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Vier Skulpturen bleiben in der Stadt

Kunstausstellung Vier Skulpturen bleiben in der Stadt

Mit einer Ausstellung gleich mehrerer heimischer Künstler erlebte die Gemeinschafts­einrichtung „Kratz‘sche Scheune“ eine bemerkenswerte Premiere.

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Karl Wegmann (links) erläutert Udo Wittekindt Details einer seiner Skulpturen. Im Hintergrund ist eine Skulptur von Dr. Anne ­
Hoerder zu sehen. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Es ist schon einige Jahre her, dass der Italiener Enrico Cazzaniga mit seiner Installations- und Performanceaktion in Rauschenberg für viel Aufsehen und angeregte Diskussionen gesorgt hatte.

Diesmal gaben Naturalien, die der Marburger Architekt, Bildhauer und Maler Karl J. E. Wegmann zu einigen seiner Skulpturen verarbeitet hatte, den Anstoß zu einer Kunstausstellung. Helmut Nau, der zusammen mit Markus Semmler derzeit in Rauschenberg ein zweites Baudenkmal restauriert, hatte dem Marburger Künstler Eichenbalken aus dem Jahre 1370 zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt. Diese hat der inzwischen 82-jährige Künstler zu lebensgroßen Skulpturen verarbeitet. Nun kam er auf die Idee, diese Skulpturen in Rauschenberg auszustellen.

Die Kommune machte sich diese Idee zu Eigen und der ­Öffentlichkeitsbeauftragte der Stadt, Jörg Näther, organisierte mit viel Engagement dieses Kunstwochenende. Es passte prima, dass das mit der Grundschule und der Geschichtswerkstatt zusammen initiierte Projekt „Sagenhaftes Rauschenberg“ für zusätzliche Objekte sorgte. Schüler hatten zu verschiedenen Sagen um und zu Rauschenberg Bilder gemalt, die zusätzliche Besucher anzogen.

Von Beginn an war die IG Schlossberg mit von der Partie, die ausgewählte Funde aus den Gemäuern der Burgruine sowie ein Modell derselben ausstellte und unter den Rauschenbergern wie immer für Gesprächsstoff sorgte. Ludwig Pigulla, sowie dessen Unterstützer Helmut Klingelhöfer und Henning Kaiser, wurden nicht müde, Auskünfte über die Lage von ehemaligen Gebäuden auf dem Gelände des einstigen Jagdschlosses sowie zu den Ofenkachelfragmenten zu geben.

Zuletzt gewann die Stadt die seit 2010 in Rauschenberg lebende Dr. Anne Hoerder für das Vorhaben. Sie zeigte einige Beton-Plastiken. Bemerkenswert „Die wilden Kerle“, ein Ensemble von fünf Kobolden, die in der Scheune ein Fensterbrett bewohnten sowie mannsgroße Menschenfiguren mit Phantasieköpfen, die von der Bühne in den Saal schauten.

Den größten Raum nahmen jedoch die rund 25 Holzplastiken mitten im großen Saal ein, die als Dauerleihgaben aus Behörden und Kliniken sowie aus eigenem Wegmann‘schen Bestand in der ehemaligen Scheune zusammen zu sehen waren.

Bei Kaffee und Kuchen gab es viele angeregte Diskussionen über nahezu alle ausgestellten Objekte. Kinder ritten auf Wegmanns Holzfiguren und am Ende wurde bekannt, dass vier der aus Rauschenberger Holz gefertigten Skulpturen als Dauerleihgaben in der Stadt verbleiben sollen.

von Heinz-Dieter Henkel

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