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VfL bekommt ein ganz neues Gesicht

Veränderung VfL bekommt ein ganz neues Gesicht

Zwölf Jahre lang war Wolfram Ellenberg Vorsitzender des VfL Neustadt. Nachfolger Klaus Busch tritt also in große Fußstapfen. Noch extremer wird es für Petra Bening, die neue Leiterin der Leichtathletik-Abteilung.

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Verantwortung beim VfL tragen unter anderem (von links) Michael Kosche, Wolfgang Dyroff, Michael Launer, Christian Mann,
Franz Perthen, Klaus Busch, Jennifer Geißel, Andreas Müller, Heinz-Hermann Drescher, Uwe Breuer, Markus Müller, Hakan Cetincelik und Björn Metzger.Privatfoto

Neustadt. Zwei Legenden des VfL Neustadt können sich ins zweite Glied zurückziehen, denn der Verein hat nach sorgfältiger Suche angemessene Nachfolger gefunden: Ehrenvorsitzender Hansi Faber räumt nach Jahrzehnten an der Spitze der Leichtathletik-Abteilung den Posten für Petra Bening, die bisher die Jugendlichen trainierte und nun bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Zudem machte der Vorsitzende des Vereins nach zwölf Jahren im Amt Platz für Klaus Busch, seinen bisherigen Stellvertreter. Es war ein sehr emotionaler Moment, als Wolfram Ellenberg sich quasi von den Mitgliedern verabschiedete und an die Mitglieder appellierte, für den VfL Neustadt da zu sein. Er hatte sich insgesamt 33 Jahre im Vorstand engagiert, 12 Jahre davon als Vorsitzender und 10 Jahre als Stellvertreter. Vor zwei Jahren hatte er während der Hauptversammlung angekündigt, in seine letzte Amtsperiode gehen zu wollen.

Diese Zeit nutzte Klaus Busch, um sich intensiv auf den Posten vorzubereiten. Im Jahr des 150-jährigen Vereinsbestehens besuchte er einen Vereinsmanager-Lehrgang, machte die C-Lizenz und plant nun sogar, die B-Lizenz nachzulegen. Dabei hatte er die hohen Erwartungen zunächst ein wenig verdrängt, wie er zugibt: „Dann saß ich im engen Vorstand mit Andreas Blattner und Wolfgang Ellenberg zusammen und mir wurde klar: Die Erwartungen an mich sind hoch, und ich muss reagieren.“ Das tat er dann auch, führte gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom Vorstand zahlreiche Gespräche mit Vereinsmitgliedern und stellte die Weichen Richtung Zukunft: „Ein Pensionär wie Wolfram Ellenberg hat natürlich mehr Zeit für ein Ehrenamt als Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen. Es wurde also deutlich, dass wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen müssen. Viele Mitglieder erkannten diese Zeichen der Zeit und erklärten sich bereit, mitzumachen“, berichtet Busch und betont: „Ich hätte das Amt nicht übernommen, wenn nicht so viele Menschen angekündigt hätten, zu helfen - und auch nicht, wenn Markus Müller sich nicht für den Posten des zweiten Vorsitzenden zur Verfügung gestellt hätte.“

Es sei für ihn stets klar gewesen, dass ein Traditionsverein wie der VfL „nicht sterben“ und es eine verzweifelte Suche nach einem Vorstand, wie sie andernorts immer wieder vorkommt, nicht geben dürfe: „Da hängt einfach zu viel soziales Leben dran.“ Entsprechend sei der Posten für ihn auch eine große Ehre: „Ich selbst bin, bei all der Arbeit, die auf mich wartet, auch stolz darauf, als ein vor elf Jahren nach Neustadt gezogener einen der größten und mit über 150 Jahren auch ältesten Vereine des Landkreises führen zu dürfen.“

Gleichzeitig hätten die Mitglieder mir bei der Wahl deutlich gemacht, dass die Jugend-Arbeit in Zukunft im Fokus liegen werde - unter der Prämisse sei er angetreten, betont Busch. Dies gelte für alle Abteilungen - daher seien zum Beispiel auch die Posten des sportlichen und des administrativen Jugendkoordinators geschaffen worden - vor allem aber derzeit für die Fußballer: „Wir wollen ja schließlich keinen Kunstrasenplatz bekommen, auf dem dann keine Jugendteams spielen“, sagt er in Hinblick auf das Riesenprojekt des Vereins: die Umgestaltung der Ochsenwiese. Bestreben sei es, „dauerhaft in allen Altersklassen Jugendmannschaften zu stellen“ - und so zurrte der Verein dann auch gleich eine grundlegende Neuerung fest, die mit eben jener Zielsetzung an den Start geht: Ab diesem Sommer werden der SV Borussia Momberg, der TSV Speckswinkel und eben der VfL eine Jugendspielgemeinschaft mit dem Namen „JSG Stadt Neustadt“ bilden. Die neue Jugendspielgemeinschaft kann dann auf drei Rasenplätze und in Kürze auch noch auf einen Kunstrasenplatz zurückgreifen.

Derzeit wartet der VfL Neustadt für das 660000 Euro teure Projekt auf die Baugenehmigung. Die Finanzierung für die Umgestaltung der Ochsen­wiese zum Kunstrasenplatz steht: Vom Land Hessen liegt dem Verein ein Bewilligungsbescheid über 300000 Euro Fördermittel vor. Die Stadt steuert 75000 Euro, der Landkreis 66000 Euro bei. Des Weiteren kalkuliert der Verein mit 80000 Euro Vorsteuerabzug und 29000 Euro an Spenden. Der VfL selber steuert 75000 Euro bei, zudem wollen die Mitglieder Kosten in Höhe von 35000 Euro durch Eigenleistungen auffangen. Ende April will der Verein den Platz aus dem Verkehr ziehen und danach dort ein Maifeuer ausrichten. Es gebe aber noch weitere Ideen für Aktionen, die für das Projekt Geld in die Kasse spülen sollen, sagt Busch. Konkret seien die Planungen aber noch nicht.

Wahlen

Vorsitzender: Klaus Busch, Stellvertreter: Markus Müller;

Schatzmeister: Andreas Blattner, Stellvertreter: Heinz-Hermann Drescher;

Schriftführer: Thomas Horn, Stellvertreter: Thomas Scheldt;

Kassenprüfer: Jennifer Geißel, Thomas Heide;

sportlicher Jugendkoordinator: Michael Kosche, administrativer Jugendkoordinator: Christian Mann;

Beisitzer: Wolfgang Dyroff, Michael Launer und Björn Metzger;

Fähnrich: Andreas Müller.

Abteilungsleiter

Tischtennis: Franz Perthen;

Fußball: Uwe Breuer, Stellvertreter: Hakan Cetincelik;

Karneval: Markus Müller;

Handball: Jörg Walz;

Volleyball: Volker Schmidt;

Leichtathletik: Petra Bening.

von Florian Lerchbacher

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