im Vorfeld schriftliche Bedenken geäußert: Er befürchtet, Auflagen zu bekommen und in der Nutzung des Geländes der anliegenden Grillhütte eingeschränkt zu werden - schließlich kann es dort bei abendlichen Veranstaltungen auch einmal lauter werden. Die Auflagen sollen vermieden werden, erklärte Richter-Plettenberg und betonte, dass der Verein daher aktiv ins Bauleitplanverfahren eingebunden werden soll. Zudem sei vorgesehen, dass die Investoren ein Schallgutachten vorlegen, um zu prüfen, ob sie Schallschutzvorkehrungen wie eine Mauer bauen oder schalldichte Fenster nutzen müssen. „Wir haben die Zusage der Familien, dass sie im Fall von Lärm nichts unternehmen wollen - aber das reicht leider nicht“, betonte der Bürgermeister.

„Es gibt doch bereits Häuser, die viel näher an der Grillhütte liegen“, warf Dirk Wieber (CDU) ein. Es sei denkbar, dass diese Anlieger den Lärm künftig nicht mehr hinnehmen und über die Lautstärke klagen. „Es kann sein, dass die Werte jetzt schon ab und zu zu hoch sind - aber wir wollen keine schlafenden Hunde wecken“, entgegnete Richter-Plettenberg.

Der Bauausschuss gab der Magistratsvorlage beziehungsweise dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan seine Zustimmung. Der Mardorfer Ortsbeirat hatte sich mit der Thematik auch schon befasst, seine Zustimmung aber zunächst noch zurückgestellt. Nachdem der Bauausschuss aber Daumen hoch gegeben hatte, schloss sich das Gremium an. „Uns ging es darum, dass Anlieger nicht mitbelastet werden“, unterstrich Ortsvorsteher Heinrich Benner.

Der Heimat- und Verkehrsverein wird, wie die Träger öffentlicher Belange, die Unterlagen zum Bauleitplanverfahren erhalten und kann Stellung beziehen.

von Florian Lerchbacher und Karin Waldhüter

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