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Verordnung ist nichts für Amöneburg

Tirschützer dürfen Katzen kastrieren Verordnung ist nichts für Amöneburg

Wegen eines konkreten Falls regten Marburger Tierschützer im Amöneburger Rathaus an, die Katzenkastrations-Verordnung einzuführen. Die Stadt lehnt dies ab - die Tierschützer bekommen trotzdem ihren Willen.

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Die Katzen, die auf einem Hof im Gebiet der Stadt Amöneburg leben, sorgten für Beunruhigung beim Tierschutzverein. Inzwischen steht fest: Der Verein darf die Tiere kastrieren.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Gleich zu viert sind die Tierschützer aus Marburg ins Amöneburger Stadtgebiet gekommen. Ihre Sorgen sind groß: Einige hundert Meter von einem Vogelschutzgebiet entfernt gebe es einen Hof, auf dem rund 20 Katzen lebten, die sich unkontrolliert vermehrten, die nur selten versorgt würden, denen es nicht gut gehe - und die eine Gefahr für die Population der Vögel seien. Siegrid Schmeer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Marburg und Umgebung, und Schriftführer Elmar Altwasser haben gleich auch noch Informationsmaterial zur Katzenschutzverordnung im Gepäck. Diese könne jede Gemeinde einführen, betonen sie und berichten, dass sie wegen des konkreten Falls auch schon verschiedene Behörden informiert hätten - die aber nichts unternahmen.

Ein persönliches Gespräch mit dem Eigentümer des Hofes haben die Tierschützer derweil noch nicht geführt, wohl aber mitbekommen, dass dieser die Katzen angeblich brauche, um sein Gelände frei von Ratten und Mäusen zu halten. „Ein Hof dieser Größe benötigt drei gut ernährte Katzen, die das Gelände dann von Mäusen freihalten“, sagt Altwasser und äußert die Befürchtung, dass sich die Katzen weiterhin unkontrolliert vermehrten - wenn niemand eingreife.

Stadt setzt auf den persönlichen Kontakt

Ein Ansatz sei, dass die Stadt Amöneburg die Katzenschutzverordnung einführe. Diese ermöglicht es, freilaufende Tiere, die weder einen Chip noch eine Tätowierung mit Informationen zu den Besitzern tragen, einzufangen und zu kastrieren - allerdings muss eine Kommune im Vorfeld unter anderem prüfen, dass sie tatsächlich eine hohe Anzahl freilaufender Katzen hat,die auch noch leiden, Schmerzen oder Schäden haben. Und zumindest davon ließ sich im konkreten nichts erkennen.

So hält sich dann auch Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg auf Anfrage dieser Zeitung zunächst etwas bedeckt: Der Tierschutzverein habe sein Anliegen zur Einführung der Verordnung vorgetragen, und die Stadt werde dies prüfen. „Grundsätzlich ist es ja ein ehrenwertes Anliegen, wenn die Tierschützer verhindern wollen, dass sich Katzen unkontrolliert vermehren“, sagt er und hebt hervor, dass wegen eines Einzelfalls aber keineswegs gleich eine Verordnung notwendig sei.

Einige Tage später teilt er mit, dass die Stadt die Angelegenheit geprüft habe und die Verordnung wegen des einen Falles nicht einführen werde. „Wenn es ein Problem gibt, suchen wir lieber den direkten Kontakt.“

Verein hofft auf finanzielle Unterstützung von Spendern

Die Tierschützer bekommen aber trotzdem ihren Willen: Wolfgang Penzler, aktives Mitglied der Tierschutzorganisation Peta, hat das persönliche Gespräch mit dem Eigentümer des betroffenen Hofes gesucht und gefunden und das Okay bekommen , die Katzen zu kastrieren - die Kosten muss allerdings der Tierschutzverein tragen. Für die Kastration von Katern werden rund 50 Euro fällig, bei Katzen ist es fast das Doppelte. Entsprechend sucht der Tierschutzverein nun nach Spendern, die sich an den in Amöneburg entstehenden Kosten beteiligen.

Die Aktion ist bereits im Gange: In der vergangenen Woche stellte der Verein Fallen auf, um die Tiere zu fangen. Nach Angaben von Richter-Plettenberg kommen die meisten gefangenen Katzen ins Tierheim - drei Stück soll der Eigentümer des Hofes zurückerhalten.

von Florian Lerchbacher

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