Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Vierter Kandidat: Anders Arendt macht‘s nochmal

Dritter Anlauf Vierter Kandidat: Anders Arendt macht‘s nochmal

Fast auf den Tag genau zwölf Jahre nach seiner Abwahl als Amöneburger Bürgermeister durch 73 Prozent der Wähler nimmt Anders Arendt einen dritten Anlauf auf den Chefsessel im Rathaus.

Anders Arendt beim OP-Wahlforum 2011.

Quelle: Tobias Hirsch

Amöneburg. Der heute in Mühlheim an der Ruhr lebende Ex-Bürgermeister gab seine Kandidatur für die Amöneburger Bürgermeisterwahl am 19. März in einer Mitteilung bekannt. Damit bewerben sich gleich vier Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters, obwohl keine der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen einen eigenen Bewerber benannt hat.

Die Bewerber sind Amtsinhaber Michael Plettenberg (parteilos), der Kriminalbeamte Stefan Backhaus aus Hatzbach (parteilos), der Mardorfer Rainer Wiegand (Anarchistische Pogopartei Deutschlands) und eben Anders Arendt (parteilos). Anders Arendt hatte vor knapp sechs Jahren bei der Amöneburger Bürgermeisterwahl kandidiert und dabei drei Prozent geholt.

Nachfragen zu seiner Kandidatur durch die Redaktion lehnte Anders Arendt ab: „Am Telefon habe ich nämlich immer Angst, etwas zu sagen, was gegen mich verwendet wird“, teilte er schriftlich mit.

"Umstände sind bestens geeignet"

Schon frühzeitig hatte Arendt die Möglichkeit einer neuerlichen Kandidatur angedeutet, sich dann aber anders entschieden. Seinen neuerlichen Schwenk begründete er in einem Schreiben in der Kandidatur von Rainer Wiegand.

„Herr Wiegand war bereits 2002 ausschlaggebend für meine erfolgreiche Bürgermeisterkandidatur“, schrieb er und begründete dies mit der schlechten Stimmung, die er gegen den damaligen Amtsinhaber Oliver Haupt verbreitet habe. Zudem habe Wiegand mit der gegen ihn gerichteten „Hetzschrift ,Maulschelle‘“ 2004/2005 sein eigenes Abwahlverfahren erst möglich gemacht, verortete Arendt das eigentliche Amöneburger Machtzentrum in dem Mardorfer APPD-Mann.

„Mann kann also mit Fug und Recht sagen, dass Herr Wiegand ein exzellenter Propagandist ist, um einen amtierenden Bürgermeister abzuwählen. Dass Herr Wiegand die Wahl gewinnt ist indes unwahrscheinlich“, bekräftigt er seine Überlegungen zum eigenem Amtsverlust.

Er selbst habe 2002 gezeigt, dass er unter geeigneten Umständen eine Wahl gewinnen könne. 2017 seien „die Umstände bestens geeignet dazu, nachdem nun Herr Wiegand die Grundlage dafür geliefert hat“, würdigt er seinen Wahlhelfer.

Das Stadtlogo soll verschwinden

Punkt eins seines Wahlprogramms ist bizarrerweise das Stadtlogo, das der Kandidat zugunsten des Stadtwappens abschaffen möchte. Außerdem möchte er „mehr Ebsdorfergrund wagen“, und beruft sich dabei auf sein politisches Vorbild Andreas Schulz.

Über eine Fusion zwischen dem katholischen Amöneburg und dem evangelischen Ebsdorfergrund sollte nachgedacht werden. Ein freiwilliger Zusammenschluss mit Ebsdorfergrund sei besser, als eine angeordnete Fusion mit dem überschuldeten Kirchhain.

Abseits aller geltenden Rechtsnormen fordert er, „Windkraftanlagen auf Plettis Kosten“ abzureißen und keine weiteren zu errichten. Außerdem tritt er für den Austritt Amöneburgs aus dem Landkreis ein, die Einführung des Kfz-Kennzeichens AMÖ, die Namensänderung des Kulturspektakels und die Gründung einer Stadtsparkasse Amöneburg. Und das „Projekt ATMEM“ (eigetllich ATMEN) möchte der Kandidat stoppen.

von Matthias Mayer

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr