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Viel Lob, Tipps und nur wenig Tadel

Wertungssingen Viel Lob, Tipps und nur wenig Tadel

Rund vier Stunden lang stellen sich am Samstagabend sechs Chöre mit zehn Chorgattungen beim Beratungs- und Kritiksingen in der Kratz´schen Scheune einem fachmännischen Urteil.

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Generationen übergreifendes Projekt: Der Chor „Joyful music und die Liederzwerge Bracht“ präsentierten unter der Leitung von Udo Lauer „Yakanaka Vhangeri“, ein südafrikanisches Lied – aufgepeppt durch rhythmisches Klatschen. Fotos (3): Karin Waldhüter

Rauschenberg. Jedes zweite Jahr lädt der Sängerkreis Wohratal seine Vereine zu einem Beratungs- und Kritiksingen ein. Und obwohl die Veranstaltung fast vier Stunden dauerte, bis alle Chöre jeweils zwei Lieder vorgetragen und Berater Jochen Stankewitz aus Gießen seine Bewertungen abgegeben hatte, erlebten die Besucher einen unterhaltsamen Abend, gekrönt von erfrischender Chormusik vom Feinsten.

Dass viele Besucher bis zum Ende ausharrten, lag zum einen an den hervorragenden Chorbeiträgen, aber auch an der ansprechenden Art Stankewitz‘, der mit Lob nicht sparte, Tipps und Verbesserungsvorschläge direkt an die Chorleiter und Sänger weitergab und oft selbst gesanglich verdeutlichte, wie er sich eine bestimmte Passage vorstellte. Das bot gute Unterhaltung und machte Spaß.

Nach den Liedbeiträgen und dem Ausfüllen der Wertungsbögen, nahm sich der Fachmann eingehend Zeit, die Stärken und Schwächen der Chöre darzulegen. Seit über 25 Jahren leitet Stankewitz erfolgreich Chöre im mittelhessischen Raum. Seit 2005 ist er Mitglied im Bundesmusikausschuss des Hessischen Sängerbundes. Gemeinsam mit Jürgen Faßbender und Jan Schumacher veröffentlichte er mit „Reine Männersache“ zwei Chorbücher für Männerchöre. Der dritte Band ist derzeit in Arbeit.

So zeigte sich auch Monika Friedrich, die neue Vorsitzende des von zwölf Chören gebildeten Sängerkreises Wohratal, beeindruckt von der konstruktiven Beratung: „Stankewitz bewertet die Chöre auf Augenhöhe, geht zum Beispiel darauf ein, wie lange ein Chor bereits an einem Stück probt, gibt beispielhaft Tipps und singt auch mal selbst.“ Sie freute sich, dass sich unter die rund 200 Sänger im Saal auch etwa 30 Besucher gemischt hatten. Friedrich ist zugleich Vorsitzende des Kirchen- und Frauenchors Rauschenberg, der sich unter der Leitung von Kreischorleiter Philipp Imhof, als erster Chor der Bewertung stellte. Bewertet wurden Tonbildung, Aussprache, Interpretation, Rhythmik, Chorwahl und Dynamik.

Der Junge Chor „Joyful music und die Liederzwerge Bracht“ erntete, unter der Leitung von Udo Lauer Glückwünsche für das „Generationen übergreifende Projekt“. „Ein tolles Projekt“, lobte der Berater die breit gemischte Altersstruktur des Chores und würdigte insbesondere den Einsatz von Tenor Eric Stücker.

„So muss Chorleitung im 21. Jahrhundert aussehen.“

Aus Bracht war neben dem „Jungen Chor“ auch der Männerchor des GV Bracht, der sich mit einem schwierigen Stück von Anton Dvorak der Wertung stellte, und der Frauenchor Bracht gekommen. Ein „Chapeau“ richtete Stankewitz an Chorleiter Peter Jerabeck, der erst kürzlich die Leitung der drei Chöre übernommen hatte. „So muss Chorleitung im 21. Jahrhundert aussehen.“

Dem „Gemischten Chor Frohsinn Speckswinkel“ attestierte der Fachmann schwierige Modulationen sehr stark gemeistert zu haben. „Der Bass muss den Sopran auf Händen tragen“, gab er als Tipp Chorleiterin Viktoria Lanz-Winter mit auf den Weg.

Was dem Juror bemerkenswerterweise nicht gefiel: das Singen vom Notenblatt. „Man kann nicht lesen und gleichzeitig auf den Chorleiter achten“, sagte er an die Adresse einiger Chöre.

Am Beratungs- und Kritiksingen nahmen weiter teil: Der Gemischte Chor Erksdorf unter der Leitung von Peter Dippel, begleitet von Christoph Hohl am Piano, der Männerchor des GV Concordia 1867 Momberg und der Gesangverein Momberg unter der Leitung von Knut Petersen und der MGV Langendorf unter dem neuen Chorleiter Manuel Schäfer. Der GV Ernsthausen hatte kurzfristig absagen müssen.

Mit Spannung hatte Bürgermeister Michael Emmerich der ersten großen Musikveranstaltung in der Kratz´schen Scheune entgegengefiebert. „Ich bin froh über die gute Akustik im Saal und habe nur Positives von den Besuchern gehört“, stellte er erfreut fest.

von Karin Waldhüter

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