Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Vollmer hinterlässt eine neue Division

Division präsentiert sich im Stadion Vollmer hinterlässt eine neue Division

Am 12. Juni gibt es den formellen Wechsel an der Spitze der Division Schnelle Kräfte (DSK), dieses Mal unter den Augen der Bevölkerung und wahrscheinlich vor zwei Ver-teidigungsministerinnen.

Voriger Artikel
Widersprüchliche Aussagen, fehlende Zeugen
Nächster Artikel
Europa-Jury ist voll des Lobes

Generalmajor Jörg Vollmer verlässt in wenigen Tagen den Standort. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Seit 6. Oktober 2011 ist Generalmajor Jörg Vollmer Divisionskommandeur in Stadtallendorf, zunächst der Division Spezielle Operationen, seit Januar der neuformierten Division Schnelle Kräfte. In diese Zeit fielen einschneidende Ereignisse: Ein Jahr lang war Vollmer Regionalkommandeur Nord in Afghanistan, im Zuge der aktuellen Bundeswehrreform wurde nicht nur „seine“ Division umgruppiert. Am Bundeswehrstandort Stadtallendorf gab es ebenfalls entsprechende Veränderungen.

Was den Standort betrifft, sind die Änderungen weitgehend abgearbeitet. In der Division gibt es bis 2017 noch Umgruppierungen bei den beiden bisherigen Luftlandebrigaden. Sie werden zu Regimentern. „Dieses Mal hat die Bundeswehrreform an der Spitze begonnen und setzt sich jetzt in den unterstellten Verbänden fort“, sagt Vollmer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Nicht nur die Zahl der Soldaten in der Herrenwaldkaserne ist inzwischen eine andere, aktuell sind 900 Soldaten in Stadtallendorf stationiert. Die breite Mehrheit von ihnen sind längerdienende Soldaten, durchweg Spezialisten, etwa für die Führung der Heeresflieger.

Am 12. Juni übergibt Vollmer das Kommando an Brigadegeneral Eberhard Zorn und zwar bei einem öffentlichen Appell im Herrenwaldstadion. Vorher gibt es bereits ab mittags eine Waffenschau mit Vorführungen deutscher und niederländischer Soldaten (siehe Infokasten).

Nach heutigem Planungsstand kommt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zusammen mit der niederländischen Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert nach Stadtallendorf. Hintergrund des gemeinsamen Auftritts beim Appell: Seit Januar untersteht der Bundeswehr-Division die 11. Luchtmobiele Brigade der Niederlande, ein einsatzerfahrener Kampfverband.

Bundeswehr startet nicht bei null

Vollmer selbst wird Nachfolger von Generalleutnant Reinhard Kammerer als Kommandeur Einsatz und stellvertretender Inspekteur des Heers (die OP berichtete exklusiv). Seine neue Kernaufgabe liegt darin, die Einsatzfähigkeit der drei verbliebenen Bundeswehr-Divisionen zu gewährleisten.

Mit Beginn der Ukraine-Krise ist die Frage nach den Fähigkeiten der Bundeswehr zur Landesverteidigung wieder stärker im Bewusstsein. Vollmer sieht dort keine Defizite bei der Truppe: „Jeder einzelne Verband ist immer auch auf die Landesverteidigung und den Einsatz im Bündnis ausgerichtet.“ Gestern erläuterte Bundesverteidigungsministerin von der Leyen ihre Pläne, die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

Vollmer begrüßt die Initiative, sagt klar: „Wir sind schon attraktiv, aber wollen noch besser werden.“ Er verweist auf die hohen Berufsqualifikationen, die Mannschaften, Unteroffiziere wie Offiziere in ihrer Zeit bei der Bundeswehr erwerben.

Er betont den hohen Bildungsgrad, die Möglichkeit für Offiziere, Studienabschlüsse zu erreichen wie auch die Tatsache, dass Unteroffiziere beispielsweise die Bundeswehr mit Meisterbrief verlassen und Mannschafts-Dienstgrade Gesellenprüfungen ablegen. Vollmer schlägt aber auch vor, , bei der Attraktivitätssteigerung jeden der 269 Bundeswehr-Standorte für sich zu betrachten.

Das Thema Kinderbetreuung ist am Standort Stadtallendorf etwa kein Problem, weil es genügend Kindergarten-Plätze in Nähe des Arbeitsplatzes Kaserne gibt. Hingegen bleiben die Unterkünfte ein „Sorgenkind“ am Standort. Deren Modernisierung ist zwar geplant, doch es fehlt bisher am Geld dafür - zumal es bis zur Entscheidung über die neue Bundeswehr-Struktur 2011 einen Baustopp gab.

Für Generalmajor Vollmer war es die zweite Dienstzeit in Stadtallendorf. Dass das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Bundeswehr hervorragend ist, wusste er. „Wir fühlen uns unverändert sehr wohl hier“, sagt er und meint mit dem Wir sämtliche Soldaten am Standort.

Großes Lob findet der scheidende Divisionskommandeur für die Entwicklung der Stadt. Und er betont das sehr gute Miteinander zwischen Stadt und Division. In diesem Zusammenhang nennt er beispielhaft den Rückkehrer-Empfang für die Soldaten, die im Afghanistan-Einsatz waren. „Das war eine tolle Veranstaltung“, sagt Vollmer.

von Michael Rinde

Divison präsentiert sich im Stadion

Die Division Schnelle Kräfte präsentiert sich am Donnerstag, 12. Juni der breiten Öffentlichkeit im Herrenwaldstadion. „Da wird es rundgehen“, verspricht Major Thomas Supe, Sprecher der Division. Ab 14 Uhr werden verschiedene Hubschrauber-Typen und Fahrzeuge der Division gezeigt, auch von der niederländischen Luftlandebrigade. Geplant ist unter anderem auch das Absetzen von Fallschirmspringern über dem Stadion.  Um 16 Uhr beginnt der feierliche Appell, zu dem auch die Bevölkerung herzlich willkommen ist. Ein Anlass ist der Abschluss der Umgliederung der Division, einschließlich der Unterstellung der 11. Luchtmobielen Brigade und der Kommandowechsel an der Spitze.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr