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Vielfalt ja, aber es darf nichts kosten

Biologische Vielfalt Vielfalt ja, aber es darf nichts kosten

In Rauschenberg soll etwas für die ökologische Aufwertung der Kulturlandschaft getan werden. Darin sind sich alle Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft und Bauwesen einig.

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Ein Rapsfeld steht bei Ernsthausen in voller Blüte. Nach der Rapsblüte finden Bienen und andere Insekten in der Feldflur nur noch wenig Nahrung. Die Stadt Rauschenberg will das ändern. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Wie das geschehen soll, ist noch offen. Die Stadt will sich zunächst Rat in der Nachbarstadt Kirchhain einholen. Auf diesen Vorschlag der Stadtverordneten Karin Lippert (FBL) einigte sich das unter Vorsitz von Hermann Koch (parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion) tagende Gremium.

Der Stadtverordnete Werner Metke (SPD) hatte das Thema mit einem Antrag auf die Tagesordnung gesetzt. Dieser lautet: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, die Deklaration ,Biologische Vielfalt in Kommunen‘ zu unterzeichnen und dem Bündnis ,Kommunen für biologische Vielfalt‘ e. V. beizutreten.“

200 blühende Pflanzenarten auf solch einer Fläche

Eine Präsentation der Stadt Kirchhain zu diesem Thema habe ihn zu diesem Antrag angeregt, erklärte Werner Metke, der Diplom-Agraringenieur und Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes ist. Die Stadt Kirchhain plane, zwischen Annapark und Erlensee einen breiten Streifen mit blühenden Wildpflanzen anzulegen. Dieses Vorhaben sei im Interesse der biologischen Vielfalt äußerst sinnvoll, da ein solches Blütenmeer vielen Insekten und Kleinstlebewesen Lebensraum und Nahrung biete. Damit könne eine Brücke zwischen dem Ende der Rapsblüte und dem Herbst geschlagen werden, sagte Werner Metke.

Ein wesentlicher unterschied zu den herkömmlichen Blumenwiesen sei die Tatsache, dass diese Flächen nicht sich selbst überlassen sondern bewirtschaftet würden. Nach der Blüte würden die Flächen gemäht und das Mähgut abgefahren. Sonst würden andere Pflanzen sehr schnell die blühenden Wildpflanzen überwuchern und verdrängen, erklärte der Fachmann. Auf einer so gepflegten Fläche fänden sich mehr als 200 blühende Pflanzenarten, sagte Metke.

Über möglichenVereinsbeitritt soll entschieden werden

Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) sprach von einer sinnvollen Initiative. Allerdings habe die Stadtverwaltung keine Kapazitäten, geeignete Flächen für Wildblumenaussaat in der Feldflur zu suchen, noch habe die Stadt Geld, um Landwirte für Pflegearbeiten zu bezahlen.

Der Ausschuss kam deshalb überein, dass eine Arbeitsgruppe gebildet werden soll. Diese habe den Auftrag, sich um geeignete Flächen zu kümmern und Kontakte zu Landwirten zu knüpfen. Zugleich solle überprüft werden, ob dieser Beitrag zur biologischen Vielfalt in der Feldflur gefördert werden könne. Wenn die offenbar wenig effektiven Blumenwiesen förderfähig seien, müsse es auch ein Förderprogramm für dieses fortschrittlichere Modell geben, sagte Hermann Koch.

Über einen etwaigen Beitritt zu dem Verein „Biologische Vielfalt in Kommunen“ soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

von Matthias Mayer

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