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Vier Feuerwehren zeigen gute Zusammenarbeit

Übung Vier Feuerwehren zeigen gute Zusammenarbeit

Weniger als eine halbe Stunde benötigten die vier Feuerwehren des Neustädter Stadtgebiets, um die Aufgaben der Jahresabschlussübung zu bewältigen.

Neustadt. Dichte Rauchwolken steigen über dem ehemaligen Kompaniegebäude der Stabskompanie Panzerbrigade 14 in der Ernst-Moritz-Arndt Kaserne auf. Genau neun Minuten nach Meldung bei der Feuerwehrleitstelle in Marburg ertönt das erste Martinshorn. Das Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt trifft am „Unglücksort“ ein - der aber zum Glück nur ein Übungsort ist.

Stadtbrandinspektor Erhard Wölk und sein Stellvertreter Arno Sack, erwarten dort die Einsatzkräfte aller Stadtteilfeuerwehren zur Abschlussübung. „Unklare Rauchentwicklung im Gebäude 34. Vermutlich noch Menschen im total verqualmten Mittel- und Obergeschoss. Weitere Personen haben sich in den Schutzraum geflüchtet und können sich nicht selbst befreien“, lautet die Information, die alle Feuerwehrkräfte erhalten. Eigentlich wird die Drehleiter der Feuerwehr Stadtallendorf bei solchen Einsätzen grundsätzlich mit alarmiert - doch diesmal ist sie wegen eines „technischen Defektes“ nicht verfügbar.

„Bedingt durch die in Neustadt vorhandenen Gebäudearten und -höhen gibt es bei uns keine Notwendigkeit, eine Drehleiter vorzuhalten“, erklärte der Stadtbrandinspektor.

Uwe Bielert, der stellvertretende Wehrführer der Kernstadtfeuerwehr, der mit seinem Fahrzeug als Erster vor Ort war, übernimmt vorschriftsgemäß die Einsatzleitung. Da grundsätzlich Menschenrettung vor Brandbekämpfung gestellt wird, teilt er unverzüglich zwei Trupps ein, die mit Leitern über ein offenes Fenster in das Gebäude eindringen und so den dort eingeschlossenen Personen - dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr - eine Fluchtmöglichkeit eröffnet.

Zwei weitere Feuerwehrleute dringen mit schwerem Atemschutz über den Haupteingang in das Gebäudeinnere vor, um in den völlig verqualmten Fluren nach Verletzten zu suchen. „Hier fehlt uns noch die Wärmebildkamera. Damit gestaltet sich das Auffinden von Verletzten oder Verirrten in Qualm oder Dunkelheit erheblich leichter. Sie wird aber auch bald zu unserer Ausrüstung gehören“, berichtet Wölk.

Währenddessen sind die Feuerwehrleute aus Speckswinkel auf der Gebäuderückseite ebenfalls über eine Steckleiter in das Kompaniegebäudes eingedrungen, finden eine schwerverletzte Person, seilen sie aus dem Gebäude ab und übergeben sie den Rettungskräften.

Nach noch nicht einmal einer halben Stunde haben die Einsatzkräfte alle „Verletzten“ gefunden und auch den Brandherd unter Kontrolle gebracht. „Ich glaube, dass wir eine sehr umfassende und anspruchsvolle Abschlussübung gesehen haben. Vor allem die eingesetzten Atemschutzgeräteträger waren in dem völlig vernebelten Gebäude gefordert“, resümiert Wölk und lobt die gute Zusammenarbeit, welche die vier Stadtteilwehren im Laufe der Übung gezeigt haben.

von Alfons Wieber

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