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Virtuelle Leistungssteigerung fliegt auf

Soldatin manipulierte ihre Daten Virtuelle Leistungssteigerung fliegt auf

Eine 24-jährige Ex-Soldatin stand vor Gericht, weil sie in einer Datenbank der Bundeswehr die Werte ihrer sportlichen Leistungen verbessert hatte.

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Kirchhain. Anfangs schob die Angeklagte, die im Zeitraum von 2009 bis 2013 bei der Bundeswehr in Stadtallendorf stationiert war, die Verbesserung der Werte auf einen Systemfehler. Nachdem Amtsgerichtsdirektor Edgar Krug jedoch die Aussagen der 24-Jährigen näher beleuchtet und mit den tatsächlichen Begebenheiten verglichen hatte, gestand die Frau die Tat.

Die Staatsanwaltschaft hatte der ehemaligen Soldatin, die inzwischen nicht mehr in Hessen wohnt, vorgeworfen, am 3. Juli und am 22. November 2012 ihre Zuständigkeit für die Datenbank der Bundeswehr ausgenutzt, zwei ihrer eigenen Leistungswerte verbessert und damit „beweiserhebliche Daten“ gefälscht zu haben. Es handelte sich dabei um einen Basis-Fitnesstest (BFT) über 2000 Meter und einen für das Deutsche Sportabzeichen benötigten 100-Meter-Sprint. Die virtuellen Leistungssteigerungen wurden erkannt und der Angeklagten zugeordnet.

Die 24-Jährige bestritt nach der Verlesung der Anklageschrift, bewusst Änderungen vorgenommen zu haben. Zwar sei sie für die Führung der sogenannten „Ausbildungspassdatenbank“ verantwortlich gewesen und habe die erforderlichen Kenn- und Passwörter gekannt. „Ich hatte allerdings oft Probleme mit dem System“, so die Angeklagte. Laut ihrer Aussage sei es häufiger vorgekommen, dass Daten verloren gingen oder Datensätze anderen Personen zugeteilt wurden.

Richter Edgar Krug sah hingegen keine Übereinstimmung mit den von der Angeklagten genannten Systemfehlern und den verhandelten Vorfällen, da es sich bei den Änderungen der ehemaligen Soldatin jeweils um die Verschiebung eines Wertes, nicht jedoch eines gesamten Datensatzes handelte. „Computersysteme spinnen hin und wieder, aber sie werden nicht eigenständig kreativ“, fasste der Richter zusammen.

Nach dieser Feststellung gewährte Edgar Krug der Angeklagten eine kurze Beratungspause mit ihrem Verteidiger, während der die 24-Jährige ihre Aussage überdachte: Sie gestand die Tat. Somit verzichtete der Richter auf den Eintritt in die Beweisaufnahme und der Vernehmung der Zeugen.

Da die Angeklagte bereits in einem Disziplinarverfahren der Bundeswehr mit einer Geldstrafe von 800 Euro belastet wurde, beließ es Richter Krug bei einer Verwarnung mit Vorbehalt. In den kommenden beiden Jahren ist die 24-Jährige „auf Bewährung“ und darf sich nichts zu Schulden kommen lassen. Anderweitig tritt eine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen à 13 Euro in Kraft. Das Urteil ist rechtskräftig.

von Yanik Schick

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