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Viele neue Gesichter in Neustadt

6. Straßenmalerfestival Viele neue Gesichter in Neustadt

Das Wetter meinte es am Wochenende halbwegs gut mit dem 6. Neustädter Straßenmalerfestival. Als gestern gegen 14.30 Uhr ein heftiger Schauer niederging, waren die meisten Bilder fertig und von der Jury bewertet.

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An zwei Tagen entstand auf Neustadts Marktstraße wieder die größte Bildergalerie des Landkreises. Jürgen Janßen beteiligte sich mit einem Gemälde des Apostels Paulus am Straßenmalerfestival. 

Quelle: Matthias Mayer

Neustadt. Von der dreijähri­gen Kimberly Reiher bis zum Endfünfziger, vom Debütanten bis zum Profi der Meisterklasse reichte die Bandbreite unter den 150 Teilnehmer. Bunt wie deren Malerei war auch die Auswahl der Motive.

Erneut gab es klassische Malerei auf dem Neustädter Asphalt zu sehen - so Marion Rudhards eindrucksvolle Kopie des berühmten Spitzweg-Gemäldes „Der arme Poet“, der im Gegensatz zum kleinformatigen Original fast in Lebensgröße auf der Marktstraße seine erbärmliche Klause bewohnte.

Fantasy- und Comic-Motive nahmen insbesondere bei den Kopisten breiten Raum ein. Selbst die neuen Medien fehlten nicht. Jana Kröhl zauberte eine romantische Sequenz aus dem Computerspiel „Legend of Zelda“ mit der gleichnamigen Prinzessin und deren Erretter Link auf den Asphalt. Dazu kamen Porträts, Natur- und Tier-Bilder - die favorisierten Motive der Kinder. Die sind in Neustadt erneut quantitativ wie qualitativ stark vertreten. Mit Phantasie, tollen Ideen, unendlicher Ausdauer und großem Gespür für Form- und Farbgebung hat der Nachwuchs tolle Kunstwerke geschaffen, die zu Recht mitten auf der „Gass‘“ bewundert werden können - zwischen den Werken der Profis und Erwachsenen.

„Es ist uns ganz wichtig, die Kinder gleichberechtigt zu behandeln und dafür zu sorgen, dass alle ihre Bilder auch vom Publikum gesehen werden“, sagte Roswitha Trümpert vom Arbeitskreis Straßenmalerfestival dieser Zeitung und berichtete von einem störungsfreien Miteinander zwischen den Kindern und den Profis.

Diese waren wider Erwarten doch zahlreich zu dem Festival gekommen. Einige der Meister-Künstler hatten wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht nach Neustadt kommen können. Nicht so Stammgast Marion Rudhard, die auch das sechste von sechs Festival besuchte. „Sie hat für uns kräftig die Werbetrommel gerührt. Dafür sind wir ihr sehr dankbar“, erklärte Roswitha Trümpter, die sich über viele neue Gesichter aus allen Teilen Deutschlands und auch aus Italien freute.

Sorgen macht sich der Arbeitskreis mit seinem relativ bescheidenen Festival-Budget über die zunehmende Professionalisierung der Szene. „Die bekannten Künstler werden von der Wirtschaft für Auftragsarbeiten engagiert und bekommen Einladungen zu großen Events. Wir müssen den Profis zumindest die Spesen erstatten“, erklärte Roswitha Trümpter, warum die Suche nach einen kunstsinnigen Großsponsor für den Arbeitskreis ganz oben auf der Agenda steht.

Aber auch im Kleinen kann geholfen werden. Gesucht werden Festival-Paten, die im kommenden Jahr den auswärtigen Künstlern Quartier bieten. Dann soll in Neustadt wieder in acht Leistungs- und Altersklassen um Sieg und Platz und um 2000 Preisgeld gemalt werden.

  • Die Ergebnisse des 6. Neustädter Straßenmalerfestivals werden in der morgigen Ausgabe veröffentlicht.

von Matthias Mayer

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